Über die Kunst, Vögel ohne Filter zu genießen

Der spanische Ornithologe José Luis Copete ist Insidern bekannt durch seine Fahlkauz-Forschung mit der Beschreibung des Strix hadorami vor fünf Jahren. Heutzutage kennen ihn Vogelbeobachter aus dem spanischsprachigen Raum vor allem dank seiner Podcasts zu wissenschaftlichen Entdeckungen in der Ornithologie. Hier erzählt er uns von den regionalen Dialekten der Vögel, was finnische von spanischen Vogelbeobachtern unterscheidet und von seinen besonderen Sichtungen in Barcelona zu Zeiten des Lockdowns. Obwohl er seit vielen Jahren als Photograph unterwegs ist, empfiehlt er den puren Genuss der Vogelbeobachtung ohne Objektiv. Zudem verrät er seine Lieblingsplätze in Spanien.

Erzähle uns mehr von Dir und vom Team Reservoir Birds.

Alles begann, als Stefan Riedl, der Vertriebsleiter von Excopesa – dem Distributor von Zeiss in Spanien – sich vor einigen Jahren bei Francesc Kirchner nach einem Vogelbeobachter in Spanien erkundigte. Sie suchten jemanden, der für die hiesige Vogelbeobachter-Community das Gesicht von Zeiss werden könnte. Francesc dachte sofort an mich. Ich schlug vor, Ferran López und Dani López-Velasco ebenfalls in das Team aufzunehmen. Ferran beobachtet seit über 20 Jahren Vögel im Naturreservat des Llobregat-Deltas und ist in Spanien der Vogelbeobachter mit den meisten beobachteten Vogelarten der Westpaläarktis. Dani ist durch seine Tätigkeit als Exkursionsführer für Birdquest international bekannt. Für diese ornithologischen Reisen ist er weltweit unterwegs. Wir drei sind in Spanien und vermutlich auch jenseits unserer Heimat angesehene Vogelbeobachter. Besonders wichtig ist uns jedoch der Kontakt zu anderen spanischen Vogelbeobachtern. Die meisten haben wir schon persönlich getroffen, darum kennt man uns in der Community. Der Name des Teams stammt von unserer Website „Reservoir Birds“.

Seit wann beobachtest Du Vögel und was war der Auslöser für dieses Interesse?

Ich interessiere mich seit meinem 12. Lebensjahr für Vögel, also seit 1981. Ursprünglich haben mich Amphibien und Reptilien fasziniert – vornehmlich Eidechsen und Schlangen. Als Kind habe ich stundenlang unter Steinen nach Eidechsen gesucht. Mein erstes Bestimmungsbuch war der klassische Naturführer von Arnold & Ovenden über die Amphibien und Reptilien Europas. Eines Tages nahm mich ein Bekannter mit auf eine „Masía“ (das katalanische Wort für „Bauernhof“) in Tiana in der Nähe von Barcelona. Er wollte dort Vögel beringen. Ich konnte mir absolut nichts darunter vorstellen. Er war wie ich 12 Jahre alt. Ein paar Erwachsene nahmen uns mit und brachten uns das Beringen bei. Wir holten die Vögel aus den Fangnetzen, nahmen sie in die Hand, beringten sie und bestimmten sie anhand des Vogelbuchs von Peterson. Ich war vom ersten Tag an fasziniert. Ich habe meine Eltern angebettelt, mir einen Vogelführer zu kaufen, und verbrachte jede freie Minute in Tiana. Ich war zunächst also gar kein Beobachter, sondern habe Vögel beringt. Anfangs habe ich gar nicht verstanden, was die Vogelbeobachter meinten, wenn sie sich beklagten, die Gartengrasmücke sei so schwer zu beobachten – man musste sie doch nur im September aus dem Fangnetz holen. 1983 habe ich mich dann auch unter die Vogelbeobachter begeben und nur noch beobachtet. Zunächst wollte ich mehr über die Vögel lernen, die ich bereits in den Händen gehalten hatte. Das Interesse für ihre Stimmen und ihren Gesang kam erst später. Ich wollte unbedingt ihre Stimmen unterscheiden können. Im Wald von Tiana habe ich stundenlang Vögel beobachtet, um zu sehen, ob der Gesang auch tatsächlich von dem Vogel stammte, den ich vermutete. Die häufigsten Arten waren leicht auseinanderzuhalten. Als jedoch im Frühjahr und Herbst Zugvögel hinzukamen, wurden es immer mehr Stimmen. Es war hauptsächlich das Interesse am Gesang der einzelnen Arten, das mich schließlich zum Vogelbeobachter machte. Damals gab es noch kein Internet oder Vogelstimmen-Apps. Man musste sich sein Wissen selbst in der Natur aneignen. Meiner Meinung nach gehört es sich für einen Vogelfreund auch so. Je mehr Gleichgesinnte ich kennenlernte, desto mehr beobachtete ich Vögel irgendwann auch einfach nur zum Spaß.

Welche Erfahrungen hast Du als Vogelbeobachter während der Corona-Pandemie gemacht?

Das war gar nicht so einfach, denn von meiner Wohnung in Barcelona aus kann ich keine Vögel beobachten. Ich habe mir alle Vogelarten notiert, die ich während des strengen Lockdowns im März und April von meinem Balkon aus entdecken konnte. Ich bin aber nur auf 38 gekommen. Allerdings waren auch interessante Arten dabei wie ein Wanderfalke oder eine Blaumerle. Nachts habe ich sogar die Rufe von Flamingos und Graugänsen gehört, die über die Stadt zogen. Das war nur möglich, weil es ohne Verkehr und den üblichen Großstadtlärm nachts viel stiller war als sonst. Abgesehen davon hat die Pandemie sämtliche Reisepläne für 2020 durchkreuzt. Im August wollte ich eigentlich nach Kolumbien fliegen, doch daraus wurde nichts. Als es zwischendurch in Spanien Lockerungen gab, habe ich mich auf mein näheres Umfeld konzentriert und in der Serra de Collserola, einem Mittelgebirge bei Barcelona, Vögel beobachtet.

Zum Global Bird Weekend hast Du das neue ZEISS SF 32 Fernglas getestet. Was gefällt Dir daran besonders? Was zeichnet das Fernglas für Dich aus?

Zwei Hauptmerkmale des neuen ZEISS SF 32 haben mich besonders beeindruckt: Es ist so leicht, dass man es mühelos mit nur einer Hand halten kann. Außerdem hat es eine hervorragende Schärfe und Lichtstärke. Ich wusste ja vorher, dass der Objektivdurchmesser nur 32 mm beträgt, aber ich war wirklich beeindruckt von der Lichtstärke, obwohl die Linse 1 cm kleiner ist als das 42er-Fernglas, mit dem ich normalerweise unterwegs bin. Es ist so leicht und scharf, dass ich es nicht mehr hergeben möchte. Die Qualität ist wirklich überwältigend. Ganz ohne Zweifel ist es das beste Fernglas, das ich je in der Hand hatte. 

Du interessierst Dich auch für Naturfotografie. Wo liegt Dein Schwerpunkt und welche Tipps kannst Du angehenden Naturfotografen geben?

Anfängern würde ich empfehlen, nicht einfach wahllos drauflos zu knipsen, sondern sich Zeit zu nehmen und in Ruhe zu beobachten. Mit geübtem Auge kann man dann den Sensor heißlaufen lassen. Viele beobachten Vögel heutzutage auch durch ihre Kamera. Die spiegellosen Modelle sind erschwinglich und nicht so schwer. Auf den Touren und Exkursionen mit unserer Firma Icaro Birding Experience ist mir aber schon häufiger aufgefallen, dass gerade jüngere Leute nur fotografieren, um sich die Fotos dann auf dem Display anzusehen. Sie beobachten gar nicht den Vogel, sondern machen ein Foto und vergrößern es dann auf dem Display. So lernt man leider nicht viel über die Tiere. Ich würde empfehlen, die Vögel zunächst mit einem guten Fernglas zu beobachten, ihre Verhaltensweisen, Bewegungen, Fressgewohnheiten und so weiter kennen zu lernen – und natürlich ihre Stimmen. Mit der entsprechenden Erfahrung gelingen später auch viel bessere Fotos. 

Welches Säugetier fasziniert Dich als Fotograf am meisten?

Da muss ich nicht lange überlegen. Das Säugetier, das ich unbedingt einmal in freier Wildbahn sehen wollte, war der Schneeleopard. Er ist extrem scheu und sehr selten. Außerdem lebt er in abgelegenen, schroffen Gebirgsregionen. Das macht ihn noch geheimnisvoller. 2015 sah ich in Ladakh zusammen mit meinem damaligen Teamkollegen Dani zum ersten Mal einen Schneeleoparden. Das war der schönste Moment meines Lebens.

Für die mehrteilige Enzyklopädie „Handbook of the Mammals of the World“ habe ich über 350.000 Fotos von Säugetieren gesichtet und bearbeitet. Nachdem ich 10 Jahre lang Fotos von Säugetieren geprüft und ausgewählt habe (von den Vogelfotos für die mehrbändige HBW-Enzyklopädie für Vögel ganz zu schweigen), kann ich mit Fug und Recht behaupten, über einen gewissen Erfahrungsschatz zu verfügen. Ich weiß, von welchen Säugetieren es gute Fotos gibt und von welchen nicht. Die Aufnahmen von Schneeleoparden sind in den letzten fünf Jahren deutlich besser geworden, seit es organisierte Fotoexpeditionen in den Lebensraum der scheuen Großkatzen gibt. Wir haben unsere Tour abseits der Massen unternommen. Zehn Tage lang sind wir keinen anderen Fotografen oder Touristen begegnet. Das war ein tolles Erlebnis. Tagelang haben wir im Gebirge Ausschau nach dem Schneeleoparden gehalten.

Wo kann man in Spanien am besten Vögel beobachten und welche Vogelarten trifft man dort an?

