Vogelbestimmung für Kinder

Es macht Spaß, Vögel mit anderen zu beobachten.

Am meisten Spaß macht es, Vögel mit anderen zu beobachten, selbst wenn man dabei leise sein sollte, da die Vögel sonst ganz schön schnell weg sind. Wobei die Arten in den Städten schon einiges gewohnt sind.

Die großen Naturschutzverbände haben Kinder- und Jugendgruppen, in denen man neben der Vogelbeobachtung noch viele andere spannende Aktionen macht: Frösche retten, Aktionen für mehr Umweltschutz oder Naturschutzgebiete pflegen. Es lohnt sich also immer, sich vor Ort nach so einer Gruppe umzusehen und mit anderen gemeinsam die Natur zu erkunden.

Zeichnen und Bestimmungsbücher

Wenn Du jetzt aber nichts auf Anhieb findest, wie startest Du selbst damit, Vögel richtig zu bestimmen? Wichtig ist erst mal ein Vogelbestimmungsbuch. Heute gibt es auch tolle Apps, aber in der Natur ist es auch mal ganz schön ohne Smartphone und nicht in allen abgelegenen Gebieten gibt es so einen guten Handy-Empfang.

Der Klassiker der Vogelbestimmungsbücher ist immer noch das von Lars Jonsson gezeichnete Buch. Überhaupt ist Zeichnen ein super Anfang, um sich noch mehr mit Vögeln zu beschäftigen. Selbst wenn Du nicht gleich so zeichnen kannst wie Lars Jonsson, bringt es doch Freude und Du lernst alle Details der Vögel kennen, indem Du ihre Farben, Formen und verschiedene Federn beobachtest.

Erstes Bestimmen der Vogelgruppen

Wie findest Du jetzt den richtigen Vogel im Bestimmungsbuch oder der App? Über ihren Lebensraum kannst Du sie erstmal grob zu ihrer Familie zuordnen, so sind sie in der Regel auch im Buch oder der App sortiert. Klar, eine Ente auf dem See ist schon mal leicht, die sucht man unter den Entenvögeln. Jedoch gibt es auf dem See nicht nur Enten, sondern auch Hühnervögel. Gehören die nicht in den Stall? Unser klassisches Haushuhn schon, das uns das Frühstücksei bringt. Auf den Seen findet man häufig das Blässhuhn, das sind die schwarzen, kleineren Vögel mit der weißen Blässe über dem Schnabel. Die sieht man fast überall.

Spannender wird es, wenn Du an den Uferrand zwischen das Schilf schaust. Hier verstecken sich meist die Sumpfhühnerarten.

DURCH IHRE FARBE FALLEN SIE FAST GAR NICHT AUF UND ES BRAUCHT SCHON DETEKTIVISCHES GESPÜR UND MÖGLICHST EIN FERNGLAS, UM SIE ZU ENTDECKEN.

Auch die anderen Vogelfamilien hast Du schnell ausgemacht. Am Meer sind die ganzen Möwen, aber auch die Strand- und Watvögel. In der Luft am Land über großen Feldern und Wiesen gleiten die Greifvögel vor sich hin. Die Singvögel sitzen im Baum, in Büschen und sind nicht nur im Wald, sondern meist auch in der Stadt oder im Garten. Die Spechtarten findest Du am oder im Baumstamm.

Details bestimmen

Wenn Du die jeweilige grobe Zuordnung zu den Vogelgruppen hast, bist Du schon mal richtig und schaust jetzt nach den Details. Da geht es um jede Farbe und die Form.

Bei den Greifvögeln erkennst Du zum Beispiel den Rotmilan sofort an seinem Schwanz, der in der Mitte gegabelt ist. Außerdem sieht er von unten sehr schön rostbraun am Bauch aus und seine Flügel sind schwarz und weiß von unten. Den Mäusebussard wiederum hörst Du schon von weitem: Er klingt vielleicht wie deine kleine Schwester, wenn sie etwas unbedingt will. Das „piiäh“ hört sich fast wie ein Klagen an, sehr laut und fordernd.

Rotmilan

DEN TURMFALKEN ERKENNST DU IN DER LUFT AN SEINEM RÜTTELN MIT DEN FLÜGELN, ZUDEM IST ER KLEINER.

So bleibt er lange in der Luft stehen, bis er auf dem Boden oder in der Luft Frösche, Insekten oder Nagetiere gefunden hat, auf die er sich dann stürzt. Die Singvögel kannst Du meist aus der Nähe beobachten und Dir jede einzelne Feder einprägen, um sie über die Farbe zu bestimmen.

Vögel zu Bekannten machen

Je mehr Du Dich mit ihrem Lebensraum, ihrem typischen Flug, Verhalten und ihrem Rufen vertraut machst, um so leichter erkennst Du sie direkt wieder. Das ist bei den Vögeln nicht anders als bei uns Menschen. Deinen besten Freund oder Deine beste Freundin erkennst Du bestimmt schon auf fünf Meter Entfernung am Gang oder hörst ihn oder sie aus jeder Gruppe an Kindern heraus. Vielleicht wird ja auch der Zilpzalp, der eher unauffällig ist, bald zu Deinem Freund, den Du sofort am Rufen erkennst. Viel Spaß wünschen wir Dir mit Deinen neuen Bekannten!

Unscheinbar, aber beeindruckend

Auf die Details kommt es an

WARUM SICH EIN ZWEITER BLICK IMMER LOHNT UND SCHNELLE URTEILE UNANGEBRACHT SIND, BEWEIST UNS DIE NATUR TÄGLICH.

