Jagd als Lebensgefühl

Los Angeles
Brittany Boddington, 31 Jahre, aus dem urbanen Los Angeles ist passionierte Jägerin. Sie arbeitet als Autorin und Moderatorin und hat das „She Hunts Skill Camp“ für Frauen gegründet.

Die Art wie wir jagen, hängt von unterschiedlichen Wildarten, Regionen, Jagdkulturen und -techniken ab. Doch die Leidenschaft und die Freude an der Natur ist überall auf der Welt die gleiche. Für unseren Artikel unterhielten wir uns mit drei Jungjägern

aus verschiedenen Ecken der Welt über ihre ersten Jagdeindrücke, wie sie zur Jagd kamen und was das Jagen heute für sie bedeutet. Teil eins unserer Reihe – ein Portrait mit Brittany Boddington, Autorin und Moderatorin in Los Angeles.

Nach der Highschool begann Brittany zu verreisen und verliebte sich in die Schönheit und Artenvielfalt der Natur.

Mein Vater ist zwar Jäger, aber als Kind habe ich ihn nicht beim Jagen begleitet. Meine Leidenschaft dazu entdeckte ich erst nach der Highschool, als ich mit dem Reisen begann und mich in die Schönheit und Artenvielfalt der Natur verliebte. In Süd-Kalifornien, wo ich meine Kindheit verbrachte, gehört die Jagd nicht zu den etablierten Freizeitbeschäftigungen und auch meine Freunde brachten wenig Verständnis für das Hobby meines Vaters auf.

Das erste Jagderlebnis war eine Schwarzwildjagd im Herzen von Kalifornien. Ich erzählte meinem Vater, dass ich mit dem Jagen anfangen wollte. Der war aber nicht überzeugt davon, dass ich tatsächlich fähig wäre, den Finger am Abzug krumm zu machen.

Wir standen auf einem Bergrücken, als die Schwarzkittel vom gegenüber liegenden Hügel wechselten. „Schieß das mit dem schwarzen Punkt!“, sagte mein Vater und ich nahm es ins Visier. Aber ich wartete bis die Rotte verhoffte. Und dann schoss ich.

Mein Vater sah mich an und fragte mich, wie ich mich fühlte, der Zweifel stand ihm ins Gesicht geschrieben. Voller Aufregung und in gelöster Anspannung antwortete ich mit einer Gegenfrage: „Habe ich getroffen? Können wir es uns ansehen?“. Als wir das Stück fanden, war ich überglücklich, exakt so getroffen zu haben. Ich war stolz, aber auch dankbar gegenüber dem Tier für das Fleisch, das ich mit nach Hause nehmen und mit Freunden und Familie verzehren konnte.

Meine Erfahrungen haben mir eine andere Perspektive auf das Leben gegeben und mir geholfen zu erkennen, was wirklich wichtig ist.

Brittany Boddington (31 Jahre)

Jagen bedeutet für mich mehr als nur Leidenschaft oder Zeitvertreib. Alles was ich mache geschieht in Vorbereitung für mein nächstes Jagdabenteuer. Denn wenn ich in der Weite der Natur unterwegs bin und jage, fühle ich mich richtig lebendig.

Meine Erfahrungen haben mir eine andere Perspektive auf das Leben gegeben und mir geholfen zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Jagen hat mich zu einer geduldigeren Person gemacht. Es lehrte mich, zu denken bevor ich handle.

Vieles von dem, was ich für das Verfolgen von Wild lernen musste, hat auch Einfluss darauf, wie ich mich in meinem täglichen Leben verhalte.

Jedes Mal, wenn ich auf der Jagd bin, lerne ich Neues dazu. Ich wachse an den Herausforderungen und entwickle mich weiter.

Für die Jagd ist es für mich wichtig, jedes Mal zu überprüfen ob mein Equipment vollständig und in einwandfreiem Zustand ist.

Meine Jagdtage sind wegen der unterschiedlichen Wildarten und Regionen alles andere als Routine. Doch es gibt auch Dinge, die immer gleich bleiben. Ich prüfe zum Beispiel jedes Mal ob mein Equipment vollständig und in einwandfreiem Zustand ist. Die Reinigung und der Check der Optik beispielsweise gehören ebenfalls einfach dazu, damit Staub und Fremdkörper mich nicht einschränken, den perfekten Schuss zu setzen.

Meinem Traum ist es, überall auf der Welt die Faszination einer Jagd zu erleben. Ich träume aber auch davon, dass weltweit erkannt und akzeptiert wird, dass Jagd eine notwendige Maßnahme zur Bewahrung der Tierwelt ist und das Thema Jagen enttabuisiert wird.