Es fällt mir schwer, mich für einen Ort zu entscheiden. Es gibt ein paar sehr unterschiedliche Regionen in Spanien, die ich empfehlen kann. In der Steppenlandschaft von Belchite kann man im Frühling Schwärme von Flughühnern beobachten und in der Abenddämmerung dem Gesang von Dupontlerche, Kalanderlerche, Stummellerche und Kurzzehenlerche lauschen. Dort findet man auch Triele und einige Greifvögel wie unter anderem den Schwarzmilan oder den Steinadler. Dazu kommen unzählige Zugvögel wie Grasmückenartige, Steinschmätzer, Fliegenschnäpper und viele andere. Die Halbinsel Estaca de Bares ist im Herbst sehr zu empfehlen. Dort kann man auch Seawatching-Touren auf dem Meer unternehmen. Im September und Oktober lassen sich hier die eindrucksvollsten Zugvogelschwärme in ganz Europa beobachten. Tausende Sturmtaucher, Seeschwalben, Alkenvögel, Raubmöwen und viele andere Seevögel ziehen dann vorüber. Manchmal fliegen sie ganz nah am Kap vorbei – ein unvergesslicher Anblick. Einer meiner Lieblingsorte ist das Ebro-Delta im April und Mai. Hier sieht man Watvögel, Enten, Möwen, Seeschwalben und andere Seevögel in Hülle und Fülle. Sperlingsvögel brüten im Röhricht und in den Sümpfen. Wenn die Zugvögelschwärme kommen, wimmelt es nur so von Vögeln. Und mit etwas Glück entdeckt man auch seltene Arten.

In den letzten Jahren bist Du viel gereist. Haben Vögel auch „regionale Dialekte“ und erkennst Du die Vögel aus Deiner Heimat an ihrem Gesang?

Oft ist es schwierig, die Grenze zwischen den Variationen einzelner Expemplare und einer Art Dialekt zu ziehen. Bei der Gartenammer ist die Unterscheidung jedoch ganz einfach. Von 2013 bis 2018 habe ich im katalanischen Landkreis Segarra an einem Forschungsprojekt zu dieser Vogelart gearbeitet. Ihr lokaler Dialekt unterscheidet sich stark von dem der Gartenammer in Mittel- und Nordeuropa. Nicht nur das: Wenn ich unseren katalanischen Ammern Tonaufnahmen der mitteleuropäischen Verwandten vorspiele, reagieren sie nicht eindeutig. Spielt man ihnen den Gesang von Vögeln vor, die in der direkten Umgebung brüten, reagieren sie sofort sehr aggressiv. Sie nehmen diese Stimmen als Konkurrenz wahr. Der Gesang einer deutschen Gartenammer interessiert sie hingegen überhaupt nicht! 

Konntest Du Unterschiede zwischen den Ornithologen in den einzelnen Ländern feststellen?

Ich würde diese Unterschiede eher als sozial und kulturell bedingt bezeichnen. Wir Spanier sind sehr verschiedenartig: Wir sprechen verschiedene Sprachen, führen unterschiedliche Lebensstile und pflegen unterschiedliche Kulturen und Traditionen. Das spiegelt sich auch in der Gemeinschaft der Vogelfreunde wider. In Finnland ist mir aufgefallen, dass fast alle mit derselben Ausrüstung losziehen. Alle haben einen Haltestab für ihr Fernglas, tragen Gummistiefel und ähnliche Kleidung. Ich halte die Finnen übrigens für die beste Vogelbeobachter-Community überhaupt. Sie sind gut ausgebildet. Man begegnet dort sehr häufig Ornithologen, die international nicht bekannt sind, aber extrem gut Bescheid wissen. In Spanien ist das anders. Hier kennen sich nicht alle gleich gut aus oder sind gleich gut ausgerüstet. Es ist ja schließlich auch ein Unterschied, ob man im Nordwesten Spaniens in Galicien unterwegs ist, wo es sehr viel regnet, oder im heißen Andalusien mit seiner mediterranen Landschaft. Wir sind auch ein eher lautes Volk. Spanische Vogelbeobachter reden einfach unheimlich viel. Außerhalb Spaniens fällt mir immer wieder auf, wie still die Menschen sind.

Auf welche Arten sollte Deiner Meinung nach der Fokus im Naturschutz gerichtet werden?

Ich denke da nicht an eine bestimmte Art, sondern eher an eine Artengemeinschaft in einer bestimmten Umgebung – nämlich die Vögel, die auf Ackern und Feldern brüten. Viele Arten brauchen diesen Lebensraum und ihre Zahlen sind stark rückläufig. Arten wie die Gartenammer, die auch den Umschlag des European Breeding Bird Atlas ziert, ist ein gutes Beispiel, denn ihr Lebensraum fällt zunehmend der Landwirtschaft zum Opfer. Saumbiotope mit ihren Hecken und Büschen zwischen Feldern gehen ebenso zurück wie wertvolle Brachflächen. Als ich anfing, mich für Vögel zu interessieren, sah man einige Arten noch recht häufig auf Ackerflächen. Heute ist ihr Bestand stark geschrumpft, beispielsweise der der Wachtel. Dasselbe gilt für die Vögel der Steppen, die auf offenen Feldern brüten, wie Kalanderlerche, Zwegtrappe, Triel, Spießflughuhn und Sandflughuhn. Diese Entwicklung muss schleunigst umgekehrt werden.  

Erzähl uns mehr über Deinen Podcast und Deine persönliche Motivation für dieses Projekt.

Wir haben La Radio del Somormujo (https://laradiodelsomormujo.com/) 2018 ins Leben gerufen. Damals gab es in Spanien noch keine Podcasts über Vögel, die sich an Ornithologen und Naturfreunde richteten. Wir hatten also eine Nische entdeckt. Unser Podcast wurde sehr gut angenommen und die Hörerzahlen stiegen schnell. Mir ist es sehr wichtig, wissenschaftliche Entdeckungen an Vogelfreunde und Hobby-Ornithologen weiterzugeben. Viele wissen gar nicht, was in der Vogelwelt alles entdeckt wird! Es gibt fast nichts erfüllenderes, als Menschen von wissenschaftlichen Forschungsarbeiten und Schutzprojekten zu erzählen, denn man schafft so ein Bewusstsein für den Schutz der Vögel. Unter unseren Hörern sind Vogelbeobachter, Naturfreunde, aber auch Neulinge, die sich erstmals mit dem Thema beschäftigen. Unsere Gespräche über Vögel sollen in erster Linie unterhalten. Wir erzählen Anekdoten, manchmal auch lustige, um Menschen an das Thema heranzuführen. Wenn wir das Ganze zu wissenschaftlich und akademisch angingen, würden viele das Interesse verlieren. Wir wollen nicht distanziert, sondern nahbar sein. Um unser Publikum zu erreichen, dürfen wir nicht zu oberlehrerhaft wirken. Wir sind stolz darauf, dass unser Podcast immer mehr Anhänger findet. Im Frühjahr 2020 wurde er von der größten Podcast-Plattform Spaniens iVoox zu einem der interessantesten Wissenschafts-Podcasts gewählt. Für unsere eigentlich ganz uneigennützige Initiative ist das ein großartiger Erfolg. Ich durfte sogar schon bei einigen bekannten Radiosendungen mitwirken und dort über meine Begeisterung für Vögel sprechen. Für den Podcast bekommen wir kein Geld. Jede Woche gibt es eine neue Folge – im Januar haben wir die 100. Folge produziert! Und 40.000 Downloads sind wirklich eine beachtliche Zahl. Wir hoffen, irgendwann einen Sponsor zu finden, der uns unterstützt, denn die Vorbereitungen der wöchentlichen Folgen sind sehr zeit intensiv.


Wer die lebendigen, gut erklärten Podcasts hören möchte, hört sich die verschiedenen Programme auf https://laradiodelsomormujo.com an. Dafür lohnt es sich sogar, Spanisch zu lernen. Selbst für Leute mit spanischen Grundkenntnissen ist es gut verständlich. Mehr über das ZEISS SF 32, das José Luis testete, finden Sie hier: www.zeiss.de/mehrentdeckungen

Vogelbestimmung für Kinder

Es macht Spaß, Vögel mit anderen zu beobachten.

Am meisten Spaß macht es, Vögel mit anderen zu beobachten, selbst wenn man dabei leise sein sollte, da die Vögel sonst ganz schön schnell weg sind. Wobei die Arten in den Städten schon einiges gewohnt sind.

Die großen Naturschutzverbände haben Kinder- und Jugendgruppen, in denen man neben der Vogelbeobachtung noch viele andere spannende Aktionen macht: Frösche retten, Aktionen für mehr Umweltschutz oder Naturschutzgebiete pflegen. Es lohnt sich also immer, sich vor Ort nach so einer Gruppe umzusehen und mit anderen gemeinsam die Natur zu erkunden.

Zeichnen und Bestimmungsbücher

Wenn Du jetzt aber nichts auf Anhieb findest, wie startest Du selbst damit, Vögel richtig zu bestimmen? Wichtig ist erst mal ein Vogelbestimmungsbuch. Heute gibt es auch tolle Apps, aber in der Natur ist es auch mal ganz schön ohne Smartphone und nicht in allen abgelegenen Gebieten gibt es so einen guten Handy-Empfang.

Der Klassiker der Vogelbestimmungsbücher ist immer noch das von Lars Jonsson gezeichnete Buch. Überhaupt ist Zeichnen ein super Anfang, um sich noch mehr mit Vögeln zu beschäftigen. Selbst wenn Du nicht gleich so zeichnen kannst wie Lars Jonsson, bringt es doch Freude und Du lernst alle Details der Vögel kennen, indem Du ihre Farben, Formen und verschiedene Federn beobachtest.

Erstes Bestimmen der Vogelgruppen

Wie findest Du jetzt den richtigen Vogel im Bestimmungsbuch oder der App? Über ihren Lebensraum kannst Du sie erstmal grob zu ihrer Familie zuordnen, so sind sie in der Regel auch im Buch oder der App sortiert. Klar, eine Ente auf dem See ist schon mal leicht, die sucht man unter den Entenvögeln. Jedoch gibt es auf dem See nicht nur Enten, sondern auch Hühnervögel. Gehören die nicht in den Stall? Unser klassisches Haushuhn schon, das uns das Frühstücksei bringt. Auf den Seen findet man häufig das Blässhuhn, das sind die schwarzen, kleineren Vögel mit der weißen Blässe über dem Schnabel. Die sieht man fast überall.