Für Menschen gibt es die wenig schmeichelhaften Bezeichnungen „Mauerblümchen“ oder „graue Maus“. Jeder, der sich intensiv mit Natur und verschiedenen Arten, insbesondere Vogelarten, beschäftigt, weiß, wie fehlgeleitet solche Vorverurteilungen sind.

Gerade das, was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, ist unter Umständen sehr beeindruckend. Handelt es sich doch manchmal um eine besondere Art, die man nicht so häufig entdeckt, weil sie sich so gut tarnt oder relativ heimlich verhält. Selbst wenn sie nicht so selten ist, bleibt sie für Vogelbeobachter doch besonders in ihrem Verhalten und ihren Federzeichnungen.

Schauen wir uns die Hohltaube näher an. Ungeübte verwechseln sie gerne mit der wenig geliebten Straßentaube, jedoch findet sich kein Weiß in ihrem Federkleid und die schwarzen Armbinden ihres Gefieders sind nur undeutlich zu erkennen. Zudem ist sie einiges kleiner als die Ringeltaube. Was auf den ersten Blick nach Zivilisationsalltag aussieht, bekommt man heute an vielen Orten nur noch selten zu sehen.

Denn die Hohltaube braucht offene Wälder oder Kulturlandschaften und entsprechende Bruthöhlen – entweder in Steinmauern oder am liebsten in Höhlen der Schwarzspechte. Als Zugvogel ist sie im Frühjahr eine der frühen Arten und im Herbst eine derjenigen, die spät aufbricht.

Unter den kreisenden Greifvögeln über uns fällt der prächtige Rotmilan mit seinem gegabelten Schwanz, seiner schönen Färbung und den tollen Manövern immer sofort auf. Dafür braucht es nicht mal ein Fernglas.

Viele andere Greifvögel wirken von unten ohne Optik wie gewöhnliche Mäusebussarde. Mit dem Fernglas zeigt sich der Unterschied: Der Schwarzmilan ist zwar gleich groß wie der Mäusebussard, hat aber einen langen, leicht gegabelten Schwanz, den er viel dreht im Flug. Der seltenere Wespenbussard wiederum unterscheidet sich klar vom Mäusebussard über seinen schmalen, vorgestreckten Hals, der mehr an einen Kuckuck erinnert.

SCHÖN VERSTECKT UND UNAUFFÄLLIG IM WALD BEWEGEN SICH MEHRERE VOGELARTEN, DIE NUR DEM GEÜBTEN AUGE NICHT ENTGEHEN UND EINE ENTSPRECHENDE OPTIK ZUR UNTERSTÜTZUNG BRAUCHEN.

Baumläufer sind so flink, klein und verschmelzen je nach Baumart farblich fast mit dem Stamm. Selbst sein Gesang ist unauffällig. Oder nehmen wir den Kernbeißer: Zwar ist er als großer Finkenvogel mit seiner schönen braunen Färbung und dem auffälligen Schnabel unverwechselbar, jedoch tarnt er sich so gut ganz oben im Baum, dass wir ihn häufig übersehen.

Auch die Waldohreule tarnt sich im Wald bestens und balzt sogar unauffällig, so dass es auch einen vierten Blick braucht und vor allem eine gute Lichttransmission des Fernglases, um sie am späten Abend ausfindig zu machen.

Am See braucht es viel Geduld und vor allem ein Spektiv, um das Schilf nach den Meistern der Tarnung abzusuchen. Die Wasserralle als häufigste Rallenart verschwindet farblich fast im Schilf und lässt sich über ihre langsamen Bewegungen ausmachen.

Das Teichhuhn ist schon viel leichter zu finden, so schwarz und unscheinbar es wirkt, so ist der gelbe Schnabel mit der roten Färbung darüber doch einzigartig. Wer viel Glück hat, entdeckt noch eine Rohrdommel und ein Tüpfelsumpfhuhn, die an vielen Stellen jedoch sehr selten geworden sind.

Auf dem Weg nach Hause an den Feldern vorbei, muss inzwischen lange suchen, wer noch eine Wachtel entdecken will, die noch am ehesten in der Abenddämmerung hörbar ist. Der Volltreffer ist dann die Heckenbraunelle, die so versteckt im dunkelsten Pflanzendickicht lebt und unauffällig blaugrau-braun gefärbt ist, dass wir sie kaum zu Gesicht bekommen.

Die Natur lehrt uns, dass langweilig und unscheinbar nur eine Tarnung sind für einzigartiges Leben mit beeindruckenden Details.

Naturerlebnis mit der Familie

mit Spieltipps für Kinder in der Natur

Manchmal sind unsere Kinder bei Spaziergängen so mit Meckern beschäftigt, dass sie nichts mehr um sich herum wahrnehmen. Nur weil die Eltern Freude an der Vogel- und Naturbeobachtung haben, lassen sich die Kinder noch lange nicht davon anstecken. „Vogelbeobachtung ist langweilig!“

Erst wenn die ersten Feldhasen ihren Weg kreuzen oder sich ein Reh blicken lässt, verbessert sich die Laune der Kinder. Als Kleinkinder waren Vögel noch fester Bestandteil ihres Lebens: Kaum redeten unsere Kinder, unterschieden sie zwischen Blaumeise, Amsel oder Rotkehlchen.

DIE JEWEILIGEN ARTENBEZEICHNUNGEN HATTEN SIE FRÜH FÜR EINDEUTIGE, GÄNGIGE ZUORDNUNGEN GEHALTEN UND WUNDERTEN SICH DARÜBER, DASS MANCHE EINFACH VOGEL SAGTEN. MIT DIESEM ÜBERBEGRIFF KONNTEN SIE NICHT VIEL ANFANGEN, WENN EINE KOHLMEISE VOR IHNEN AN DER WASSERTRÄNKE BADETE.

