Bewertung von Terra ED und Conquest HD

Jedes schnell skizzierte Bild oder die Google-Bildsuche nach dem Wort „Birdwatcher“ machen es deutlich: Ferngläser und Vogelbeobachtung gehören einfach zusammen. Sie sind das Instrument, auf das kein Vogelbeobachter verzichten kann. Vielleicht besitzen Sie schon seit vielen Jahren ein hochwertiges Fernglas, finden angesichts der vielen Kratzspuren auf dem Objektiv aber, dass ein neues Modell angebracht wäre. Oder steigen Sie gerade in die Vogelbeobachtung ein und suchen Rat, welches Glas eine gute Wahl wäre? Wundern Sie sich etwa, warum Experten mit ihren Ferngläsern wesentlich mehr Details erkennen können als Sie?

Der Kauf des richtigen Fernglases ist alles andere als einfach. Es gibt scheinbar zahllose Marken und Modelle zur Auswahl, und ganz offen gesagt unterscheiden sich die Top-Marken nur geringfügig. In seiner ausführlichen Bewertung von 2013 (African Birdlife 1(3):48-52) kamen Peter Ryan und sein Team zu einer ähnlichen Schlussfolgerung: einer konvergenten Entwicklung in der Optik, könnte man sagen. Bisher galten ZEISS, Leica und Swarovski als die drei wichtigsten Hersteller von Ferngläsern. In letzter Zeit brachten aber auch Marken wie Minox, Kowa, Vortex, Lynx und andere hervorragende optische Lösungen zu wettbewerbsfähigen Preisen heraus.

Die Terra-Ferngläser für Einsteiger von ZEISS. Hier zu sehen sind das Modell Pocket 8x25, das an den blauen Verstellringen zu erkennen ist; das mittelgroße Modell ED 8x32 und das größere ED 10x42. Terra-Ferngläser sind in den Farben Schwarz, Grau oder Grün erhältlich.

VOGELBEOBACHTUNG MIT ZEISS
Seit einigen Jahren pflegt der deutsche Hersteller für Optiklösungen ZEISS Beziehungen mit BirdLife International und hat damit einen konkreten Beitrag zum Vogelschutz auf der ganzen Welt geleistet. Hierzu zählt beispielsweise das Sponsoring von Veranstaltungen von BirdLife South Africa sowie die Ausstattung wichtiger Mitarbeiter von BirdLife mit optischen Geräten. Darüber hinaus fließt ein beachtlicher Teil der Einnahmen für ZEISS Produkte, die über die Website von BirdLife South Africa vertrieben werden, direkt in die wichtige Vogelschutzarbeit dieser NGO. ZEISS leitet zudem Kurse, Ausflüge und schreibt Blogs: das ist echte Unterstützung für Vogelschutz und -beobachtung. Und deshalb finde ich, dass Vogelbeobachter das Unternehmen ebenfalls unterstützen sollten. Abgesehen davon, natürlich, dass es die weltbesten optischen Lösungen herstellt!

ZEISS versteht die Bedürfnisse von Vogelbeobachtern, die ihre Ausrüstung bekanntermaßen sehr gezielt auswählen, besondere Anforderungen daran stellen und sich gut damit auskennen. Außerdem macht ihre Ausrüstung während der Benutzung normalerweise so einiges mit. Das Unternehmen weiß auch, dass unterschiedliche Nutzer von Ferngläsern unterschiedliche Funktionen wünschen. Genau um diesen Aspekt ging es, als mir angeboten wurde, sechs ZEISS Ferngläser zu testen. Es ist nicht ratsam, ein teures Fernglas unbesehen oder ausschließlich auf Basis einer veröffentlichten Bewertung im Internet zu kaufen. Sie müssen das Produkt in die Hand nehmen, ein Gefühl für sein Gewicht und seine Balance entwickeln und vor allem ein paar Vögel finden, an denen Sie es ausprobieren können. Ich freute mich also über die Chance, die Ferngläser zu testen. Und zwar nicht, indem ich aus dem Bürofenster schaute oder Listen mit Spezifikationen verglich, sondern indem ich die Ferngläser mit nach draußen nahm. Denn nur dort konnte ich ihre jeweiligen Vor- und Nachteile wirklich herausfinden.

