Innovative Technologien: ZEISS T* Vergütung

Zuverlässigkeit unter härtesten Bedingungen

Wissenschaft und innovative Technologien, vor allem aber der enge Kontakt passionierten Jägern,
die ihr „ZEISS“ auch unter den härtesten Bedingungen einsetzen, führen immer wieder zu wegweisenden Fortschritten.

T* Vergütung – Eine herausragende Eigenschaften aller ZEISS Produkte

Die Entwicklung der Entspiegelungs-Schichten durch Prof. Smakula bei ZEISS ist nur einer der wichtigen Meilensteine, die im Bereich Optik eine neue Epoche einläuteten. Bildhelligkeit, Dämmerungsleistung und Brillanz wurden durch die „Transmissions-Beschichtung“ T und später T* neu definiert, und stehen bis heute als herausragende Eigenschaften aller ZEISS Produkte.

Den Unterschied macht die Transmission

Obwohl ein hochwertiges 8 x 56 Markenglas und jedes einfache 8 x 56 gleich große Austrittspupillen besitzen, wird der Ansitzjäger im späten Dämmerlicht einen Helligkeitsunterschied wahrnehmen. Ursache ist die unterschiedliche „Transmission“ bzw. der „Lichtdurchlassgrad“. Dieser Wert gibt an, wieviel Prozent des einfallenden Lichtes im Okular austritt. Die unterschiedliche Bedeutung von Austrittspupille und Transmission auf die Bildhelligkeit lässt sich so verdeutlichen: Die Austrittspupille kennzeichnet die Größe des „Fensters“, aus dem das Licht aus dem Fernglas austritt. Dieses „Fenster“ – die Austrittspupille – ist bei einem guten Markenglas und einem Billigglas mit gleichen Daten grundsätzlich gleich groß. Der Transmissionswert hingegen kennzeichnet die Transparenz, die Klarheit dieses Fensters. Besteht es aus hoch durchlässigem, klaren Glas oder erinnert es eher an eine getönte Sonnenbrille, durch die man hindurchschaut? Lässt das Glas 90 % Licht durch oder nur 75 %?

Sehr gute Ferngläser und Zielfernrohre besitzen Transmissionswerte von 90 % und mehr. Weltweit Spitzenreiter sind dabei die ZEISS Victory HT Zielfernrohre und Ferngläser mit Werten im Bereich von 95 %. Unterschiede von 1 – 2 % sind in der Praxis kaum wahrnehmbar, aber ein Zuwachs von 5 % bietet bei schwachem Licht die entscheidende Reserve und ermöglicht ein längeres Beobachten und Ansprechen.

Eine hohe Lichtdurchlässigkeit ist aber nicht nur in der Dämmerung hilfreich. Sie sorgt auch dafür, dass Details in Schattenpartien sauber erkannt werden. Die große Austrittspupille eines typischen Nacht-Glases lässt sich nur in der Dämmerung nutzen, eine hohe Transmission hingegen ist immer ein Vorteil. Gerade für ältere Benutzer, deren Augenpupillen nicht mehr soweit aufgehen wie bei jüngeren, ist eine hohe Lichtdurchlässigkeit ganz entscheidend.

Messung

Die Ermittlung der Transmission ist aufwendig, daher erscheinen die Werte so selten in den Testberichten. Mit etwa 500 Messungen werden die Durchlasswerte für die Spektralfarben (unterschiedliche Wellenlängen) bestimmt und das Ergebnis mit der Empfindlichkeit des menschlichen Auges bezüglich Farben („Empfindlichkeitskurve“) bewertet. Im grünen Spektralbereich ist das Auge am empfindlichsten, diese Farben haben daher den größten Einfluss. Hohe Infrarot- oder UV-Durchlässigkeiten gehen dagegen nicht in die Bewertung ein, das Auge nimmt sie nicht wahr. Als Endergebnis ergibt sich ein Zahlenwert, der mit „Tag-Transmission“ bezeichnet wird.

Tag- und Nacht-Transmission

Während am Tage die „Zäpfchen“ der Netzhaut für das Sehen zuständig sind, reagieren nachts oder bei sehr niedrigen Beleuchtungsstärken nur noch die „Stäbchen“ auf Licht. Daraus ergibt sich auch eine geringfügig andere Empfindlichkeitskurve des Auges bezüglich der Farben: Die Maximalempfindlichkeit verschiebt sich nachts etwas ins Blaue. Wird die gemessene spektrale Transmissionskurve nun mit dieser „Nachtempfindlichkeit“ des Auges bewertet, erhält man die „Nacht-Transmission“. Dem Fernglas ist Tag oder Nacht egal, der Unterschied liegt in der Empfindlichkeit des Auges.

Entspiegelungsschichten und die ZEISS T*Vergütung

Weltweit gelten Ferngläser und Zielfernrohre von ZEISS als die lichtstärksten in ihrem Markt und werden bei schwierigen Lichtverhältnissen bevorzugt eingesetzt. Das ist eng verknüpft mit dem Begriff „T*-Vergütung“, der als Synonym für maximale Lichtleistung und hellste Bilder steht. Der Hintergrund ist folgender: Grundsätzlich gibt es durch unterschiedlichste Faktoren in optischen Geräten immer Lichtverluste. Den größten Einfluss haben Reflexe bzw. die Antireflex-Vergütung der Glasoberflächen. Jedes Mal beim Übergang von Luft zu Glas (und umgekehrt) wird ein kleiner Anteil des Lichtes rückreflektiert. Ohne eine wirksame Beschichtung wären dies etwa 4 % pro Glasoberfläche, bei aufwendigen, optischen Gläsern mit großem Brechungsindex bis zu 8 %. Hochwertige ZEISS Ferngläser besitzen teilweise bis zu 12 Linsen pro Seite, plus 2 Prismen. Je nach Anzahl der verkitteten Glieder kommen schnell 16 bis 20 Glas-Luft-Flächen zusammen. Ohne eine wirksame Vergütung wäre die Transmission deutlich unter 50 %, die Bilder wären kontrastarm und flau.

Die Patentschrift der Firma Carl Zeiss für die Erfindung der Vergütung. Bild: ZEISS Archiv

T*-Mehrschicht-Vergütung

Erste Untersuchungen wurden bei ZEISS in Jena durchgeführt und mündeten in einer „Transmissions-Schicht“, die auf die Glasoberfläche aufgebracht wurde (Patent 1935). Damals wurde die „T-Beschichtung“ – eine Einzelschicht – geboren, die Ende der 70-er Jahre durch eine Mehrfach-Beschichtung (T) ersetzt wurde. Die heutige, ständig weiterentwickelte und einzigartige ZEISS T Mehrschichtvergütung auf allen Glas-Luft-Flächen steht dabei nicht für eine feste Rezeptur, sondern für ein innovatives Mehrschichtverfahren mit einem typischerweise 6-schichtigen Aufbau, der individuell auf die einzelnen Linsen und Glasmaterialien abgestimmt wird. Über 100 im Hochvakuum aufgedampfte Schichten pro Fernglas-Seite sind bei ZEISS Ferngläsern daher keine Seltenheit.

Dämmerungs-Anpassung

Die ZEISS T*-Beschichtung berücksichtigt die erhöhte Blauempfindlichkeit des Auges in der tiefen Dämmerung und optimiert so die Lichtausbeute, wenn es am nötigsten ist. Zusätzlich dient die Beschichtung auch als wirksame, harte „Oberflächenversiegelung“ und Schutz der teilweise empfindlichen, optischen Gläser.

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