Vogelbeobachtung ist etwas Ungewöhnliches

Während der Kindergartenzeit stellten sie jedoch fest, dass kaum ein anderes Kind die Unterscheidung zwischen den Vogelarten vornahm. Zudem sahen sie die erstaunten Gesichter der Erwachsenen, wenn sie bei einem Kindergartenausflug meinten „Papa ist nicht da, der zählt Vögel“, wenn er für ein ornithologisches Gutachten unterwegs war. Irgendwie schien dies etwas Ungewöhnliches zu sein mit der Vogelbeobachtung. So stellte unsere kleine Tochter eines Tages unmissverständlich fest, dass unser Spezialinteresse nichts für Kinder sei:

Wir sahen beim Familienausflug ein Schwarzkehlchen und die Kinder stritten sich ums Fernglas. Nachdem die Kleine das Fernglas der Großen abgeben musste und das Vergnügen erstmal vorbei war, meinte sie nur enttäuscht: „Was mache ich jetzt damit, dass ich das Schwarzkehlchen gesehen habe? Das kann ich sowieso niemandem erzählen, das interessiert kein anderes Kind! Vielleicht gerade mal noch eine Erzieherin. Vögel sind langweilig!“

Größere Augen, größerer Körper und mehr Fell

Inzwischen konzentrieren wir uns bei Ausflügen mehr auf Tiere mit größeren Augen und größerem Körper. Die stehen bislang einfach höher im Kurs. In einigen Wald- und Freiflächen unserer Umgebung sehen wir fast immer Feldhasen. Ihre Größe ist für die Kinder bereits beeindruckend im Verhältnis zu den eigenen Kaninchen. Auch wenn die Hasen sehr schnell sind, entdeckt man sie doch mit bloßem Auge. Ebenso Füchse oder Hirsche tauchen hin und wieder auf.

Einmal sprang ein Reh nur etwa 100 Meter von uns entfernt vorbei. Beide Kinder reagierten sofort und blieben ganz ruhig stehen. Auch das Reh blieb stehen und sah sich um. Wir hängten dem ersten Kind das Fernglas um und passten es auf ihren Augenabstand an. Die Kleine war selig: „Es schaut mir direkt in die Augen!“ So nah kam sie dem Reh mit dem Fernglas und erlebte eine unmittelbare Verbindung mit dem Tier, die sie nachhaltig beeindruckte.

LETZTENDLICH IST VOM KLEINEN KÄFER BIS ZUM HIRSCH JEDES TIER INTERESSANT FÜR DIE KINDER, WENN SIE IHM SO NAHE ALS MÖGLICH KOMMEN – ENTWEDER MIT DEM FERNGLAS, ÜBER GESCHICHTEN ODER DIREKT AUF DER HAND, SOLANGE ES DIE TIERE NICHT STÖRT.

Von der Ameise bis zum Wiesel

Inzwischen fangen unsere Kinder Molche, Grashüpfer und Käfer sehr geschickt, um sie nach der Betrachtung gleich wieder ziehen zu lassen. Nur Blindschleichen sind ihnen nicht geheuer und bei den Dachsbauten wollen sie auch schnell weiter. In irgendeinem Kinderbuch spielt der Dachs eine gefährliche Rolle. Selbst wenn wir das aufklären konnten, wollen sie ihm lieber nicht persönlich begegnen.

Und was die Vögel angeht, gibt es doch Hoffnung: Als sich ein Junge aus dem Bekanntenkreis neulich brennend für die Greifvögel in der Luft interessierte, erklärten unsere Kinder ihm, wie er an dem gegabelten Schwanz erkenne, dass es ein Roter Milan sei. Irgendetwas nehmen sie aus dem Naturerlebnis immer mit – trotz anfänglichen Meckerns.

Spieltipps für Kinder in der Natur

  • Spurensuche: Als kleine Detektive vergleichen die Kinder mit Lupe und Bestimmungsbuch Fußabdrücke oder die Exkremente auf Feldwegen und dem Waldboden und ordnen sie den Tieren zu.
  • Fahndungsliste: Vorab eine Liste mit wahrscheinlichen Tierarten vom Käfer bis zum Säugetier erstellen, in Wald und Wiese danach Ausschau halten und diese dann abhaken.
  • Waldolympiade: Mit Zapfenweitwurf, Weitsprung mit Stöckchenmaß, Hürdenlauf oder Balancieren auf Baumstämmen.
  • Karneval der Tiere: Nacheinander verschiedene Tiere nachahmen, sich wie sie bewegen, ihre Geräusche imitieren und die anderen erraten lassen.
  • Hüja, Pferdchen: Mit einem Seil Kinder als Pferdchen Traben, Schritt und Galopp gehen lassen. Das Seil dient dann auch als Lasso für die kleinen Cowboys and Cowgirls oder hilft beim Hochklettern an Bäumen.
  • Vogelrätsel: Wie viele unterschiedliche Gesänge hören die Kinder.
  • Wald-Memory: Mit Holz ein kleines Quadrat abgrenzen und mit Zapfen und Stöckchen die Kinder ein Bild legen lassen. Danach schauen die Kinder weg und zwei Elemente verschwinden. Welche sind es?
  • Rucksack wirkt Wunder: Spaziergänge sind langweilig, Wanderungen mit Rucksäcken und eigenem Proviant dagegen sind Abenteuer. Am besten noch eine Lupe für Insekten und Blätter einpacken.