Spannender wird es, wenn Du an den Uferrand zwischen das Schilf schaust. Hier verstecken sich meist die Sumpfhühnerarten.

DURCH IHRE FARBE FALLEN SIE FAST GAR NICHT AUF UND ES BRAUCHT SCHON DETEKTIVISCHES GESPÜR UND MÖGLICHST EIN FERNGLAS, UM SIE ZU ENTDECKEN.

Auch die anderen Vogelfamilien hast Du schnell ausgemacht. Am Meer sind die ganzen Möwen, aber auch die Strand- und Watvögel. In der Luft am Land über großen Feldern und Wiesen gleiten die Greifvögel vor sich hin. Die Singvögel sitzen im Baum, in Büschen und sind nicht nur im Wald, sondern meist auch in der Stadt oder im Garten. Die Spechtarten findest Du am oder im Baumstamm.

Details bestimmen

Wenn Du die jeweilige grobe Zuordnung zu den Vogelgruppen hast, bist Du schon mal richtig und schaust jetzt nach den Details. Da geht es um jede Farbe und die Form.

Bei den Greifvögeln erkennst Du zum Beispiel den Rotmilan sofort an seinem Schwanz, der in der Mitte gegabelt ist. Außerdem sieht er von unten sehr schön rostbraun am Bauch aus und seine Flügel sind schwarz und weiß von unten. Den Mäusebussard wiederum hörst Du schon von weitem: Er klingt vielleicht wie deine kleine Schwester, wenn sie etwas unbedingt will. Das „piiäh“ hört sich fast wie ein Klagen an, sehr laut und fordernd.

Rotmilan
Rotmilan

DEN TURMFALKEN ERKENNST DU IN DER LUFT AN SEINEM RÜTTELN MIT DEN FLÜGELN, ZUDEM IST ER KLEINER.

So bleibt er lange in der Luft stehen, bis er auf dem Boden oder in der Luft Frösche, Insekten oder Nagetiere gefunden hat, auf die er sich dann stürzt. Die Singvögel kannst Du meist aus der Nähe beobachten und Dir jede einzelne Feder einprägen, um sie über die Farbe zu bestimmen.

Vögel zu Bekannten machen

Je mehr Du Dich mit ihrem Lebensraum, ihrem typischen Flug, Verhalten und ihrem Rufen vertraut machst, um so leichter erkennst Du sie direkt wieder. Das ist bei den Vögeln nicht anders als bei uns Menschen. Deinen besten Freund oder Deine beste Freundin erkennst Du bestimmt schon auf fünf Meter Entfernung am Gang oder hörst ihn oder sie aus jeder Gruppe an Kindern heraus. Vielleicht wird ja auch der Zilpzalp, der eher unauffällig ist, bald zu Deinem Freund, den Du sofort am Rufen erkennst. Viel Spaß wünschen wir Dir mit Deinen neuen Bekannten!

Der Waldrapp

Vor dem Aussterben gerettet

MANCHE NENNEN IHN DEN PUNK UNTER DEN VÖGELN.

Der Waldrapp ist bekannt für sein auffallendes Federkleid am Kopf. Besonders hoch trägt der Vogel die Federn bei seiner intensiven Begrüßungszeremonie anderer Vögel, die auch außerhalb der Paarungszeit illuster erscheint. Die Vögel verneigen sich quasi voreinander, denn sie sind besonders gesellig und kommen immer in Dutzenden vor.

Gerne schließen sich über hundert Vögel zu einer Kolonie zusammen. Erst in Kolonien ist der Waldrapp bereit zu brüten, wie sich an einzelnen Paaren in Zoos gezeigt hat. Die Weibchen unterscheiden sich im Aussehen nicht groß von den Männchen, sie sind nur etwas kleiner und leichter. Entsprechend paart sich ein Männchen nicht mit mehreren Weibchen wie der geringe Geschlechtsdimorphismus annehmen lässt. Beide beteiligen sich am Nestbau und an der Aufzucht der Jungtiere.

Ausrottung eines Glücksbringers

So groß wie eine Gans, aber zugehörig zu den Pelikanen, fällt der attraktive und dennoch nicht unbedingt schöne Vogel seit jeher auf. Sein lateinischer Name Geronticus eremita beschreibt ihn als alten Herrn. Sein auffälliges Aussehen wurde ihm jedoch zum Verhängnis. Bis ins 17. Jahrhundert gab es eine große Anzahl an Waldrappen in Süddeutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Ungarn. Intensive Jagd auf ihn führte zu seiner kompletten Ausrottung in Mitteleuropa.

Im alten Ägypten wurde der Waldrapp als Lichtbringer und im Islam als Wegweiser Noahs ins Euphrat-Tal zur Nahrungsquelle gefeiert. Im Orient war der Waldrapp gar im Mittelalter geschützt, da man glaubte, er nehme die verstorbenen Seelen mit sich. In Mitteleuropa galt er zur gleichen Zeit schlicht und einfach als Delikatesse. Andere jagten ihn als Trophäe, um ihn im Haus auszustellen, oder die Jungtiere in Zoos zu bringen. Daher kommen wilde Kolonien heute nur noch in Marokko und Syrien vor. In der Türkei gibt es zudem eine halbwild lebende Kolonie.

Erste Naturschutzerfolge

Während die Waldrappbestände in Syriens Palmyra die letzten beiden Jahrzehnte kontinuierlich schrumpften, hielten sich in Marokkos Souss-Massa in dieser Zeit mehr Vögel. In den 90er Jahren war die Zahl der wildlebenden Waldrappen in Marokko nach mysteriösen Todesfällen auf nur 59 Paare reduziert. Dank intensiver Schutzmaßnahmen der Habitate gibt es heute in Marokko wieder an die 700 Vögel. Die ersten Naturschützer waren Briten, die die Habitate bewachten, lokale Rancher ausbildeten und die Öffentlichkeit über das Besondere der Vögel informierten. Schon zu Beginn der 90er entstand der Souss-Massa Nationalpark für den maximalen Schutz der Vogelart mit intensiver Forschung der marokkanischen Regierung und der BirdLife-Organisation vor Ort, wie die Habitate für den Waldrapp am besten zu erhalten seien. Mit messbarem Erfolg der Naturschutzmaßnahmen:

IM NOVEMBER 2018 ERKLÄRTE BIRDLIFE INTERNATIONAL, DASS DER STATUS DES WALDRAPPS VON DER KATEGORIE „VOM AUSSTERBEN BEDROHT“ AUF „STARK GEFÄHRDET“ VERBESSERT WIRD.

Erste Wiederansiedlungsprojekte in Überlingen, Bayern, Österreich und Italien zeigen selbst in Mitteleuropa Erfolge. Jungtiere aus Zoos werden trainiert und mit Leichtflugzeugen von Biologen zum Ziehen in südliche Winterquartiere gelenkt, um in Freiheit zu überleben.

Dennoch ist die Vogelart noch lange nicht über den Berg. In Syrien gibt es eine Fortsetzung der Schutzmaßnahmen erst, wenn tatsächlich Frieden herrscht. Wie umfassender Schutz funktioniert, beweist das Beispiel in Marokko. Hierzu braucht es jedoch viel Aufklärungsarbeit, intensive Arbeit der Rancher und Naturschützer nicht nur in den Brutgebieten, sondern auch in den Winterquartieren in Äthiopien, Saudi-Arabien und dem Jemen.

Dafür braucht es neben den engagierten Vogelschützern einiges an Geld, das im Falle des Waldrapps bei BirdLife durch die Stiftung von Prinz Albert II von Monaco und ZEISS eingebracht wird.

ZEISS konzentriert sich seit vielen Jahren auf den Schutz vom Aussterben bedrohter Tierarten wie beispielsweise des Spitzmaulnashorns und des Waldrapps. Zudem unterstützte ZEISS die wissenschaftliche Arbeit von BirdLife zur Einstufung gefährdeter Vogelarten.  Leidenschaft für Naturbeobachtung mit Premiumoptik lebt von der Artenvielfalt. Hier gilt es, jede einzelne Tierart zu schützen, deren Lebensgrundlagen wir Menschen gefährdet haben. Denn was wäre die Vogelwelt ohne den geselligen Punk, den Waldrapp?

MEHR INFORMATIONEN

BirdLife Webseite

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Reiseziel: Vogelerlebnis

Tourismus und Vogelschutz im Einklang

Wie weit reise ich für eine seltene Vogelart? Wie halte ich meinen ökologischen Fußabdruck gering, wenn ich etwas von der Welt sehen, unbekannte Vogelarten entdecken und fremde Natur erkunden will? Fragen, auf die George Armistead in seinem Beruf Antworten findet. Die Auswirkungen des Klimawandels bekommt George in seiner Heimatregion Philadelphia und den Mittelatlantikstaaten direkt vor Augen geführt. Seit der Wasserspiegel angestiegen ist, verkaufen viele Bauern ihr Land, da die übersalzten Böden keinen Ertrag mehr bringen.

George ist Chief Network Officer für Rockjumper, einer der weltweit größten Anbieter für Vogelbeobachtungsreisen. Selbst begleitet George nur noch zwei bis drei Touren im Jahr. Sein Fokus und sein persönliches Hauptanliegen sind Rockjumpers Naturschutzarbeit und deren Partnerschaften. Alle Tour Guides des Unternehmens sind Vogelbeobachter von klein auf, da ist der Vogelschutz nicht nur eine Frage des natürlichen Interesses zum Erhalt der Geschäftsgrundlage sondern eine Herzensangelegenheit.

VÖGEL UND BIODIVERSITÄT ZU SCHÜTZEN UND ZU FEIERN, ZÄHLT ROCKJUMPER ZU SEINEN ZENTRALEN WERTEN.

Von jeder Anmeldung zu einer Tour führt Rockjumper mindestens 50 US-Dollar ihres Gewinns an den Fonds ab. George betreut diesen Fonds, vermarktet Rockjumpers Anliegen zum Vogelschutz und findet die Partner vor Ort, die von den Geldern profitieren. Im Jahr 2018 kamen auf diese Weise 292.2999 USD an Geldern zusammen, die Rockjumper in Aktivitäten wie das Monitoring von Vögeln, in wissenschaftliche Arbeiten sowie handfeste Habitatschutzmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit zum Vogelschutz vor Ort investierte.