PRAXISTEST
Objektivdurchmesser. Austrittspupillendurchmesser. Dioptrienverstellbereich. Subjektiver Sehwinkel. Bewertungen von Ferngläsern zu lesen, kann anstrengend sein, wenn Sie keine Optometrie- oder Technikkenntnisse haben. Deshalb nehme ich Ihnen diese lästige Aufgabe ab. Ich glaube nicht, dass Sie alle diese Begriffe unbedingt verstehen müssen, bevor Sie ein neues Fernglas kaufen. Tatsächlich würde ich wetten, dass die meisten Vogelbeobachter die benutzerfreundlichen Funktionen und die Robustheit mehr schätzen als winzige Unterschiede bei der optischen Qualität und den technischen Spezifikationen. Ich erinnere mich da insbesondere an einen Kaprohrsänger, den ich durch ein ZEISS Victory HT beobachtete, dessen Bild sich mir förmlich auf der Netzhaut einbrannte. Der ZEISS Slogan trifft es auf den Kopf: Für diesen Moment arbeiten wir. Dies ist die Bewertung von einem Vogelbeobachter für Vogelbeobachter.

Es gibt nichts Schöneres, als einen Vogel bei gutem Licht und absolut scharf durch ein neues und hochwertiges Fernglas zu beobachten.

Insbesondere für die Beobachtung von Vogelscharen, von kleinen, quirligen Spezies oder in bewaldeten Umgebungen – wo sich beispielsweise Elisabethglanzstare tummeln – kann ein größeres Sehfeld vorteilhafter sein als eine höhere Vergrößerung. Beachten Sie den Amethystglanzstar unten rechts in der Ansicht mit 8-facher Vergrößerung. Die meisten stimmen zu, dass sie bei 8-facher Vergrößerung mehr Details erkennen können als bei einer etwas größeren, aber leicht verwackelten 10-fachen Vergrößerung.

STREITPUNKT: ZEHN ODER ACHT
Die größte Stärke von Ferngläsern liegt in der Vergrößerung eines Bilds. Auf diese kommt es an, wenn Sie einen Greifvogel, der sich mithilfe der Thermik bis hoch in die Wolken aufschwingt, so nah heran holen, um die wesentlichen Carpalflecken erkennen zu können; oder wenn Sie einen Schwarm Stelzvögel draußen im Watt so weit vergrößern, damit Sie den gegabelten Überaugenstreif ausmachen können, der den Sumpfläufer vom Zwergstrandläufer unterscheidet. Es mag logisch erscheinen, dass größer gleich besser ist: je höher die Vergrößerung, desto größer das Bild. Aus diesem Grund haben sich viele Vogelbeobachter, auch ich, bisher für Ferngläser mit 10-facher Vergrößerung entschieden. Nachdem ich aber welche mit 8-facher Vergrößerung ausprobiert habe, bin ich nun der festen Überzeugung, dass sie besser sind als Modelle mit 10-facher Vergrößerung. Eine kleinere Vergrößerung hat zwei wichtige Vorteile.

Zum einen bietet sie ein größeres Sehfeld. Für Vogelbeobachter, die schon jahrelange Übung darin haben, im Blätterdach versteckte Waldsänger ausfindig zu machen, ist das natürlich unerheblich. In den meisten Fällen macht der zusätzlich sichtbare Bereich bei geringer Vergrößerung das Leben aber einfacher. Das gilt insbesondere für dichtbewachsene Lebensräume, in denen man sich schnell bewegende Objekte schnell aus den Augen verliert. Oder auch für die Vogelbeobachtung auf einem Ozean, von einem wackelnden Schiff aus. Wenn Sie mir das nicht glauben, probieren Sie beide Modelle aus, aber das mit 8-facher Vergrößerung zuerst. Ich möchte wetten, dass Sie sich beim Blick durch das Fernglas mit 10-facher Vergrößerung wie ein Pferd mit Scheuklappen vorkommen werden. Zum anderen bedeutet eine geringere Vergrößerung eine höhere Bildstabilität.

Das Terra 8x32 (links) ist etwa gleich groß wie das Conquest-Modell mit derselben Vergrößerung und Objektivgröße (drittes), es kostet aber nur die Hälfte. Dasselbe gilt für das Terra 10x32 (zweites) und Conquest 10x42 (rechts außen). Allerdings sind die Conquest-Modelle den Terra-Modellen optisch und ergonomisch überlegen und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie haben die Wahl.