ZEISS Ferngläser für Vogelbeobachter

Bewertung von Terra ED und Conquest HD

Jedes schnell skizzierte Bild oder die Google-Bildsuche nach dem Wort „Birdwatcher“ machen es deutlich: Ferngläser und Vogelbeobachtung gehören einfach zusammen. Sie sind das Instrument, auf das kein Vogelbeobachter verzichten kann. Vielleicht besitzen Sie schon seit vielen Jahren ein hochwertiges Fernglas, finden angesichts der vielen Kratzspuren auf dem Objektiv aber, dass ein neues Modell angebracht wäre. Oder steigen Sie gerade in die Vogelbeobachtung ein und suchen Rat, welches Glas eine gute Wahl wäre? Wundern Sie sich etwa, warum Experten mit ihren Ferngläsern wesentlich mehr Details erkennen können als Sie?

Der Kauf des richtigen Fernglases ist alles andere als einfach. Es gibt scheinbar zahllose Marken und Modelle zur Auswahl, und ganz offen gesagt unterscheiden sich die Top-Marken nur geringfügig. In seiner ausführlichen Bewertung von 2013 (African Birdlife 1(3):48-52) kamen Peter Ryan und sein Team zu einer ähnlichen Schlussfolgerung: einer konvergenten Entwicklung in der Optik, könnte man sagen. Bisher galten ZEISS, Leica und Swarovski als die drei wichtigsten Hersteller von Ferngläsern. In letzter Zeit brachten aber auch Marken wie Minox, Kowa, Vortex, Lynx und andere hervorragende optische Lösungen zu wettbewerbsfähigen Preisen heraus.

DIE TERRA-FERNGLÄSER FÜR EINSTEIGER VON ZEISS. HIER ZU SEHEN SIND DAS MODELL POCKET 8X25, DAS AN DEN BLAUEN VERSTELLRINGEN ZU ERKENNEN IST; DAS MITTELGROSSE MODELL ED 8X32 UND DAS GRÖSSERE ED 10X42. TERRA-FERNGLÄSER SIND IN DEN FARBEN SCHWARZ, GRAU ODER GRÜN ERHÄLTLICH.

VOGELBEOBACHTUNG MIT ZEISS
Seit einigen Jahren pflegt der deutsche Hersteller für Optiklösungen ZEISS Beziehungen mit BirdLife International und hat damit einen konkreten Beitrag zum Vogelschutz auf der ganzen Welt geleistet. Hierzu zählt beispielsweise das Sponsoring von Veranstaltungen von BirdLife South Africa sowie die Ausstattung wichtiger Mitarbeiter von BirdLife mit optischen Geräten. Darüber hinaus fließt ein beachtlicher Teil der Einnahmen für ZEISS Produkte, die über die Website von BirdLife South Africa vertrieben werden, direkt in die wichtige Vogelschutzarbeit dieser NGO. ZEISS leitet zudem Kurse, Ausflüge und schreibt Blogs: das ist echte Unterstützung für Vogelschutz und -beobachtung. Und deshalb finde ich, dass Vogelbeobachter das Unternehmen ebenfalls unterstützen sollten. Abgesehen davon, natürlich, dass es die weltbesten optischen Lösungen herstellt!

ZEISS versteht die Bedürfnisse von Vogelbeobachtern, die ihre Ausrüstung bekanntermaßen sehr gezielt auswählen, besondere Anforderungen daran stellen und sich gut damit auskennen. Außerdem macht ihre Ausrüstung während der Benutzung normalerweise so einiges mit. Das Unternehmen weiß auch, dass unterschiedliche Nutzer von Ferngläsern unterschiedliche Funktionen wünschen. Genau um diesen Aspekt ging es, als mir angeboten wurde, sechs ZEISS Ferngläser zu testen. Es ist nicht ratsam, ein teures Fernglas unbesehen oder ausschließlich auf Basis einer veröffentlichten Bewertung im Internet zu kaufen. Sie müssen das Produkt in die Hand nehmen, ein Gefühl für sein Gewicht und seine Balance entwickeln und vor allem ein paar Vögel finden, an denen Sie es ausprobieren können. Ich freute mich also über die Chance, die Ferngläser zu testen. Und zwar nicht, indem ich aus dem Bürofenster schaute oder Listen mit Spezifikationen verglich, sondern indem ich die Ferngläser mit nach draußen nahm. Denn nur dort konnte ich ihre jeweiligen Vor- und Nachteile wirklich herausfinden.

PRAXISTEST
Objektivdurchmesser. Austrittspupillendurchmesser. Dioptrienverstellbereich. Subjektiver Sehwinkel. Bewertungen von Ferngläsern zu lesen, kann anstrengend sein, wenn Sie keine Optometrie- oder Technikkenntnisse haben. Deshalb nehme ich Ihnen diese lästige Aufgabe ab. Ich glaube nicht, dass Sie alle diese Begriffe unbedingt verstehen müssen, bevor Sie ein neues Fernglas kaufen. Tatsächlich würde ich wetten, dass die meisten Vogelbeobachter die benutzerfreundlichen Funktionen und die Robustheit mehr schätzen als winzige Unterschiede bei der optischen Qualität und den technischen Spezifikationen. Ich erinnere mich da insbesondere an einen Kaprohrsänger, den ich durch ein ZEISS Victory HT beobachtete, dessen Bild sich mir förmlich auf der Netzhaut einbrannte. Der ZEISS Slogan trifft es auf den Kopf: Für diesen Moment arbeiten wir. Dies ist die Bewertung von einem Vogelbeobachter für Vogelbeobachter.

