David Carsten Pedersen über das Großziehen seines Jagdhundes "Mille"

Dänemark
Kopenhagen im Nordosten Dänemarks hat rund 613.000 Einwohner – unter ihnen ZEISS Ambassador David Casten Pedersen und seine Hündin Mille.

Katzen mögen dich. Aber Hunde lieben dich mehr als sich selbst.

David Carsten Pedersen

Mille ist stolz, wenn sie David einen Socken, einen Schuh ode Spielzeug bringt.

Ich habe schon Labradors einen halben Kilometer schwimmen und eine Gans aus dem November-kalten Ozean holen sehen. Ich habe sie Reh aus dem Dickicht schleppen sehen, das doppelt so schwer ist wie der Hund selbst. Und seit einem Monat sehe ich meinen Welpen alles anschleppen, was nicht niet- und nagelfest ist. Sie guckt ganz stolz, wenn sie mir eine Socke, einen Schuh oder ein Spielzeug bringt und sich dann hinlegt, mit dem Schwanz wedelt und lächelt. Ja. Sie lächelt.

Mille macht „Sitz", wedelt mit ihrem Schwanz und lächelt.

„Ich wußte gar nicht, dass Tiere einen so lieben können“, sagte meine Frau. Sie hatte nie einen Hund besessen und war mit zwei großen schwarzen Katern aufgewachsen. Zwei sehr zutrauliche Tiere, die sich viel gefallen ließen. Aber es waren halt eben Katzen. Katzen mögen dich. Aber Hunde lieben dich mehr als sich selbst. Und darum finden sie immer wieder Sachen, die nach dir riechen und stellen sie zur Schau wie der Fasan sein Federkleid.

Als ich Kind war, ging niemand mit seinem Hund zur Hundeschule.

David Carsten Pedersen

Davids Frau hatte nie einen Hund besessen.

Es gibt eigentlich keinen schlechten Hund. Aber man bekommt den Hund, den man verdient. Schon so manch einer hat es durch sein Gebrüll geschafft, einen Hund mit hervorragenden Anlagen zu verschrecken – nur, weil das Tier nicht das tat, was ihm befohlen wurde. Aber Hunde wissen zunächst einmal nicht, was du von ihnen erwartest. Du musst ihnen das richtige Verhalten schon beibringen und sie für ihren Gehorsam loben.

Es war Milles erster Tag der „Hundeschule“. Für einige Wochen hatte ich bereits mit ihr trainiert, aber mir war auch klar, dass professionelle Hilfe nicht schaden würde. Es stellte sich als die beste Entscheidung meines Hundebesitzer-Lebens heraus. Als ich Kind war, ging niemand mit seinem Hund zur Hundeschule. Jäger erzogen ihre Hunde selbst – mit recht unterschiedlichem Erfolg. Einige Hunde waren sehr gut. Viele jedoch nicht.

Mir scheint, dass viele erstmalige Hundebesitzer denken, man könne und solle den Hund allein erziehen, ohne Hilfe eines professionellen Hundetrainers. Hier bietet sich ein Vergleich mit dem Schießenlernen an.

Mille ging zur Hundeschule.

Man lernt in kurzer Zeit sehr viel mehr auf der Jagd in Begleitung eines erfahrenen Jägers. Das Schießen auf große Entfernungen gelingt besser mit einem guten Späher an der Seite. Und Tontaubenschießen ist wirklich nicht so schwer, wenn man einen guten Lehrer hat.

Hundeerziehung funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Alles fängt mit dir an.
Das Gehirn des Hundes gleicht einem Computer, auf dem bereits alles installiert ist. Man muss einfach nur den richtigen Knopf für das entsprechende Programm finden. Aber DU bist es, der das lernen muss. Alles auf einmal zu versuchen, bringt dir und dem Hund nur Stress.

Also, immer schön langsam, und viel Spass!“ Also machten wir langsam und begannen mit dem Üben von „Sitz“ und ruhigem Verhalten in Kontakt mit anderen Hunden. Darauf folgte das „Bei Fuß“-Gehen. Und „Platz!“ Gehorcht sie, gibt es sofort eine Leckerli zur Belohnung. „Du musst Augenkontakt herstellen, wenn du ihr einen Befehl gibst. Es stellt eine Verbindung her und erleichtert Kommandos.“ Augenkontakt mit Mille geht problemlos. Sie lächelt mit ihren Augen, ganz so, als wolle sie mir sagen: „Keine Sorge, Kumpel – wir kriegen das irgendwann hin. Ich helfe dir.“

Bleiben Sie dran für Teil 2 unserer Serie – demnächst auf dem ZEISS Hunting Blog.
Zum Teil #1 „Eine schwere Entscheidung“ kommen Sie hier.