Partner im Vogel- und Naturschutz für Rockjumper sind in erster Linie BirdLife International sowie deren nationale Organisationen wie beispielsweise die amerikanische Naturschutzorganisation Audubon, die American Birding Association insbesondere mit ihrem Jugendprogramm, die ornithologische Gesellschaft im Mittleren Osten sowie einige kleinere Initiativen.

All diese Partner betreut George mit seinem Team. Regelmäßig organisiert er zudem mit den Organisationen Reisen und Events, um die Freude an der Vogelbeoachtung zu feiern und Gelder für bestimmte Vogelschutzprogramme zu sammeln.

Mit neun Jahren kam George zur Vogelbeobachtung. Sein Vater war damals der erste Redakteur für Buchbesprechungen im Magazin der American Birding Association (ABA) und ein „Hardcore Birder“ wie George es beschreibt. George hält der Organisation selbst die Treue, zwischendurch war er sogar für fünf Jahre fest bei der ABA für Events angestellt.

DIE MISSION DER ORGANISATION IST SEIN LEBENSMOTTO: „UNSER ZIEL IST ES, ALLE MENSCHEN ZU INSPIRIEREN, WILDLEBENDE VÖGEL ZU GENIESSEN UND ZU SCHÜTZEN.

An sich wollte George nach seinem Studium in Pennsylvania in die Umweltberatung gehen. Jedoch zog es ihn immer wieder zu Aufgaben hin, bei denen er draußen Menschen die Natur näher brachte. Selbst wenn sein Job heute in erster Linie im Büro am Computer stattfindet, indem er Organisationen vernetzt, Vogelschutzprojekte auftut und Ökotourismusreisen entwirft, findet er: „Es ist der herausforderndste, aber gleichzeitig der schönste Job, den ich je hatte. Die Welt ist unser Büro.“

Nicht nur die Ziele ihrer Reisen sind auf der ganzen Welt verteilt, sondern auch die Rockjumper-Mitarbeitenden. Die Zentrale ist in Südafrika, aber die Tour Guides kommen aus Afrika, Asien, USA und Europa. In jedem kleinen Radius kann man sich die Welt heute nach Hause holen. So schließt sich George täglich mit den Kollegen aus Südafrika, Europa und anderen Teilen der USA in Online-Meetings kurz.

Da unter Umständen viel Persönliches auf der Strecke bleibt, wenn man sich nicht direkt begegnet, starten sie ihre Sitzungen immer mit positiven Nachrichten, was jeder erlebt hat. George berichtet dann gerne über seine persönlichen Vogelerlebnisse in Philadelphia oder wie sich seine favorisierte Football-Mannschaft geschlagen hat. Hin und wieder bringen diese beiden Leidenschaften George in einen echten Konflikt. So erfuhr er im letzten Jahr von Freunden, dass eine Weißflügel-Seeschwalbe im „Heinz National Wildlife Refuge“ in Philadelphia aufgetaucht sei.

Just an dem Abend hatte ihn ein Freund zu einem Eagles Football-Spiel eingeladen. Da die Karten schwer zu bekommen waren, wollte er dem Freund unter keinen Umständen absagen. Dennoch beschäftigte ihn die Seeschwalbe das ganze Spiel. Also fuhr er direkt nach dem Spiel los und entdeckte die Weißflügel-Seeschwalbe noch in den letzten Minuten vor dem Sonnenuntergang. George liebt die kleinen Ausflüge in seiner Gegend, vor kurzem kamen ihm die ersten Kanadakraniche in der Gegend vor die Optik.

ER BESCHREIBT, DASS ER DIE KURZEN TOUREN GERADEZU BRAUCHT, DAMIT ALLE HARMONISCH MIT IHM ZUSAMMENLEBEN KÖNNEN. SIE GARANTIEREN SEINE GUTE LAUNE.

Ausreichende Grünflächen auch im weiteren Stadtgebiet sind für ihn ein entscheidender Gesundheitsaspekt für alle. Vögel sind zudem die Tiere, die in seinen Augen gerade für die Stadtbewohner am nächsten und leichtesten als Verbindung zur Natur zu erreichen sind. Daher setzt er all seine Energie für ihren Schutz ein.

Selbst wenn George die Arbeit für den Vogelschutz, mit den Partnern und seine lokalen Touren schon als total ausfüllend empfindet, freut er sich auf die gelegentlichen Reisen, die er selbst betreut, insbesondere die Antarktis Charter Tour mit Vogelschutz im Fokus. Im letzten Jahr zählten die Rockjumper Tour Guides insgesamt 8.064 Vogelarten, die sie gemeinsam mit den Gruppen überall auf der Welt gesehen haben. Seit vielen Jahren arbeitet Rockjumper mit ZEISS zusammen, um die besten Optiken bei den Touren dabei zu haben.

Dennoch geht es nicht alleine um Vögel, Säugetiere und den besten Durchblick bei den Reisen. Gutes Essen und eine positive Stimmung in der Gruppe sind entscheidend. George sagt von sich selbst, dass er sich wie ein jähzorniges Kind benimmt, wenn er zu lange nichts zu essen bekommt. Daher sorgt er auf jeder Tour für ausreichend Essen. Für ihn gibt es nichts Schöneres, als bei leckerem Essen und Trinken gemeinsam mit einer Gruppe die Erlebnisse und Sichtungen des Tages zu feiern.

Wer drei Wochen eine Reisegruppe führt, braucht Charisma, Energie und eine gute Planung. Mal ist der Tour Guide derjenige, der die Party aufräumt, mal Psychologe, hin und wieder Schäfer und manchmal hat er die Rolle eines Fußballtrainers. Der Tour Guide muss fühlen, wie viel die Gruppe noch packt, wie man Frust in positive Energie umwandelt, wenn das Wetter nicht mitspielt, und wie man souverän kurzfristig auftauchende organisatorische Probleme an abgelegenen Orten löst. Während die Vögel zuverlässig ihre Wirkung auf die Reisegruppe ausüben. Auf sie ist Verlass ohne organisatorischen Aufwand, solange wir alle dafür sorgen, ihre Habitate zu erhalten.

WEITERE INFORMATIONEN

Rockjumper Webseite

Mehr über George

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Die Veranstaltung Champions of the Flyway ist inzwischen fast schon zur Tradition geworden. 2014 aus der Taufe gehoben, um das Birdwatching zu fördern und gleichzeitig Gelder für den Vogelschutz bereitzustellen, treffen sich seither alljährlich im März Birdwatcher aus aller Welt im Süden Israels, um sich einem 24-stündigen Birdwatching-Marathon zu stellen, bei dem es darum geht, möglichst viele Vogelarten zu registrieren und das gemeinschaftliche Beobachten zu pflegen. Die Zeit dafür im Frühjahr ist günstig, ziehen doch bereits viele Vogelarten auf dem Weg in ihre nördlichen Brutgebiete über den Sinai und rasten teilweise in günstigen Grünstreifen und Wasserstellen entlang der Wüste. In Israel sind sie dabei vor menschlichen Nachstellungen sicher.

Leider lauern aber auch hier Hauskatzen in den Stadtparks von Eilat auf die vom Wüstenüberflug völlig erschöpften Vögel und töten viele davon. Noch schlimmer ergeht es den Zugvögeln in einigen benachbarten Ländern am Mittelmeer, wo sie massenhaft in Netzen gefangen und zu Tode gequält oder zum Spaß vom Himmel geschossen werden.

Gegen dieses Abschlachten wendet sich die international ausgerichtete Veranstaltung und hat in den vergangenen 5 Jahren insgesamt 350.000 USD an Fördermitteln gesammelt, die direkt zur Aufklärung der örtlichen Bevölkerung in Serbien, Zypern, Griechenland und der Türkei eingesetzt wurden.

WÄHREND BISLANG DIE MASSAKER AN DEN ZUGVÖGELN ÜBERWIEGEND IM MEDITERRANEN BEREICH ADRESSIERT WURDEN, GALT DIE AUFMERKSAMKEIT DIESES JAHR DEN GEIERN IN AFRIKA.

Diese sind inzwischen hochgradig gefährdet, denn sie erwartet dasselbe Schicksal, dem bereits fast die gesamte Geierpopulation in Indien zum Opfer fiel: Die Massenvergiftung durch medikamentenverseuchte Nahrungstiere.

Das bei Mensch und Rind schmerzlindernde und entzündungshemmende Diclofenac ist hochtoxisch für Vögel und rafft alle Greifvögel dahin, die auf das Fressen von kontaminierten Kadavern angewiesen sind. Dabei haben die Geier in den betreffenden Ländern eine wichtige Funktion als Gesundheitspolizei.

Nach den Geiern in Indien ist nun die  gesamte in Asien überwinternde Population des Steppenadlers an der Reihe und Experten gehen davon aus, dass alle in Asien überwinternden Steppenadler bereits in den nächsten Jahren vollständig ausgerottet sind, wenn nicht schleunigst geeignete Gegenmaßnahmen seitens der Regierung vornehmlich in Indien, aber auch in Pakistan in die Wege geleitet werden. Auch im afrikanischen Rift Valley ist die Situation für die Geier nicht ansatzweise besser. Deshalb ging ein von Nabu und Zeiss aus Deutschland gesponsertes Team von BirdLife Kenia in Israel an den Start.

Der von allen gemeinsam gesammelte Betrag von 80.000 USD wird direkt dafür verwendet, Vergiftungen von Geiern in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden gezielt zu unterbinden und umfassende Aufklärung in der Bevölkerung vor Ort zu betreiben.

Bemerkenswert war der Ausgang des Birdrace, wobei es ganz besonders erfreulich war, dass die Sieger in diesem Jahr keine erfahrenen Senioren unter den Vogelbeobachtern waren, sondern das Jugendteam „Spectacled“, deren Energie und Beharrlichkeit schließlich zum Erfolg geführt hat.

MIT 173 VOGELARTEN INNERHALB EINES TAGES WURDEN ETWAS WENIGER VÖGEL BEOBACHTET ALS IN DEN JAHREN ZUVOR, WAS AUCH AUF DEN DRASTISCHEN RÜCKGANG IN UNSERER VOGELWELT HINWEISEN KÖNNTE.