ES GIBT NICHTS SCHÖNERES, ALS EINEN VOGEL BEI GUTEM LICHT UND ABSOLUT SCHARF DURCH EIN NEUES UND HOCHWERTIGES FERNGLAS ZU BEOBACHTEN.

INSBESONDERE FÜR DIE BEOBACHTUNG VON VOGELSCHAREN, VON KLEINEN, QUIRLIGEN SPEZIES ODER IN BEWALDETEN UMGEBUNGEN – WO SICH BEISPIELSWEISE ELISABETHGLANZSTARE TUMMELN – KANN EIN GRÖSSERES SEHFELD VORTEILHAFTER SEIN ALS EINE HÖHERE VERGRÖSSERUNG. BEACHTEN SIE DEN AMETHYSTGLANZSTAR UNTEN RECHTS IN DER ANSICHT MIT 8-FACHER VERGRÖSSERUNG. DIE MEISTEN STIMMEN ZU, DASS SIE BEI 8-FACHER VERGRÖSSERUNG MEHR DETAILS ERKENNEN KÖNNEN ALS BEI EINER ETWAS GRÖSSEREN, ABER LEICHT VERWACKELTEN 10-FACHEN VERGRÖSSERUNG.

STREITPUNKT: ZEHN ODER ACHTDie größte Stärke von Ferngläsern liegt in der Vergrößerung eines Bilds. Auf diese kommt es an, wenn Sie einen Greifvogel, der sich mithilfe der Thermik bis hoch in die Wolken aufschwingt, so nah heran holen, um die wesentlichen Carpalflecken erkennen zu können; oder wenn Sie einen Schwarm Stelzvögel draußen im Watt so weit vergrößern, damit Sie den gegabelten Überaugenstreif ausmachen können, der den Sumpfläufer vom Zwergstrandläufer unterscheidet. Es mag logisch erscheinen, dass größer gleich besser ist: je höher die Vergrößerung, desto größer das Bild. Aus diesem Grund haben sich viele Vogelbeobachter, auch ich, bisher für Ferngläser mit 10-facher Vergrößerung entschieden. Nachdem ich aber welche mit 8-facher Vergrößerung ausprobiert habe, bin ich nun der festen Überzeugung, dass sie besser sind als Modelle mit 10-facher Vergrößerung. Eine kleinere Vergrößerung hat zwei wichtige Vorteile.

Zum einen bietet sie ein größeres Sehfeld. Für Vogelbeobachter, die schon jahrelange Übung darin haben, im Blätterdach versteckte Waldsänger ausfindig zu machen, ist das natürlich unerheblich. In den meisten Fällen macht der zusätzlich sichtbare Bereich bei geringer Vergrößerung das Leben aber einfacher. Das gilt insbesondere für dichtbewachsene Lebensräume, in denen man sich schnell bewegende Objekte schnell aus den Augen verliert. Oder auch für die Vogelbeobachtung auf einem Ozean, von einem wackelnden Schiff aus. Wenn Sie mir das nicht glauben, probieren Sie beide Modelle aus, aber das mit 8-facher Vergrößerung zuerst. Ich möchte wetten, dass Sie sich beim Blick durch das Fernglas mit 10-facher Vergrößerung wie ein Pferd mit Scheuklappen vorkommen werden. Zum anderen bedeutet eine geringere Vergrößerung eine höhere Bildstabilität.

DAS TERRA 8X32 (LINKS) IST ETWA GLEICH GROSS WIE DAS CONQUEST-MODELL MIT DERSELBEN VERGRÖSSERUNG UND OBJEKTIVGRÖSSE (DRITTES), ES KOSTET ABER NUR DIE HÄLFTE. DASSELBE GILT FÜR DAS TERRA 10X32 (ZWEITES) UND CONQUEST 10X42 (RECHTS AUSSEN). ALLERDINGS SIND DIE CONQUEST-MODELLE DEN TERRA-MODELLEN OPTISCH UND ERGONOMISCH ÜBERLEGEN UND BIETEN EIN GUTES PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS. SIE HABEN DIE W

DIE KANDIDATENIn dieser Bewertung geht es um Einstiegsmodelle und Produkte im mittleren Preissegment von ZEISS – schwerpunktmäßig auf der Terra ED-Produktreihe in der Preisgruppe unter 10.000 Rand (ca. 617 Euro) und der Conquest HD-Reihe (bei 12.000 – 15.000 Rand; 742 bis 927 Euro). In jeder Klasse wurde ein kompaktes Fernglas (8×32) und ein größeres Modell (10×42) getestet. Bei der Conquest-Reihe war auch das mittlere Modell (8×42) dabei, während für Terra das ausgesprochen niedliche Modell Pocket 8×25 ins Rennen ging. Ich habe drei Monate damit verbracht, mit diesen im glühend heißen Bushveld-Komplex, auf Feuchtwiesen und an salzigen Küstenstreifen umherzuwandern. Ich habe auch viele Vogelbeobachter-Kollegen unterschiedlichen Alters- und Erfahrungsstufen eingespannt und nach ihrer Meinung gefragt.

MASSSTÄBE SETZENDie ZEISS Produkte setzten die Messlatte gleich von Anfang an hoch. Sie werden in einer modernen und minimalistischen weißen Box geliefert, die beim Auffalten ihren wertvollen, in Schaumstoff gebetteten Inhalt offenbart.

