Mit dem Victory SF auf Bockjagd – ein Bericht von Anna Lena Kaufmann

Schleswig-Holstein
Das Land zwischen den Meeren Nord- und Ostsee ist nach dem Saarland das zweitkleinste deutsche Flächenland.

Im Mai gibt die Natur für mich ihr schönstes Stück. Auf wundersame Weise vereinen sich die verschiedenen Klänge über den ganzen Tag zu einem vielstimmigen Orchester, bei dem man den Dirigenten vergebens sucht. Am Morgen eine Overtüre aus dem Singsang der Amsel, später der Ruf des Kuckucks im Wald und das Brummen der Bienen über dem satten Gelb des Rapses. Gegen Abend haben dann die Grillen noch einmal ihren großen Auftritt.

Der Mai hat es mir – wie kein anderer Monat – angetan. Es zieht mich raus. Zu Fuchs und Hase, denen ich immer wieder begegne. Und dann ist da noch dieses schwer beschreibbare Gefühl, das andere Jäger wohl Bockfieber nennen. Bei mir ist es kein richtiges Fieber, sondern eher eine Sehnsucht, ein Verlangen. Und die Vorfreude auf atemberaubend schöne Morgen und idyllische Abende im Revier.

Mit meinem Victory SF war es mir, als ob ich direkt neben ihm stünde.

Zwei Lauscher enttarnten ein weiteres weibliches Stück in der gelben Blütenpracht, das sichernd in meine Richtung äugte.

So ging es auch diesen lauen Abend im Mai wieder einmal hinaus in die holsteinische Feldflur. Die Sonne berührte bereits den Horizont und kündigte das Ende des Tages an. Der Wind kam aus Südost. Deshalb wählte ich den „Wachturm”, einen geschlossenen Sitz unweit der Waldkante mit einem Grünstreifen vor mir, Raps zur Rechten und Weizen zur Linken. Bereits beim Aufbaumen konnte ich am gegenüberliegenden Knick ein Schmalreh ausmachen, das sich nach zarten Knospen und jungen Blättern im Gehölz reckte. Ich beobachtete es eine Weile durch mein neues Victory SF. Ein Bild so klar und scharf, als ob ich direkt neben ihm stünde. Und während ich dem Stück gedankenversunken beim Äsen zuschaute, traten unbemerkt zwei weitere Stücke aus dem Wald hervor.

Ich nahm sie erst wahr, als sie bereits auf 40 Meter herangezogen waren. Mit bloßem Auge machte ich einen schwachen Jährling und ein ebenso schwaches Schmalreh aus. Vermutlich Zwillingskitze aus dem vergangenen Jahr. Der Bock war noch im Bast. Schmalrehe dürfen in Schleswig-Holstein erst ab September bejagt werden. Deshalb erfreute mich am Anblick und ließ meinen Blick weiter schweifen. Zwei Lauscher im gelben Blütenmeer des Rapses enttarnten ein weiteres weibliches Stück, das sichernd in meine Richtung äugte.

Ein letzter prüfender Blick durchs Zielfernrohr bestätigte meine Vermutung: Es handelte sich um einen Knopfbock.

Anna Lena Kaufmann

Bock und Schmalreh waren inzwischen noch etwas näher gekommen und ästen nun friedlich an der Rapskante. Doch beim genauen Hinsehen bemerkte ich, dass das vermeintliche Schmalreh einen Pinsel hatte. Intuitiv griff meine rechte Hand nun zur Büchse. Ein letzter prüfender Blick durchs Zielfernrohr bestätigte meine Vermutung: Es handelte sich um einen Knopfbock. Im Absehen konnte ich nun auch deutlich die winzigen Knöpfe erkennen. Ich zögerte nicht lange und trug dem Kümmerer die Kugel an. Er brachte nach dem Aufbrechen gerade einmal sieben Kilogramm auf die Waage.

Später, als ich aus dem Wildbret des Maiböckchens ein herrliches Gericht zubereitete, ließ ich den Abendansitz noch einmal Revue passieren. Und war einfach nur dankbar. Für die Natur, die Geschöpfe, die sie hervorbringt und für ein weiteres einmaliges Jagderlebnis.


Anna Lena Kaufmann nutzt folgende Produkte:

  • Zielfernrohr: ZEISS Conquest V6 2-12×50 mit Schiene und ASV
  • Fernglas: ZEISS Victory SF 10×42, ZEISS Dialyt 8×56
  • Waffen: Merkel K3 Stutzen, Sauer 202 Allround
  • Munition/Kaliber: RWS .308 Win. DK 10,7 g, RWS 8×57 JS HIT 10,4 g