Auch seltene Arten waren dieses Jahr rar.

Bei den Birdwatchern besonders gefragt war jedoch der Schopfwespenbussard, welcher fast täglich über dem Veranstaltungsmittelpunkt, dem IBRCE (International Bird Ringing Center Eilat) erschien und von allen teilweise stundenlang geduldig wartenden Birdwatchern schließlich auch beim Überflug gesehen werden konnte.

Der Vogel ist erst seit wenigen Jahren Wintergast in Eilat und stammt nicht wie der Wespenbussard aus Europa, sondern aus Asien. Die örtlichen Ornithologen vermuten, dass die Vögel den hier eingewanderten asiatischen Bienen gefolgt sind und sich zumindest teilweise von diesen ernähren.

Auch seltene Arten waren dieses Jahr rar.

Bei den Birdwatchern besonders gefragt war jedoch der Schopfwespenbussard, welcher fast täglich über dem Veranstaltungsmittelpunkt, dem IBRCE (International Bird Ringing Center Eilat) erschien und von allen teilweise stundenlang geduldig wartenden Birdwatchern schließlich auch beim Überflug gesehen werden konnte.

Der Vogel ist erst seit wenigen Jahren Wintergast in Eilat und stammt nicht wie der Wespenbussard aus Europa, sondern aus Asien. Die örtlichen Ornithologen vermuten, dass die Vögel den hier eingewanderten asiatischen Bienen gefolgt sind und sich zumindest teilweise von diesen ernähren.

Wochenlang zeigte sich ein Kleines Sumpfhuhn aus nächster Nähe vor einem der Beobachtungsstände. Gelegentlich rüttelte der altbekannte Graufischer über der für die Vögel eingerichteten Wasserfläche und Zwergdommeln bewegten sich schleichend durch das Schilf.  Bis zu 80 Rotflügel-Brachschwalben versammelten sich auf dem angrenzenden Damm, vor dem 13 Odinshühnchen in gewohnter Eifrigkeit nach Nahrung suchten. Auch der um Eilat allgegenwärtige Spornkiebitz zählt zu den Arten, die man in Deutschland nicht alle Tage zu Gesicht bekommt.

WEITERE INFORMATIONEN

Champions of the Flyway – Der Wettbewerb 2018

Champions of the Flyway – Webseite

Birder als Beruf

Der Datenmillionär

Eine Schafstelze bildete den Grundstock von Christopher Königs Datenvermögen. Gerade rechtzeitig zum Frühjahr 2007 realisierte der Student seine seit langem entwickelte Idee, Sichtungen von Vogelbeobachtern in seiner Heimat über das Internet zusammenzuführen. Sah in Ostwestfalen zuvor ein Hobby-Ornithologe eine seltene Art, startete eine Telefon- oder E-Mail-Kette. Das musste einfacher gehen, dachte sich Christopher König, fuchste sich in die Webseitengestaltung rein und entwickelte eine Homepage für Vogelbeobachtungen.

Unter der Woche studierte er zu dem Zeitpunkt Biogeographie in Trier, am Wochenende kartierte er zu Hause in Ostwestfalen für den Atlas Deutscher Brutvogelarten und beteiligte sich ehrenamtlich an Wasservogelzählungen. Er war bestens vernetzt und alle anderen Vogelbeobachter in der Region nahmen sein Internet-Angebot sofort dankbar auf. Fünf Jahre lang informierten sich die ostwestfälischen Birder auf der lokalen Plattform und schickten Christopher ihre neuesten Beobachtungen per Mail, die er alle gewissenhaft eintrug.

BEREITS IN DIESEN ERSTEN FÜNF JAHREN SAMMELTE ER TAUSENDE VON VOGELDATEN, DIE JEDOCH RELATIV BESCHEIDEN WAREN IM VERGLEICH ZU SEINEM SPÄTEREN DATENSCHATZ. BIS DAHIN WAR ES ABER NOCH EIN LANGER ENTWICKLUNGSWEG MIT VIELEN SPANNENDEN ERFAHRUNGEN.

Vom Großen Torfmoor bis nach Aserbaidschan
Angefixt von der Vogelbeobachtung war Christopher König schon sehr früh. Sein Großvater nahm ihn als kleinen Jungen auf lange Wanderungen durchs Große Torfmoor im nördlichen Nordrhein-Westfalen mit und erklärte ihm die Tier- und Pflanzenwelt. Der Vater züchtete exotische Vögel in Volieren im Garten, die sein Sohn mit versorgte.

Dennoch wäre Christopher als junger Mensch nie auf die Idee gekommen, etwas beruflich in Richtung Ornithologie anzustreben. So genau wusste er ohnehin nicht, was er werden wollte, aber Erdkunde und Biologie interessierten ihn in der Schule am meisten. Somit war Biogeographie als Studiengang in Trier perfekt geeignet.

Einige vogelbegeisterte Kommilitonen nahmen ihn zu Studienbeginn mit in die Pfälzischen Wälder und ins Moseltal. Sie zeigten ihm nach und nach, wie man seltenere Vogelarten bestimmt. An der Uni vertiefte er sein neu gewonnenes Wissen in Artenkenntnis-Kursen, Geländearbeiten und Exkursionen. Damit begann die typische Karriere als deutscher Ornithologe in mehreren studienbegleitenden Praktika.

Im Wattenmeer kartierte er für den Verein Jordsand im Hauke-Haien-Koog sowie im Rantumbecken auf Sylt, und in Aserbaidschan half er bei einem internationalen Zugvogelprojekt. An den Vogelwarten Radolfzell und Helgoland besuchte Christopher König Kurse zu Brutbiologie und Vogelberingung. Seine Diplomarbeit beschäftigte sich mit den Habitaten des Zwergschnäppers im Bayerischen Wald.

SEIT NUNMEHR SIEBEN JAHREN SITZT CHRISTOPHER KÖNIG AM RECHNER UND KOORDINIERT DIE GEWALTIGE DATENSAMMELSTELLE.

Das erste Jahr nach seinem Studium genoss König als freiberuflicher Kartierer und kam sehr viel rum. Neben Brut- und Rastvogelkartierungen am Festland, erfasste er vom Schiff und Flugzeug aus Zugvögel für ornithologische Gutachten zu Offshore-Windparkprojekten in der Nordsee. Danach ging es für mehrere Wochen zur Zugplanbeobachtung nach Ägypten an den Golf von Suez.

Professioneller Datenjongleur
Im Jahr 2010 wurde es dann ernst. Der Dachverband Deutscher Avifaunisten, kurz DDA, schrieb eine neu geschaffene Stelle aus. Ehrenamtlich arbeitete Christopher König schon länger für den Verband, nicht nur bei den Kartierungen zum Atlas Deutscher Brutvogelarten, sondern auch beim Erfassen rastender Wasservögel und zur Koordination von Schlafplatzzählungen der Kormorane in Nordrhein-Westfalen.

Bei der ausgeschriebenen Stelle ging es quasi um die bundesweite, große Variante von dem, was König als Hobby in Ostwestfalen für sein persönliches Netzwerk betrieben hatte. „Von einem solchen bundesweiten Portal hatte ich persönlich schon lange geträumt“, sagt König.

Kaum waren die technischen Herausforderungen gelöst, lief das Portal schon von selbst an. Werbung brauchte es kaum. Es war, als hätten alle darauf gewartet. Über die Mitgliedsverbände des DDA und die Information in den großen Naturschutzverbänden gewann das Portal in Kürze viele aktive, zuverlässige Datenlieferanten.

AUF REGIONALER EBENE HATTE ICH DURCH MEINE TECHNISCH LAIENHAFT UMGESETZTE HOMEPAGE ETWAS ÄHNLICHES KONSTRUIERT. NUN BOT SICH DIE GELEGENHEIT, BUNDESWEIT DEN INFORMATIONSFLUSS UNTER VOGELBEOBACHTERN ZU REVOLUTIONIEREN.

CHRISTOPHER KÖNIG

Ein reiner Schreibtischjob. Fehlt da nicht der Bezug zur Praxis nach der Zeit draußen im Feld? Tatsächlich übernimmt König zum Ausgleich kleinere Kartierungsaufträge, ist Mitglied der Deutschen Avifaunistischen Kommission und schreibt an vielen ornithologischen Zeitschriftenbeiträgen mit.

Einen großen Teil seiner Freizeit verbringt er zudem in der Natur. Dennoch werde ihm auch im Büro nie langweilig, schließlich habe er sein Hobby zum Beruf gemacht.

ICH FREUE MICH JEDEN TAG AUFS NEUE, ÜBER DIE MELDUNGEN VIELER TAUSEND VOGELKUNDLER STETS AKTUELL DAS VOGELKUNDLICHE GESCHEHEN MITVERFOLGEN ZU KÖNNEN. ES IST FASZINIEREND, WIE SICH MILLIONEN EINZELNER GELEGENHEITSBEOBACHTUNGEN ZU EINEM GESAMTBILD ZUSAMMENFÜGEN.

CHRISTOPHER KÖNIG

Gerade mit diesem Gesamtbild lassen sich Entwicklungen in Deutschlands Vogelwelt so schnell darstellen und auswerten wie nie zuvor. Das ist der tatsächliche Wert der Millionen an Daten.

Für Christopher König hat das Datenvermögen zudem einen hoch emotionalen Wert. Er bezeichnet sich selbst als „Twitcher“, als Sammler von Vogelbeobachtungen mit einer langen Artenliste.

Gibt es auf ornitho.de eine seltene Vogelart, die gemeldet wird und noch nicht auf seiner Deutschlandliste steht, packt er sein jederzeit griffbereites Fernglas, das Victory SF, sowie sein Spektiv und fährt los.