DIE KANDIDATEN
In dieser Bewertung geht es um Einstiegsmodelle und Produkte im mittleren Preissegment von ZEISS – schwerpunktmäßig auf der Terra ED-Produktreihe in der Preisgruppe unter 10.000 Rand (ca. 617 Euro) und der Conquest HD-Reihe (bei 12.000 – 15.000 Rand; 742 bis 927 Euro). In jeder Klasse wurde ein kompaktes Fernglas (8×32) und ein größeres Modell (10×42) getestet. Bei der Conquest-Reihe war auch das mittlere Modell (8×42) dabei, während für Terra das ausgesprochen niedliche Modell Pocket 8×25 ins Rennen ging. Ich habe drei Monate damit verbracht, mit diesen im glühend heißen Bushveld-Komplex, auf Feuchtwiesen und an salzigen Küstenstreifen umherzuwandern. Ich habe auch viele Vogelbeobachter-Kollegen unterschiedlichen Alters- und Erfahrungsstufen eingespannt und nach ihrer Meinung gefragt.

MASSSTÄBE SETZEN
Die ZEISS Produkte setzten die Messlatte gleich von Anfang an hoch. Sie werden in einer modernen und minimalistischen weißen Box geliefert, die beim Auffalten ihren wertvollen, in Schaumstoff gebetteten Inhalt offenbart.

Die edle Verpackung zeigt sehr deutlich, dass es sich hier um deutsche Ingenieurskunst handelt. Ihr Inhalt erweckt den Eindruck, dass Sie die richtige Entscheidung getroffen haben, und zaubert Ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Davon ausgenommen ist jedoch das Pocket-Modell, das in einem durchsichtigen, robusten Kunststoffbehälter geliefert wird. Standardmäßig sind bei allen Modellen diverse Zubehörteile dabei: ein Komfort-Tragegurt aus Neopren – im Falle der Conquest-Modelle mit Luftpolster – sowie ein strapazierfähiger Spritzschutz für Augenmuscheln und Objektivabdeckungen, ein Objektivreinigungstuch und die relevanten Handbücher und Dokumentationen. Ebenfalls enthalten ist eine stoßfeste Transporttasche aus robustem Material, die an einem Gurt oder Riemen befestigt werden kann.

Die Terra-Modelle bieten eine zweijährige Gewährleistung auf Fertigungsmängel; bei den höherpreisigen Conquest-Modellen ist diese auf zehn Jahre erweitert. Alle Ferngläser sind mit Stickstoff gefüllt und wasserdicht: die Terra-Modelle bis zu einem Meter, die Conquest-Modelle bis zu vier Meter.

EINPACKEN UND LOSZIEHEN: TERRA 8X25
Für das ZEISS Terra Pocket 8×25 brauchen Sie keine tiefen Taschen. Und das meine ich sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne. Ich habe es häufig in letzer Minute auf meine morgendliche Joggingrunde mitgenommen, denn mit nur 310 g ist das Fernglas so leicht, dass Sie es völlig vergessen, bis Sie es wieder brauchen. Für mich kommt es bei einem erschwinglichen, extrem kompakten Fernglas genau darauf an. Sie sind die Rückfallebene für Notfallsituationen. Ich habe mir eines für das Auto gekauft, falls ich einmal etwas Seltenem auf die Spur kommen sollte oder über mir ein Greifvogel segelt, während ich im Stau stecke. Sie könnten es sogar unauffällig in der Handtasche Ihrer Frau in eine Konzerthalle oder ein Sportstadion mitnehmen. Natürlich ist seine optische Qualität der von größeren Modellen etwas unterlegen, aber nicht in dem Ausmaß, dass das Fernglas in den meisten Situationen Frust hervorrufen würde. Eines muss ich aber vorausschicken: Entscheiden Sie sich nicht für das Pocket-Modell mit 10-facher Vergrößerung, da eine derart hohe Vergrößerung bei einem Objektivdurchmesser von lediglich 25 mm zu einem extrem eingeschränkten Sehfeld führt.

Dieses war übrigens der Favorit meines vierjährigen Sohnes. Mehr als einmal hat er sich damit aus meinem Büro gestohlen, um den Garten auszukundschaften. Wenn man seinen relativ günstigen Preis und das robuste Design berücksichtigt, wäre dieses Fernglas ideal, um Kinder in die Welt der Vogelbeobachtung einzuführen. Die blauen Verstellringe unter den Augenmuscheln sprechen den Designer in mir wirklich an. Sie sind ein cleveres Stück Marketing von ZEISS, das anstelle von Codes lieber einprägsame Wörter als Namen für seine verschiedenen Produkte auswählt.

