Revier Schenkenberg Kanton Aargau Schweiz
Schenkenberg ist die Ruine einer Höhenburg oberhalb von Thalheim im Schweizer Kanton Aargau.

Liebevoll blicke ich meinen Vater an. Wie die Zeit vergeht. Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass er versucht hat, mir sein Wissen über die Natur und Jagd weiterzugeben. Nun pirschen wir gemeinsam durchs Revier.
Es sind mehr als 20 Jahre vergangen, seit ich das erste Mal zur Jagd mitdurfte. Sicherlich habe ich meinem Vater einiges vertrieben, weil ich nicht stillsitzen konnte oder einfach auf dem Hochsitz eingeschlafen bin. Doch diese Zeit ist unbezahlbar.

Wir befinden uns im Revier Schenkenberg im Kanton Aargau in der Schweiz.
Hier in diesem Revier habe ich meinen Jagdlehrgang absolviert, und bin nun zu Gast bei meinem Vater, der hier Pächter ist: Sein jagdliches Zuhause seit vielen Jahren.

Ausflug in die eigene Vergangenheit. Im Revier Schenkenberg lernte Sabrina Bloch das Jagen.

In der Natur tankt Sabrina am liebsten neue Energie.

Der Nebel und der Nieselregen verleihen dem Wald eine ganz besondere Stimmung.

Mehr als 20 Jahre liegt Sabrinas erste Jagd in diesem Revier zurück.

Seit drei Tagen nun schlafe ich hier in der Jagdhütte und pirsche einem Rehbock nach. Zwei Böcke hatte ich bisher in Anblick.

Der Nebel und der Nieselregen verleihen dem Wald eine ganz besondere Stimmung. Ein durchsichtiger Schleier, der sich über die Bäume legt und wabert.

Leise bewege ich mich in die Richtung der kleinen Lichtung im Wald. Ich erblicke eine Ricke, zwei bis drei kleine Schritte nach vorne – und da bekomme ich den Rehbock ins Glas.

Die Rehe äsen und ziehen sich langsam in den Wald zurück. Für einen Schuss hat es nicht gepasst. Ich habe in meinem Leben bisher so viele Rehe sehen dürfen, doch die Freude, wenn ich eines erblicke, ist immer noch dieselbe und wird es auch immer bleiben.

 

Am Abend gehe ich auf den Ansitz. Zufrieden lasse ich meine Seele baumeln und tanke Energie. Aber leider lässt sich kein Bock blicken. Doch das Telefon klingelt. Am anderen Ende mein Vater. Waidmannsheil Papi.

  • Zu Gast beim Vater im Revier Schenkenberg: seinem jagdlichen Zuhause seit vielen Jahren.

  • Gemeinsam geht es durchs Revier.

  • Gemeinsames waidwerken mit dem Vater.

  • Vom Vater zur Tochter - bei der Jagd zählt auch die Erfahrung, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Geburtstag – Stimmt, das ist auch noch. Meine besten Freunde und meine Mama kommen in die kleine Hütte. Obwohl ich heute 30 Jahre alt werde, groß feiern möchte ich nicht. Genauso wie es ist, das entspricht mir am meisten.
Ein riesiges Schmunzeln breitet sich über mein Gesicht als ich meine Mama Luftballons aufblasen sehe. Vieles hat sich geändert, aber eben doch nicht alles.
Wir grillen Wild, schwatzen und genießen den Abend gemeinsam.

Langsam wird es dunkel draußen und wir zünden die Öllampen an. Durchs Fenster sieht man die Lichter vom unterhalb liegendem Dorf. Fast kitschig. Ich blicke zur kleinen Küche mit Gaskocher in der Jagdhütte, hier konnte man früher übernachten. Da habe ich als Kind Siebenschläfer gesehen.

Ich konnte den Bock zu frühen Stunden bei einer Pirsch erlegen.

Schon am ersten Arbeitstag klingelt mein Telefon. Ich höre eine bekannte und freudige Stimme am anderen Ende:
„Salut Sabrina, schön wars mit euch und danke für die Zeit. Ach ja, ich möchte dir mitteilen, ich konnte den Bock zu frühen Stunden bei einer Pirsch erlegen.“

Waidmannsheil lieber Papi, es bedarf eben doch viel Geschick, Ausdauer und vor allem Erfahrung – ich freue mich, weiterhin mit dir zu waidwerken und am Feuer zu berichten.