LINKS ZU VERWANDTEN THEMEN

Extreme Vogelbeobachtung

Mysteriöse Eulen und junge Vogelbeobachter

New Jersey Audubon

Ihr Kopf besteht quasi nur aus Augen. Sie drehen den Kopf bis auf den Rücken, wenn ihr herausragendes Gehör ein Geräusch hinter sich wahrnimmt. Und ihre Krallen sind messerscharf. Eulen sind Emmas absolute Lieblingsvögel, sie findet sie mysteriös. Emma, 15 Jahre alt, erlebt einen besonderen Zauber, wenn sie Eulen beobachten darf. Ebenso gerne schaut sie den Spechten zu, die sie zwar als etwas einfältig wahrnimmt, aber gerade deswegen so liebt. Was für viele Teenager einfach nur Vögel sind, die sie gar nicht richtig beachten, ist Emma Stunden ruhigen Beobachtens durchs Fernglas wert.

Sie schaut auf jedes Detail, entdeckt die Charakterzüge der Vögel und deren einzigartigen Farben. Durchs Fernglas kommt sie den Vögeln so nahe, dass sie ihre Wesenszüge erfasst. Emmas Interesse für die Natur begann bereits mit fünf Jahren. Ihre Mutter Tracey recherchierte, wie sie Emmas Faszination unterstützen könne. So stieß sie auf die Kinderprogramme des Naturschutzverbandes New Jersey Audubon, wo Emma gemeinsam mit anderen Kindern bei Ausflügen lernte, Vögel zu unterscheiden und genau zu bestimmen. Schon bald nahm Emma auch an Exkursionen der Erwachsenen teil.

WENN KINDER VIEL ÜBER DAS INTERESSANTE TIERLEBEN LERNEN, SIND SIE MOTIVIERT, SICH FÜR NATURSCHUTZAKTIONEN ZU ENGAGIEREN.

Audubon ist in den USA der größte Naturschutzverband und Partner von BirdLife International. In New Jersey betreiben sie eine eigenständige, unabhängige Organisation als New Jersey Audubon, die 1897 gegründet wurde und damit die älteste und größte Naturschutzorganisation im Bundesstaat ist.

Dale Rosselet ist als Vizepräsidentin für den Bereich Erziehung die Verantwortliche für die Young Birders. Ihr ist es besonders wichtig, dass Kinder sobald als möglich an die Natur herangeführt werden. Dale berichtet von Studien, wonach Kinder, die früh eine Verbindung zur Natur aufbauen, lebenslang das Interesse für ihre Umwelt behalten. Als Kinder erleben sie ganz andere Eigenschaften der Vögel als nur das Federkleid und das Flugverhalten.

Mit Kinderaugen lassen sich die Besonderheiten der Vögel viel lebendiger mit unserem Verhalten vergleichen. New Jersey ist der viertkleinste Bundesstaat der USA und gleichzeitig der bevölkerungsdichteste. Direkt angrenzend an die Staaten New York und Pennsylvania bietet der kleine Bundesstaat neben vollen Großstädten die malerische Atlantische Küstenebene und dichte Wälder.

Aber auch in den Städten erleben Young Birders gemeinsam die Tierwelt, angeleitet durch New Jersey Audubon. Unter den Tieren im urbanen Umfeld sind Vögel am einfachsten und offensichtlichsten zu entdecken, wenn es auch nicht die gleiche Artenvielfalt wie auf dem Land gibt. Dale erlebt, welche Freude die Kinder an den Vögeln in der unmittelbaren Nachbarschaft haben.

INZWISCHEN VERFÜGT EMMA ÜBER BREITE ARTENKENNTNISSE, ÜBER SELTENHEITEN UND VOR ALLEM ÜBER EINEN „LIFER“, EINEN VOGEL, DEN SIE ZUM ERSTEN MAL IM LEBEN SIEHT, FREUT SIE SICH BESONDERS.

Am Birding gefällt ihr, mit ihren Freunden beim Young Birders‘ Club zusammen zu sein, und vor allem die Zeit in der Natur. Neben der Beobachtung durchs Fernglas fischt sie gerne und beschäftigt sich mit Reptilien und Amphibien. Inzwischen ist Emma bei den Teenagern der Young Birders, die alle zwischen elf und 17 Jahren sind. Gemeinsam gehen sie ein- bis zweimal im Monat auf Ausflüge, jedoch ziehen Emma und ihre besten Freunde viel häufiger gemeinsam in die Wälder und ans Wasser zum Beobachten. Selbst diejenigen, die das College schon abgeschlossen haben, kommen mit dazu.

Dale Rosselet von New Jersey Audubon achtet auf ein vielseitiges Programm für die jungen Vogelbeobachter. In den vier Naturschutzzentren führen Naturpädagogen Schulkinder an die Tier- und Pflanzenwelt heran. Vom Käfer über Bäume bis zu den Vögeln zeigen sie deren Habitate und wie man sie schützen kann. Zentrale Aufgabe des Verbandes ist es, Naturschutz und Umweltbewusstsein zu vermitteln sowie bedrohte Arten zu schützen.

Da ist es am besten, ganz früh bei den Jüngsten anzufangen. Im kompletten Bundesstaat motivierten sie im letzten Jahr 3.256 Kinder, an den Vogelbeobachtungskursen teilzunehmen. Interessanterweise ist der Anteil zwischen Mädchen und Jungen ebenso wie bei den Erwachsenen ziemlich ausgewogen. Für Jugendliche bieten Dale und ihre Kollegen Kurse zur Vogelberingung, Datensammlung und Zugvogelbeobachtung an.

Emma besuchte im letzten Jahr einen längeren Spezialkurs zum Zählen von Falken während des Vogelzugs und lernte, Besucher der Beobachtungstürme über den Vogelzug zu informieren. Gelegentlich unterstützte sie sogar den Biologieprofessor Tom Brown beim Vogelberingen.

MIT ALL DIESEN PROGRAMMEN BEGEISTERT DALE KINDER IM JUNGEN ALTER FÜR DIE NATUR. EIN ENTSCHEIDENDER FAKTOR IST IMMER DER SPASS

Sehr früh in ihrer Arbeit merkte Dale, dass ihre Ferngläser nicht ausreichen. Kinder brauchen schneller Erfolgserlebnisse als Erwachsene, um Freude an einer Tätigkeit zu entwickeln, zudem ist ihr geringer Augenabstand schwierig, um durchs Fernglas wirklich vernünftig ein scharfes Gesamtbild zu bekommen. Die Optik sollte farbgetreu und scharf sein, auch in der Dämmerung noch funktionieren, und die Ferngläser sollten schnell auf den jeweiligen Augenabstand angepasst werden können. So ging Dale auf ZEISS in den USA zu, die bereits ihre Naturschutzzentren mit Ferngläsern zum Verkauf belieferten. In Richard Moncrief fand Dale einen engen Verbündeten bei ihrer Mission, Menschen näher mit der Natur zu verbinden.

MEHR INFORMATIONEN

New Jersey Audubon

NJA Young Birders Club

ZEISS Nature @ Instagram

Richard von ZEISS rüstete die Young Birders mit Terra ED Ferngläsern im Zuge eines Sponsorings aus. Dass jedes Detail zählt, weiß Emma zu gut, wenn es darum geht, Vögel zu bestimmen. Ihre Eltern hat Emma inzwischen auch angesteckt, sie planen ihre Urlaube so, dass Emma in Sachen Birding auf ihre Kosten kommt. An einen Urlaub in Adirondacks, im Staate New York, erinnert sich Emma besonders gerne, dort fütterte sie wilde, kanadische Eichelhäher aus der Hand. Jetzt im Winter konzentriert sie sich zu Hause auf Eulen und Wasservögel. Was Emma später einmal werden will, weiß sie noch nicht genau. Sicher ist für sie nur, einen Bezug zur Vogelbeobachtung muss ihr Beruf unabdingbar haben.

FERNGLÄSER VON ZEISS

ZEISS Terra ED Ferngläser

ZEISS Ferngläser für Vogelbeobachter

Birder von Beruf

Die Natur schützt mich

Noams Zuhause war kein sicherer Ort. Mit acht Jahren zog er täglich nach der Schule Schutz suchend in den nahegelegenen Wald in den Bergen Jerusalems. Natur bedeutete Freiheit und Sicherheit, die er zu Hause nicht erlebte. Im Wald spielte er entspannt, lebte seine Neugierde aus und war einfach glücklich. Nie hat die Natur ihn hängen lassen, wie er erzählt: „In der Natur hatte ich das Gefühl der Kontrolle, ich hatte eine echte Chance im Leben und konnte das ausleben, was in mir war.“ Von der Energie und Vielfalt der Natur lernte er und entwickelte sich zu einem stabilen, ausgeglichenen Menschen.

Mit zehn Jahren bekam Noam sein erstes Vogelbestimmungsbuch mit Fernglas. Plötzlich bekamen die Vögel um ihn herum Namen, obwohl er sie schon lange von seinen täglichen Streifzügen kannte. Er lernte Mitglieder des „Jerusalem Bird Club“ kennen und erfuhr, dass er mit seinem Interesse nicht allein war in der Region. Details in der Natur wurden für Noam nun immer relevanter, er konnte sie zuordnen und hatte Bezeichnungen für sie. Bei alldem, was er vom Wald lernte, war und ist die emotionale Verbundenheit mit der Natur seine Triebkraft.

HEUTE SAGT NOAM WEISS: „DIE NATUR UND ICH HABEN UNS NIE GEGENSEITIG HÄNGEN LASSEN. SIE WAR MEIN SICHERES ZUHAUSE UND ICH FING AN, SIE ZU SCHÜTZEN.“

Über die Börse zum Vogelschutz
Während seines Studiums an der Universität blieb die Natur sein sicherer Zufluchtsort. Dennoch widmete er sich inhaltlich einem anderen Interesse und studierte Nahost- und Islamwissenschaften. Mit dem Abschluss in der Tasche landete er bei der Börse, wo er viele Jahre lang arbeitete. Für Vogelbeobachtung blieb nicht viel Zeit übrig. Erst durch eine lange Krankheit besann er sich auf sein altes Hobby und die heilsame Kraft der Natur, die er immer erlebt hatte, sowie für sein Interesse am Naturschutz.

Als Freiwilliger kam er zur Vogelberingung und etwas später nach Eilat. Im Internationalen Vogelbeobachtungs- und Forschungszentrum bekam er im Jahr 2005 einen Job angeboten: Noam sollte ein Bildungs- und Tourismuskonzept sowie ein Angebot für ehrenamtliches Engagement entwickeln. Die Idee dahinter war, neue Zielgruppen ohne großen Bezug zur Natur für diese zu begeistern. Seit 2014 organisiert Noam nun das Zentrum in Eilat als Direktor und ist bei der Israelischen BirdLife-Organisation, der Society for the Protection of Nature in Israel (SPNI), angestellt.