VORTEILE: Winzig und extrem leicht; passt in jede Tasche.
NACHTEILE: Fokusring ist klein und liegt ungünstig für große Hände. Individuelle Augeneinstellung zu flexibel.
IDEAL FÜR: Wanderer, Jogger, gelegentliche Nutzer und eilige Vogelbeobachtungen. Eine sehr gute Wahl für Kinder.

Das Modell Terra Pocket 8x25 ist das günstigste Fernglas von ZEISS. Trotzdem ist es ein außergewöhnliches Instrument, das optische Meisterleistungen vollbringt. Mit gerade einmal 300 g Gewicht und einer Länge von 111 mm ist es perfekt für die Vogelbeobachtung unterwegs.

FANTASTISCHES TERRA ED
ZEISS bezeichnet diese Reihe ziemlich bescheiden als Ferngläser der Einstiegsklasse. Sie verfügen über SCHOTT ED-Glas und – im Gegensatz zum HD-Objektiv mit LotuTec-Beschichtung der Conquest-Reihe – über eine hydrophobe Beschichtung. Die Unterschiede in der optischen Qualität und Ergonomie sind offensichtlich, aber nicht frappierend. Ich war von der Benutzerfreundlichkeit und Stabilität des Fokussiermechanismus beeindruckt – insbesondere bei den kleineren Modellen 8×32. Ich würde sie mindestens auf derselben, wenn nicht etwas höheren Qualitätsstufe einordnen als die Conquest-Modelle. Das Modell ist perfekt, um die aufgescheuchte Steppenralle schnell in den Fokus zu rücken und scharf zu stellen, bis sie wieder mit baumelnden Beinen auf den Boden zurücksegelt, um nach Deckung zu suchen. Beim Terra 10×42 ist der Fokus vielleicht ein wenig zu schnell, weshalb die Scharfstellung etwas Feingefühl erfordert.
Bei etwas über 8000 Rand (ca. 186 Euro) kostet das Terra ED-Modell halb so viel wie das Conquest-Modell. Es hält vielleicht kein Leben lang, aber Sie können ja einfach eines nachkaufen, wenn Sie das erste irgendwie kaputt gemacht haben (was ich stark bezweifle). Ich würde das Fernglas Leuten empfehlen, die der Vogelbeobachtung mit Leidenschaft, aber nicht obsessiv nachgehen. Wenn Sie Vögel nur am Wochenende beobachten oder Ihr Fernglas zu Hause im Schrank aufbewahren, dann ist das das richtige Modell für Sie. Wenn Sie sich vor der Arbeit drücken, um unter der Woche Vögel zu beobachten, und Ihr Fernglas auf dem Küchentisch liegen haben, dann lesen Sie weiter. Das kleinere Modell 8×32 ist perfekt für alle, die kleinere Hände haben oder bereits Kameras, Teleskope und andere Ausrüstungsgegenstände mitschleppen müssen. Für einige weibliche Tester war dieses Modell die erste Wahl. Ah, und was wäre das Leben ohne das gewisse Etwas? Abgesehen von der Standardfarbe Schwarz sind die Terra-Modelle auch in schickem Schwarz/Grau und attraktivem Schwarz/Grün erhältlich. Die auffällige Version in Hellblau wird nicht mehr hergestellt.

VORTEILE: Gute optische Leistung, insbesondere im Umgang mit Blendlicht, zu einem angemessenen Preis. Leichtgängiger, intuitiver Fokus.
NACHTEILE: Gummiertes Gehäuse, Qualität der Konstruktion und Augenmuscheln insgesamt der Conquest-Modellreihe unterlegen. Die Einstellung der Dioptrien kann schwierig sein.
IDEAL FÜR: Anfänger oder fortgeschrittene Vogelbeobachter oder auch Ehepartner von Vogelbeobachtern, die ein wenig Interesse zeigen. Der perfekte Begleiter für die jährliche Safari oder Expedition. Eine ausgezeichnete Ausweichlösung für ernsthafte Vogelbeobachter, falls deren Lieblingsfernglas auf einer vogelkundlichen Reise im Ausland verloren gehen oder gestohlen werden sollte.

DAS HANDLICHE FÜR DAMEN: CONQUEST 8X32
Ich muss etwas gestehen: Ich habe mich ein bisschen in das Conquest 8×32 verliebt. Das geringe Gewicht und die angenehme Ergonomie dieses Modells machen es, nun ja, wirklich unwiderstehlich und man möchte es immer in der Hand halten.