Die edle Verpackung zeigt sehr deutlich, dass es sich hier um deutsche Ingenieurskunst handelt. Ihr Inhalt erweckt den Eindruck, dass Sie die richtige Entscheidung getroffen haben, und zaubert Ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Davon ausgenommen ist jedoch das Pocket-Modell, das in einem durchsichtigen, robusten Kunststoffbehälter geliefert wird. Standardmäßig sind bei allen Modellen diverse Zubehörteile dabei: ein Komfort-Tragegurt aus Neopren – im Falle der Conquest-Modelle mit Luftpolster – sowie ein strapazierfähiger Spritzschutz für Augenmuscheln und Objektivabdeckungen, ein Objektivreinigungstuch und die relevanten Handbücher und Dokumentationen. Ebenfalls enthalten ist eine stoßfeste Transporttasche aus robustem Material, die an einem Gurt oder Riemen befestigt werden kann.

Die Terra-Modelle bieten eine zweijährige Gewährleistung auf Fertigungsmängel; bei den höherpreisigen Conquest-Modellen ist diese auf zehn Jahre erweitert. Alle Ferngläser sind mit Stickstoff gefüllt und wasserdicht: die Terra-Modelle bis zu einem Meter, die Conquest-Modelle bis zu vier Meter.

EINPACKEN UND LOSZIEHEN: TERRA 8X25Für das ZEISS Terra Pocket 8×25 brauchen Sie keine tiefen Taschen. Und das meine ich sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne. Ich habe es häufig in letzer Minute auf meine morgendliche Joggingrunde mitgenommen, denn mit nur 310 g ist das Fernglas so leicht, dass Sie es völlig vergessen, bis Sie es wieder brauchen. Für mich kommt es bei einem erschwinglichen, extrem kompakten Fernglas genau darauf an. Sie sind die Rückfallebene für Notfallsituationen. Ich habe mir eines für das Auto gekauft, falls ich einmal etwas Seltenem auf die Spur kommen sollte oder über mir ein Greifvogel segelt, während ich im Stau stecke. Sie könnten es sogar unauffällig in der Handtasche Ihrer Frau in eine Konzerthalle oder ein Sportstadion mitnehmen. Natürlich ist seine optische Qualität der von größeren Modellen etwas unterlegen, aber nicht in dem Ausmaß, dass das Fernglas in den meisten Situationen Frust hervorrufen würde. Eines muss ich aber vorausschicken: Entscheiden Sie sich nicht für das Pocket-Modell mit 10-facher Vergrößerung, da eine derart hohe Vergrößerung bei einem Objektivdurchmesser von lediglich 25 mm zu einem extrem eingeschränkten Sehfeld führt.

Dieses war übrigens der Favorit meines vierjährigen Sohnes. Mehr als einmal hat er sich damit aus meinem Büro gestohlen, um den Garten auszukundschaften. Wenn man seinen relativ günstigen Preis und das robuste Design berücksichtigt, wäre dieses Fernglas ideal, um Kinder in die Welt der Vogelbeobachtung einzuführen. Die blauen Verstellringe unter den Augenmuscheln sprechen den Designer in mir wirklich an. Sie sind ein cleveres Stück Marketing von ZEISS, das anstelle von Codes lieber einprägsame Wörter als Namen für seine verschiedenen Produkte auswählt.

VORTEILE: Winzig und extrem leicht; passt in jede Tasche.
NACHTEILE: Fokusring ist klein und liegt ungünstig für große Hände. Individuelle Augeneinstellung zu flexibel.
IDEAL FÜR: Wanderer, Jogger, gelegentliche Nutzer und eilige Vogelbeobachtungen. Eine sehr gute Wahl für Kinder.

DAS MODELL TERRA POCKET 8X25 IST DAS GÜNSTIGSTE FERNGLAS VON ZEISS. TROTZDEM IST ES EIN AUSSERGEWÖHNLICHES INSTRUMENT, DAS OPTISCHE MEISTERLEISTUNGEN VOLLBRINGT. MIT GERADE EINMAL 300 G GEWICHT UND EINER LÄNGE VON 111 MM IST ES PERFEKT FÜR DIE VOGELBEOBACHTUNG UNTERWEGS

FANTASTISCHES TERRA EDZEISS bezeichnet diese Reihe ziemlich bescheiden als Ferngläser der Einstiegsklasse. Sie verfügen über SCHOTT ED-Glas und – im Gegensatz zum HD-Objektiv mit LotuTec-Beschichtung der Conquest-Reihe – über eine hydrophobe Beschichtung. Die Unterschiede in der optischen Qualität und Ergonomie sind offensichtlich, aber nicht frappierend. Ich war von der Benutzerfreundlichkeit und Stabilität des Fokussiermechanismus beeindruckt – insbesondere bei den kleineren Modellen 8×32. Ich würde sie mindestens auf derselben, wenn nicht etwas höheren Qualitätsstufe einordnen als die Conquest-Modelle. Das Modell ist perfekt, um die aufgescheuchte Steppenralle schnell in den Fokus zu rücken und scharf zu stellen, bis sie wieder mit baumelnden Beinen auf den Boden zurücksegelt, um nach Deckung zu suchen. Beim Terra 10×42 ist der Fokus vielleicht ein wenig zu schnell, weshalb die Scharfstellung etwas Feingefühl erfordert.
Bei etwas über 8000 Rand (ca. 186 Euro) kostet das Terra ED-Modell halb so viel wie das Conquest-Modell. Es hält vielleicht kein Leben lang, aber Sie können ja einfach eines nachkaufen, wenn Sie das erste irgendwie kaputt gemacht haben (was ich stark bezweifle). Ich würde das Fernglas Leuten empfehlen, die der Vogelbeobachtung mit Leidenschaft, aber nicht obsessiv nachgehen. Wenn Sie Vögel nur am Wochenende beobachten oder Ihr Fernglas zu Hause im Schrank aufbewahren, dann ist das das richtige Modell für Sie. Wenn Sie sich vor der Arbeit drücken, um unter der Woche Vögel zu beobachten, und Ihr Fernglas auf dem Küchentisch liegen haben, dann lesen Sie weiter. Das kleinere Modell 8×32 ist perfekt für alle, die kleinere Hände haben oder bereits Kameras, Teleskope und andere Ausrüstungsgegenstände mitschleppen müssen. Für einige weibliche Tester war dieses Modell die erste Wahl. Ah, und was wäre das Leben ohne das gewisse Etwas? Abgesehen von der Standardfarbe Schwarz sind die Terra-Modelle auch in schickem Schwarz/Grau und attraktivem Schwarz/Grün erhältlich. Die auffällige Version in Hellblau wird nicht mehr hergestellt.