Vogelschutz am schönsten Platz der Welt
Eine zentrale Aufgabe in Eilats Vogelschutzzentrum ist, die Habitate an einem der wichtigsten Orte für Zugvögel weltweit zu schützen. Noam erklärt: „Unser Hauptziel ist es, die Zugroute der Vögel sicher zu halten, ohne jegliche Risiken.“ Eilat ist die Hafenstadt und der Urlaubsort am nördlichsten Punkt des Golfs von Akaba, einem der beiden langgestreckten Buchten des Roten Meers. Hier kommen so gut wie alle Vögel auf ihrem Flug zwischen Europa, Asien und Afrika vorbei. Die Artenvielfalt ist beachtlich und daher bleibt Eilat der Hot Spot für Ornithologen.

Noam und sein Team beobachten den Zustand der Vögel, beringen sie und vor allem überwachen sie ihre Habitate. Hauptsächlich involvieren sie die Öffentlichkeit in den Naturschutz und überzeugen jeden Einzelnen, welche Bedeutung sein Feld oder sein Garten als Lebensraum für die Zugvögel hat. Schüler führen sie sehr früh in das Thema mit Führungen und Mitmachangeboten ein. Junge Freiwillige aus der ganzen Welt unterstützen sie bei ihrer Arbeit. Noams Aufgabe liegt darin, die Leidenschaft, Energie und die Fähigkeiten der Freiwilligen zu kanalisieren, damit alle auf ihre Kosten kommen und einen wichtigen Beitrag für das gewaltige Projekt in Eilat leisten.

Leidenschaft und Lebensaufgabe
Überhaupt liegt Noams großes Talent darin, Menschen zusammenzuführen und sie mitzureißen. Er braucht niemanden zu überzeugen. Wenn er mit seiner besonderen Art, die immer ein Augenzwinkern enthält und niemals verbissen ist, erklärt, worum es geht, versteht es jeder. Sein größtes Projekt war, mit seinen Kollegen eine Windparkanlage in Eilat in den Jahren 2016/2017 zu verhindern.

Bei allen positiven Seiten der Windenergie hätte das das tödliche Ende der Reise zahlloser Vögel bedeutet, bevor sie ihr Sommer- oder Winterquartier erreichen.

Noam und seine Mitstreiter aktivierten bedeutende Wissenschaftler und öffentliche Meinungsmacher, zogen zu jeder politischen Sitzung, ja sogar ins Parlament. Mit einer eigenen Studie veranschaulichten sie die potentiellen Auswirkungen des Projekts. Die Regierung wollte das Projekt für ihre Politik der sauberen Energie. Und der Kibbuz, in dem die Windräder stehen sollten, hatte die Aussicht auf Millionen an Einnahmen. Keiner glaubte mehr an eine Chance, das verhängnisvolle Projekt zu stoppen, bis die intensive kommunale Öffentlichkeitsarbeit des Teams aus dem Naturschutzzentrum doch noch Wirkung zeigte. Die Mitglieder des Kibbuz als Teil des Projektes stimmten gegen den Bau.

EGAL, WO NOAM AUF INTERNATIONALEN BIRDING EVENTS AUFTRITT, VERSAMMELN SICH DIE VOGELSCHÜTZER UM IHN. ALLE SCHÄTZEN IHN UND KENNEN IHN VON DEM JÄHRLICH BEDEUTENDEN EVENT DER VOGELBEOBACHTER, CHAMPIONS OF THE FLYWAY IN EILAT.

Jonathan Meyrav hat das große Fest des Vogelzuges 2014 entwickelt und organisiert seitdem das jährliche Bird Race mit großem Spendensammeln für den Vogelschutz. Noam ist Gastgeber, hilft bei der Organisation und nimmt aktiv mit seinem israelisch-palästinensischen Team „The Palestininan Sunbirders“ teil.
Die unterhaltsamen Filme über den großen Wettbewerb, so viele Vögel als möglich in 24 Stunden zu sehen, illustrieren, worum es Noam wirklich geht. Er freut sich, so viele Vogelenthusiasten aus der Welt zu beherbergen und selbst mit seinem eigenen Team, das politische Grenzen überwindet, den Tag mit viel Spaß und gemäßigtem Siegeswillen einfach zu genießen.


KURZFILME ÜBER DAS EVENT

Champions of the Flyway 2017

Champions of the Flyway – Birding Extreme


Noam selbst nennt sich einen „24/7 birder“, der selbst im Urlaub und mitten im Zentrum einer Großstadt noch sein ZEISS Victory SF Fernglas um den Hals trägt. Glücklicherweise ist er mit einer Biologin verheiratet, die Verständnis dafür zeigt. Als Zufluchtsort genoss Noam früher die Natur in erster Linie für sich alleine. Da er ihr jedoch etwas zurückgeben wollte, musste er in seinem Engagement andere mit aktivieren und sie vom Naturschutz überzeugen. Seine Leidenschaft und positive Ausstrahlung ist jedoch so ansteckend, dass selbst Unbedarfte verstehen, warum Vogel- und Naturschutz wichtig sind: Wir schützen uns damit selbst.


MEHR INFORMATIONEN

Die Familie der Vogelzugschützer


Naturerlebnis mit der Familie

mit Spieltipps für Kinder in der Natur

Manchmal sind unsere Kinder bei Spaziergängen so mit Meckern beschäftigt, dass sie nichts mehr um sich herum wahrnehmen. Nur weil die Eltern Freude an der Vogel- und Naturbeobachtung haben, lassen sich die Kinder noch lange nicht davon anstecken. „Vogelbeobachtung ist langweilig!“

Erst wenn die ersten Feldhasen ihren Weg kreuzen oder sich ein Reh blicken lässt, verbessert sich die Laune der Kinder. Als Kleinkinder waren Vögel noch fester Bestandteil ihres Lebens: Kaum redeten unsere Kinder, unterschieden sie zwischen Blaumeise, Amsel oder Rotkehlchen.

DIE JEWEILIGEN ARTENBEZEICHNUNGEN HATTEN SIE FRÜH FÜR EINDEUTIGE, GÄNGIGE ZUORDNUNGEN GEHALTEN UND WUNDERTEN SICH DARÜBER, DASS MANCHE EINFACH VOGEL SAGTEN. MIT DIESEM ÜBERBEGRIFF KONNTEN SIE NICHT VIEL ANFANGEN, WENN EINE KOHLMEISE VOR IHNEN AN DER WASSERTRÄNKE BADETE.

Vogelbeobachtung ist etwas Ungewöhnliches

Während der Kindergartenzeit stellten sie jedoch fest, dass kaum ein anderes Kind die Unterscheidung zwischen den Vogelarten vornahm. Zudem sahen sie die erstaunten Gesichter der Erwachsenen, wenn sie bei einem Kindergartenausflug meinten „Papa ist nicht da, der zählt Vögel“, wenn er für ein ornithologisches Gutachten unterwegs war. Irgendwie schien dies etwas Ungewöhnliches zu sein mit der Vogelbeobachtung. So stellte unsere kleine Tochter eines Tages unmissverständlich fest, dass unser Spezialinteresse nichts für Kinder sei:

Wir sahen beim Familienausflug ein Schwarzkehlchen und die Kinder stritten sich ums Fernglas. Nachdem die Kleine das Fernglas der Großen abgeben musste und das Vergnügen erstmal vorbei war, meinte sie nur enttäuscht: „Was mache ich jetzt damit, dass ich das Schwarzkehlchen gesehen habe? Das kann ich sowieso niemandem erzählen, das interessiert kein anderes Kind! Vielleicht gerade mal noch eine Erzieherin. Vögel sind langweilig!“

Größere Augen, größerer Körper und mehr Fell

Inzwischen konzentrieren wir uns bei Ausflügen mehr auf Tiere mit größeren Augen und größerem Körper. Die stehen bislang einfach höher im Kurs. In einigen Wald- und Freiflächen unserer Umgebung sehen wir fast immer Feldhasen. Ihre Größe ist für die Kinder bereits beeindruckend im Verhältnis zu den eigenen Kaninchen. Auch wenn die Hasen sehr schnell sind, entdeckt man sie doch mit bloßem Auge. Ebenso Füchse oder Hirsche tauchen hin und wieder auf.

Einmal sprang ein Reh nur etwa 100 Meter von uns entfernt vorbei. Beide Kinder reagierten sofort und blieben ganz ruhig stehen. Auch das Reh blieb stehen und sah sich um. Wir hängten dem ersten Kind das Fernglas um und passten es auf ihren Augenabstand an. Die Kleine war selig: „Es schaut mir direkt in die Augen!“ So nah kam sie dem Reh mit dem Fernglas und erlebte eine unmittelbare Verbindung mit dem Tier, die sie nachhaltig beeindruckte.

LETZTENDLICH IST VOM KLEINEN KÄFER BIS ZUM HIRSCH JEDES TIER INTERESSANT FÜR DIE KINDER, WENN SIE IHM SO NAHE ALS MÖGLICH KOMMEN – ENTWEDER MIT DEM FERNGLAS, ÜBER GESCHICHTEN ODER DIREKT AUF DER HAND, SOLANGE ES DIE TIERE NICHT STÖRT.

Von der Ameise bis zum Wiesel

Inzwischen fangen unsere Kinder Molche, Grashüpfer und Käfer sehr geschickt, um sie nach der Betrachtung gleich wieder ziehen zu lassen. Nur Blindschleichen sind ihnen nicht geheuer und bei den Dachsbauten wollen sie auch schnell weiter. In irgendeinem Kinderbuch spielt der Dachs eine gefährliche Rolle. Selbst wenn wir das aufklären konnten, wollen sie ihm lieber nicht persönlich begegnen.

Und was die Vögel angeht, gibt es doch Hoffnung: Als sich ein Junge aus dem Bekanntenkreis neulich brennend für die Greifvögel in der Luft interessierte, erklärten unsere Kinder ihm, wie er an dem gegabelten Schwanz erkenne, dass es ein Roter Milan sei. Irgendetwas nehmen sie aus dem Naturerlebnis immer mit – trotz anfänglichen Meckerns.