Das Modell 8×32 wiegt 630 g, etwa halb so viel wie die zwei größeren Terra-Modelle, und ist wesentlich leichter als das Conquest 42 mit seinen ca. 800 g. Das 8×32 misst 18 mm, das ist etwa eine Augenmuschelhöhe kürzer als das größere Conquest. Sein Nahfokusbereich liegt bei unglaublichen 1,5 m, das ist der kürzeste aller bewerteten Modelle (allerdings können die größeren Terra-Modelle da mithalten). Sie können praktisch Ihre eigenen Zehen scharf stellen. Abgesehen davon, dass Sie mit diesem Fernglas das Ergebnis der Pediküre in Augenschein nehmen können, eignet es sich perfekt zur Beobachtung von Schmetterlingen und Libellen.

Da es einen größeren Fokusbereich aufweist, bietet es das größte Sehfeld: 140 m auf 1 km, im Vergleich zu 128 m bei den Modellen 8×42 und 115 m bei den Modellen 10×42. Kleinere Objektive bedeuten geringe Verluste in Sachen Helligkeit und Lebendigkeit, wenn Sie Vögel bei schwacher Beleuchtung beobachten, beispielsweise in der Morgen- oder Abenddämmerung oder im Wald. Allerdings ist der Austrittspupillendurchmesser ziemlich nah an dem der Modelle 10×42 dran (4,2 mm im Vgl. zu 4,0 mm), er ist jedoch nicht so beeindruckend wie bei den Modellen 8×42 (5,3 mm). Ich persönlich würde mich für das maskulinere 8×42 entscheiden, aber die Entscheidung dafür fällt nur knapp aus.

VORTEILE: Fantastischer Nahfokus. Klein und leicht und trotzdem ausgezeichnete optische Leistung. Großes Sehfeld.
NACHTEILE: Geringfügig schlechtere Leistung als die Modelle x42 bei schlechten Lichtverhältnissen.
IDEAL FÜR: Frauen. Fotografen, die auch andere Ausrüstung tragen müssen. Wanderer. Oder für die Vogelbeobachtung in unwegsamem Gelände oder wildem Buschwerk.

CONQUEST HD x42: DAS PERFEKTE FERNGLAS FÜR DIE VOGELBEOBACHTUNG?
Letzten Endes haben die Conquest-Modelle mein Herz erobert. Sie erfüllen all die Anforderungen, die ich an ein Fernglas für die Vogelbeobachtung stelle: eine unglaublich klare Optik, eine hohe Lichtübertragung, Komfort und Ergonomie und eine einzigartige Robustheit. Auf letzteres möchte ich noch näher eingehen. Ich konnte es mir zwar nicht erlauben, die zu bewertenden Produkte übertriebenen Prüfungen zu unterziehen, um reale Bedingungen zu simulieren, es gibt aber mehrere Stunden unterhaltsamer Onlinevideos von Testern, die genau das gemacht haben. Ich möchte dazu nur sagen, dass die Prüfungen in der Praxis, etwa gelegentliches Abwischen mit dem Shirt oder herunterfallen lassen, im Vergleich dazu ein Klacks sind. ZEISS hätte darauf gewettet, dass seine Conquest-Modelle extremen Reibungskräften, der Schwerkraft, Stößen, Temperaturen, Untertauchen, Schüssen und sogar Explosionen widerstehen können. Tatsächlich hat das Unternehmen Recht.

Eine praktische Eigenschaft der Conquest-Modelle, ist der Feststellmechanismus mit vier Positionen an den Augenmuscheln. Damit können Nutzer ihre bevorzugte Einstellung auswählen, anstatt sie vollständig hinein- oder herauszudrehen. Der Dioptrienausgleich, der sich unterhalb des rechten Okulars befindet, lässt sich einfach vornehmen. Er bleibt fixiert, während die Augenmuscheln nach innen und außen gedreht werden. Das Fokussierrad fühlt sich weich an, ist aber nicht übermäßig empfindlich. Die Verschiebung des Fokus mit idealer Geschwindigkeit von einem recht nahen Punkt, sagen wir 3 m, zum Horizont erfordert nur eine halbe Umdrehung, ohne dass der Zeigefinger angehoben und wieder angesetzt werden muss. Tatsächlich war das das größte Problem, das ich mit dem großen Vergleichsmodell des Conquest hatte, dem Victory HT; der diffizile Fokussiermechanismus des letzteren ist zwar sehr präzise und eignet sich etwa sehr gut für die Jagd, für die Vogelbeobachtung muss man aber schneller reagieren können.