VORTEILE: Gute optische Leistung, insbesondere im Umgang mit Blendlicht, zu einem angemessenen Preis. Leichtgängiger, intuitiver Fokus.
NACHTEILE: Gummiertes Gehäuse, Qualität der Konstruktion und Augenmuscheln insgesamt der Conquest-Modellreihe unterlegen. Die Einstellung der Dioptrien kann schwierig sein.
IDEAL FÜR: Anfänger oder fortgeschrittene Vogelbeobachter oder auch Ehepartner von Vogelbeobachtern, die ein wenig Interesse zeigen. Der perfekte Begleiter für die jährliche Safari oder Expedition. Eine ausgezeichnete Ausweichlösung für ernsthafte Vogelbeobachter, falls deren Lieblingsfernglas auf einer vogelkundlichen Reise im Ausland verloren gehen oder gestohlen werden sollte.

DAS HANDLICHE FÜR DAMEN: CONQUEST 8X32Ich muss etwas gestehen: Ich habe mich ein bisschen in das Conquest 8×32 verliebt. Das geringe Gewicht und die angenehme Ergonomie dieses Modells machen es, nun ja, wirklich unwiderstehlich und man möchte es immer in der Hand halten.

Das Modell 8×32 wiegt 630 g, etwa halb so viel wie die zwei größeren Terra-Modelle, und ist wesentlich leichter als das Conquest 42 mit seinen ca. 800 g. Das 8×32 misst 18 mm, das ist etwa eine Augenmuschelhöhe kürzer als das größere Conquest. Sein Nahfokusbereich liegt bei unglaublichen 1,5 m, das ist der kürzeste aller bewerteten Modelle (allerdings können die größeren Terra-Modelle da mithalten). Sie können praktisch Ihre eigenen Zehen scharf stellen. Abgesehen davon, dass Sie mit diesem Fernglas das Ergebnis der Pediküre in Augenschein nehmen können, eignet es sich perfekt zur Beobachtung von Schmetterlingen und Libellen.

Da es einen größeren Fokusbereich aufweist, bietet es das größte Sehfeld: 140 m auf 1 km, im Vergleich zu 128 m bei den Modellen 8×42 und 115 m bei den Modellen 10×42. Kleinere Objektive bedeuten geringe Verluste in Sachen Helligkeit und Lebendigkeit, wenn Sie Vögel bei schwacher Beleuchtung beobachten, beispielsweise in der Morgen- oder Abenddämmerung oder im Wald. Allerdings ist der Austrittspupillendurchmesser ziemlich nah an dem der Modelle 10×42 dran (4,2 mm im Vgl. zu 4,0 mm), er ist jedoch nicht so beeindruckend wie bei den Modellen 8×42 (5,3 mm). Ich persönlich würde mich für das maskulinere 8×42 entscheiden, aber die Entscheidung dafür fällt nur knapp aus.

VORTEILE: Fantastischer Nahfokus. Klein und leicht und trotzdem ausgezeichnete optische Leistung. Großes Sehfeld.
NACHTEILE: Geringfügig schlechtere Leistung als die Modelle x42 bei schlechten Lichtverhältnissen.
IDEAL FÜR: Frauen. Fotografen, die auch andere Ausrüstung tragen müssen. Wanderer. Oder für die Vogelbeobachtung in unwegsamem Gelände oder wildem Buschwerk.

CONQUEST HD x42: DAS PERFEKTE FERNGLAS FÜR DIE VOGELBEOBACHTUNG?
Letzten Endes haben die Conquest-Modelle mein Herz erobert. Sie erfüllen all die Anforderungen, die ich an ein Fernglas für die Vogelbeobachtung stelle: eine unglaublich klare Optik, eine hohe Lichtübertragung, Komfort und Ergonomie und eine einzigartige Robustheit. Auf letzteres möchte ich noch näher eingehen. Ich konnte es mir zwar nicht erlauben, die zu bewertenden Produkte übertriebenen Prüfungen zu unterziehen, um reale Bedingungen zu simulieren, es gibt aber mehrere Stunden unterhaltsamer Onlinevideos von Testern, die genau das gemacht haben. Ich möchte dazu nur sagen, dass die Prüfungen in der Praxis, etwa gelegentliches Abwischen mit dem Shirt oder herunterfallen lassen, im Vergleich dazu ein Klacks sind. ZEISS hätte darauf gewettet, dass seine Conquest-Modelle extremen Reibungskräften, der Schwerkraft, Stößen, Temperaturen, Untertauchen, Schüssen und sogar Explosionen widerstehen können. Tatsächlich hat das Unternehmen Recht.