Meine erste Wahl: das Zeiss Conquest 8x42. Dieses Fernglas ist ausgestattet mit einem abnehmbaren Spritzschutz für die Augenmuscheln, der Regenwasser oder Staub abweist, sowie einer optionalen Abdeckung für die Objektive; letztere kann mit Clips seitlich am Gehäuse befestigt werden. Es ist hier zwar nicht zu erkennen, aber der Tragegurt aus Neopren verfügt über ein bequemes Luftpolster. Gehen wir auf Vogelschau!

Die Conquest-Modelle verfügen über weiche, aber robuste Augenmuscheln, die auch bei längeren Beobachtungen kein Unbehagen bereiten. Das Fernglas weist ein gummiertes Gehäuse auf, das sich hochwertig und robust anfühlt. Man hätte fast Lust es ein wenig härter anzufassen, nur um diese Robustheit zu testen, lässt es aber dann doch sein. Dieser Eindruck der Unverwüstlichkeit weckt Vertrauen in das Produkt. Das ist das Fernglas, das mich über Ozeane, durch die Wüste und die gefrorene Einöde auf der Suche nach Vögeln begleiten wird.
Es ist bei einem typischen Augenabstand 150 mm hoch und 120 mm breit – das sind keine kleinen Optiken. Trotzdem fühlt sich das Fernglas im Gebrauch weder sperrig noch schwerfällig an. Die Modelle 8×42 und 10×42 sind bezüglich Gewicht und Abmessungen gleich, deshalb fällt es schwer, her eine Wahl zu treffen. Wegen seiner höheren Lichtübertragung, der besseren Stabilität und dem größeren Sehfeld (128 m im Vgl. zu 115 m auf 1 km), würde ich das Modell 8×42 wählen, weil es wirklich vielseitig ist. Wenn Sie jedoch normalerweise auf freiem Feld und über weitere Entfernungen Vögel beobachten und eine ruhige Hand haben, könnte das Modell mit der stärkeren Vergrößerung (10x) das richtige für Sie sein.

Ich fand es interessant, dass Ryans Testteam im obengenannten Artikel das ZEISS Conquest als Produkt mit dem „zweifellos besten Preis-Leistungs-Verhältnis“ bezeichneten. Ich und zahlreiche Kollegen aus der Vogelbeobachtung – von meinem Schwiegervater, der sein Fernglas auf der Wildfarm deponiert, bis hin zu professionellen Reiseleitern, die mehr als 300 Tage pro Jahr unterwegs sind –, können dem voll und ganz zustimmen.

Allerdings ist es ein kostspieliges Fernglas: Sie könnten für denselben Preis zwei Terra-Ferngläser kaufen, aber nur ein halbes Victory HT und etwa ein Drittel eines Victory SF, das Vorzeigemodell von ZEISS. Gleichwohl könnte dies das letzte Fernglas zur Vogelbeobachtung sein, das Sie jemals kaufen.

Der Moment, in dem ich mich unwiderruflich dem Conquest verschrieben hatte kam, als ein paar Grauflügelige Frankoline in unseren Garten spazierten. Das Fernglas lag zufällig neben mir auf dem Tisch und ich griff danach, um mir diese zierlichen und scheuen Hühnervögel näher anzusehen. Obwohl ich diese Spezies vorher schon x-mal gesehen hatte, erlebte ich sie an diesem Tag aus einer völlig neuen Perspektive. Ich konnte jede einzelne Feder bis ins kleinste Detail und in atemberaubender Schärfe erkennen. Das ist definitiv der Moment, auf den ich hingearbeitet habe.

VORTEILE: Ausgezeichnete optische Leistung und Haltbarkeit. Perfekte Fokussiergeschwindigkeit. Augenmuscheln auf verschiedenen Einstellebenen.
NACHTEIL: Schwerer als kleinere Modelle.
IDEAL FÜR: Passionierte Vogelbeobachter. Forscher. Nutzer, die ein vielseitiges, leistungsfähiges Fernglas benötigen, mit denen sie viele Jahre auf Beobachtungstour gehen können.

Weitere Informationen und technische Daten finden Sie auf unserer Website: Conquest-Ferngläser und Terra-Ferngläser.

Faansie Peacock

Als Künstler und Autor muss Faansie Peacock für die Vogelforschung bestens über das Federkleid, den Körperbau und das Verhalten von Vögeln Bescheid wissen. Mit dem ZEISS Conquest 8×42 kann er diese Anforderungen perfekt erfüllen.