Eine praktische Eigenschaft der Conquest-Modelle, ist der Feststellmechanismus mit vier Positionen an den Augenmuscheln. Damit können Nutzer ihre bevorzugte Einstellung auswählen, anstatt sie vollständig hinein- oder herauszudrehen. Der Dioptrienausgleich, der sich unterhalb des rechten Okulars befindet, lässt sich einfach vornehmen. Er bleibt fixiert, während die Augenmuscheln nach innen und außen gedreht werden. Das Fokussierrad fühlt sich weich an, ist aber nicht übermäßig empfindlich. Die Verschiebung des Fokus mit idealer Geschwindigkeit von einem recht nahen Punkt, sagen wir 3 m, zum Horizont erfordert nur eine halbe Umdrehung, ohne dass der Zeigefinger angehoben und wieder angesetzt werden muss. Tatsächlich war das das größte Problem, das ich mit dem großen Vergleichsmodell des Conquest hatte, dem Victory HT; der diffizile Fokussiermechanismus des letzteren ist zwar sehr präzise und eignet sich etwa sehr gut für die Jagd, für die Vogelbeobachtung muss man aber schneller reagieren können.

MEINE ERSTE WAHL: DAS ZEISS CONQUEST 8X42. DIESES FERNGLAS IST AUSGESTATTET MIT EINEM ABNEHMBAREN SPRITZSCHUTZ FÜR DIE AUGENMUSCHELN, DER REGENWASSER ODER STAUB ABWEIST, SOWIE EINER OPTIONALEN ABDECKUNG FÜR DIE OBJEKTIVE; LETZTERE KANN MIT CLIPS SEITLICH AM GEHÄUSE BEFESTIGT WERDEN. ES IST HIER ZWAR NICHT ZU ERKENNEN, ABER DER TRAGEGURT AUS NEOPREN VERFÜGT ÜBER EIN BEQUEMES LUFTPOLSTER. GEHEN WIR AUF VOGELSCHAU!

Die Conquest-Modelle verfügen über weiche, aber robuste Augenmuscheln, die auch bei längeren Beobachtungen kein Unbehagen bereiten. Das Fernglas weist ein gummiertes Gehäuse auf, das sich hochwertig und robust anfühlt. Man hätte fast Lust es ein wenig härter anzufassen, nur um diese Robustheit zu testen, lässt es aber dann doch sein. Dieser Eindruck der Unverwüstlichkeit weckt Vertrauen in das Produkt. Das ist das Fernglas, das mich über Ozeane, durch die Wüste und die gefrorene Einöde auf der Suche nach Vögeln begleiten wird.
Es ist bei einem typischen Augenabstand 150 mm hoch und 120 mm breit – das sind keine kleinen Optiken. Trotzdem fühlt sich das Fernglas im Gebrauch weder sperrig noch schwerfällig an. Die Modelle 8×42 und 10×42 sind bezüglich Gewicht und Abmessungen gleich, deshalb fällt es schwer, her eine Wahl zu treffen. Wegen seiner höheren Lichtübertragung, der besseren Stabilität und dem größeren Sehfeld (128 m im Vgl. zu 115 m auf 1 km), würde ich das Modell 8×42 wählen, weil es wirklich vielseitig ist. Wenn Sie jedoch normalerweise auf freiem Feld und über weitere Entfernungen Vögel beobachten und eine ruhige Hand haben, könnte das Modell mit der stärkeren Vergrößerung (10x) das richtige für Sie sein.

Ich fand es interessant, dass Ryans Testteam im obengenannten Artikel das ZEISS Conquest als Produkt mit dem „zweifellos besten Preis-Leistungs-Verhältnis“ bezeichneten. Ich und zahlreiche Kollegen aus der Vogelbeobachtung – von meinem Schwiegervater, der sein Fernglas auf der Wildfarm deponiert, bis hin zu professionellen Reiseleitern, die mehr als 300 Tage pro Jahr unterwegs sind –, können dem voll und ganz zustimmen.

Allerdings ist es ein kostspieliges Fernglas: Sie könnten für denselben Preis zwei Terra-Ferngläser kaufen, aber nur ein halbes Victory HT und etwa ein Drittel eines Victory SF, das Vorzeigemodell von ZEISS. Gleichwohl könnte dies das letzte Fernglas zur Vogelbeobachtung sein, das Sie jemals kaufen.

Der Moment, in dem ich mich unwiderruflich dem Conquest verschrieben hatte kam, als ein paar Grauflügelige Frankoline in unseren Garten spazierten. Das Fernglas lag zufällig neben mir auf dem Tisch und ich griff danach, um mir diese zierlichen und scheuen Hühnervögel näher anzusehen. Obwohl ich diese Spezies vorher schon x-mal gesehen hatte, erlebte ich sie an diesem Tag aus einer völlig neuen Perspektive. Ich konnte jede einzelne Feder bis ins kleinste Detail und in atemberaubender Schärfe erkennen. Das ist definitiv der Moment, auf den ich hingearbeitet habe.

VORTEILE: Ausgezeichnete optische Leistung und Haltbarkeit. Perfekte Fokussiergeschwindigkeit. Augenmuscheln auf verschiedenen Einstellebenen.
NACHTEIL: Schwerer als kleinere Modelle.
IDEAL FÜR: Passionierte Vogelbeobachter. Forscher. Nutzer, die ein vielseitiges, leistungsfähiges Fernglas benötigen, mit denen sie viele Jahre auf Beobachtungstour gehen können.

Weitere Informationen und technische Daten finden Sie auf unserer Website: Conquest-Ferngläser und Terra-Ferngläser.