Spieltipps für Kinder in der Natur

  • Spurensuche: Als kleine Detektive vergleichen die Kinder mit Lupe und Bestimmungsbuch Fußabdrücke oder die Exkremente auf Feldwegen und dem Waldboden und ordnen sie den Tieren zu.
  • Fahndungsliste: Vorab eine Liste mit wahrscheinlichen Tierarten vom Käfer bis zum Säugetier erstellen, in Wald und Wiese danach Ausschau halten und diese dann abhaken.
  • Waldolympiade: Mit Zapfenweitwurf, Weitsprung mit Stöckchenmaß, Hürdenlauf oder Balancieren auf Baumstämmen.
  • Karneval der Tiere: Nacheinander verschiedene Tiere nachahmen, sich wie sie bewegen, ihre Geräusche imitieren und die anderen erraten lassen.
  • Hüja, Pferdchen: Mit einem Seil Kinder als Pferdchen Traben, Schritt und Galopp gehen lassen. Das Seil dient dann auch als Lasso für die kleinen Cowboys and Cowgirls oder hilft beim Hochklettern an Bäumen.
  • Vogelrätsel: Wie viele unterschiedliche Gesänge hören die Kinder.
  • Wald-Memory: Mit Holz ein kleines Quadrat abgrenzen und mit Zapfen und Stöckchen die Kinder ein Bild legen lassen. Danach schauen die Kinder weg und zwei Elemente verschwinden. Welche sind es?
  • Rucksack wirkt Wunder: Spaziergänge sind langweilig, Wanderungen mit Rucksäcken und eigenem Proviant dagegen sind Abenteuer. Am besten noch eine Lupe für Insekten und Blätter einpacken.

ZEISS Ferngläser für Vogelbeobachter

Bewertung von Terra ED und Conquest HD

Jedes schnell skizzierte Bild oder die Google-Bildsuche nach dem Wort „Birdwatcher“ machen es deutlich: Ferngläser und Vogelbeobachtung gehören einfach zusammen. Sie sind das Instrument, auf das kein Vogelbeobachter verzichten kann. Vielleicht besitzen Sie schon seit vielen Jahren ein hochwertiges Fernglas, finden angesichts der vielen Kratzspuren auf dem Objektiv aber, dass ein neues Modell angebracht wäre. Oder steigen Sie gerade in die Vogelbeobachtung ein und suchen Rat, welches Glas eine gute Wahl wäre? Wundern Sie sich etwa, warum Experten mit ihren Ferngläsern wesentlich mehr Details erkennen können als Sie?

Der Kauf des richtigen Fernglases ist alles andere als einfach. Es gibt scheinbar zahllose Marken und Modelle zur Auswahl, und ganz offen gesagt unterscheiden sich die Top-Marken nur geringfügig. In seiner ausführlichen Bewertung von 2013 (African Birdlife 1(3):48-52) kamen Peter Ryan und sein Team zu einer ähnlichen Schlussfolgerung: einer konvergenten Entwicklung in der Optik, könnte man sagen. Bisher galten ZEISS, Leica und Swarovski als die drei wichtigsten Hersteller von Ferngläsern. In letzter Zeit brachten aber auch Marken wie Minox, Kowa, Vortex, Lynx und andere hervorragende optische Lösungen zu wettbewerbsfähigen Preisen heraus.

DIE TERRA-FERNGLÄSER FÜR EINSTEIGER VON ZEISS. HIER ZU SEHEN SIND DAS MODELL POCKET 8X25, DAS AN DEN BLAUEN VERSTELLRINGEN ZU ERKENNEN IST; DAS MITTELGROSSE MODELL ED 8X32 UND DAS GRÖSSERE ED 10X42. TERRA-FERNGLÄSER SIND IN DEN FARBEN SCHWARZ, GRAU ODER GRÜN ERHÄLTLICH.

VOGELBEOBACHTUNG MIT ZEISS
Seit einigen Jahren pflegt der deutsche Hersteller für Optiklösungen ZEISS Beziehungen mit BirdLife International und hat damit einen konkreten Beitrag zum Vogelschutz auf der ganzen Welt geleistet. Hierzu zählt beispielsweise das Sponsoring von Veranstaltungen von BirdLife South Africa sowie die Ausstattung wichtiger Mitarbeiter von BirdLife mit optischen Geräten. Darüber hinaus fließt ein beachtlicher Teil der Einnahmen für ZEISS Produkte, die über die Website von BirdLife South Africa vertrieben werden, direkt in die wichtige Vogelschutzarbeit dieser NGO. ZEISS leitet zudem Kurse, Ausflüge und schreibt Blogs: das ist echte Unterstützung für Vogelschutz und -beobachtung. Und deshalb finde ich, dass Vogelbeobachter das Unternehmen ebenfalls unterstützen sollten. Abgesehen davon, natürlich, dass es die weltbesten optischen Lösungen herstellt!

ZEISS versteht die Bedürfnisse von Vogelbeobachtern, die ihre Ausrüstung bekanntermaßen sehr gezielt auswählen, besondere Anforderungen daran stellen und sich gut damit auskennen. Außerdem macht ihre Ausrüstung während der Benutzung normalerweise so einiges mit. Das Unternehmen weiß auch, dass unterschiedliche Nutzer von Ferngläsern unterschiedliche Funktionen wünschen. Genau um diesen Aspekt ging es, als mir angeboten wurde, sechs ZEISS Ferngläser zu testen. Es ist nicht ratsam, ein teures Fernglas unbesehen oder ausschließlich auf Basis einer veröffentlichten Bewertung im Internet zu kaufen. Sie müssen das Produkt in die Hand nehmen, ein Gefühl für sein Gewicht und seine Balance entwickeln und vor allem ein paar Vögel finden, an denen Sie es ausprobieren können. Ich freute mich also über die Chance, die Ferngläser zu testen. Und zwar nicht, indem ich aus dem Bürofenster schaute oder Listen mit Spezifikationen verglich, sondern indem ich die Ferngläser mit nach draußen nahm. Denn nur dort konnte ich ihre jeweiligen Vor- und Nachteile wirklich herausfinden.

PRAXISTEST
Objektivdurchmesser. Austrittspupillendurchmesser. Dioptrienverstellbereich. Subjektiver Sehwinkel. Bewertungen von Ferngläsern zu lesen, kann anstrengend sein, wenn Sie keine Optometrie- oder Technikkenntnisse haben. Deshalb nehme ich Ihnen diese lästige Aufgabe ab. Ich glaube nicht, dass Sie alle diese Begriffe unbedingt verstehen müssen, bevor Sie ein neues Fernglas kaufen. Tatsächlich würde ich wetten, dass die meisten Vogelbeobachter die benutzerfreundlichen Funktionen und die Robustheit mehr schätzen als winzige Unterschiede bei der optischen Qualität und den technischen Spezifikationen. Ich erinnere mich da insbesondere an einen Kaprohrsänger, den ich durch ein ZEISS Victory HT beobachtete, dessen Bild sich mir förmlich auf der Netzhaut einbrannte. Der ZEISS Slogan trifft es auf den Kopf: Für diesen Moment arbeiten wir. Dies ist die Bewertung von einem Vogelbeobachter für Vogelbeobachter.

ES GIBT NICHTS SCHÖNERES, ALS EINEN VOGEL BEI GUTEM LICHT UND ABSOLUT SCHARF DURCH EIN NEUES UND HOCHWERTIGES FERNGLAS ZU BEOBACHTEN.

INSBESONDERE FÜR DIE BEOBACHTUNG VON VOGELSCHAREN, VON KLEINEN, QUIRLIGEN SPEZIES ODER IN BEWALDETEN UMGEBUNGEN – WO SICH BEISPIELSWEISE ELISABETHGLANZSTARE TUMMELN – KANN EIN GRÖSSERES SEHFELD VORTEILHAFTER SEIN ALS EINE HÖHERE VERGRÖSSERUNG. BEACHTEN SIE DEN AMETHYSTGLANZSTAR UNTEN RECHTS IN DER ANSICHT MIT 8-FACHER VERGRÖSSERUNG. DIE MEISTEN STIMMEN ZU, DASS SIE BEI 8-FACHER VERGRÖSSERUNG MEHR DETAILS ERKENNEN KÖNNEN ALS BEI EINER ETWAS GRÖSSEREN, ABER LEICHT VERWACKELTEN 10-FACHEN VERGRÖSSERUNG.

STREITPUNKT: ZEHN ODER ACHTDie größte Stärke von Ferngläsern liegt in der Vergrößerung eines Bilds. Auf diese kommt es an, wenn Sie einen Greifvogel, der sich mithilfe der Thermik bis hoch in die Wolken aufschwingt, so nah heran holen, um die wesentlichen Carpalflecken erkennen zu können; oder wenn Sie einen Schwarm Stelzvögel draußen im Watt so weit vergrößern, damit Sie den gegabelten Überaugenstreif ausmachen können, der den Sumpfläufer vom Zwergstrandläufer unterscheidet. Es mag logisch erscheinen, dass größer gleich besser ist: je höher die Vergrößerung, desto größer das Bild. Aus diesem Grund haben sich viele Vogelbeobachter, auch ich, bisher für Ferngläser mit 10-facher Vergrößerung entschieden. Nachdem ich aber welche mit 8-facher Vergrößerung ausprobiert habe, bin ich nun der festen Überzeugung, dass sie besser sind als Modelle mit 10-facher Vergrößerung. Eine kleinere Vergrößerung hat zwei wichtige Vorteile.

Zum einen bietet sie ein größeres Sehfeld. Für Vogelbeobachter, die schon jahrelange Übung darin haben, im Blätterdach versteckte Waldsänger ausfindig zu machen, ist das natürlich unerheblich. In den meisten Fällen macht der zusätzlich sichtbare Bereich bei geringer Vergrößerung das Leben aber einfacher. Das gilt insbesondere für dichtbewachsene Lebensräume, in denen man sich schnell bewegende Objekte schnell aus den Augen verliert. Oder auch für die Vogelbeobachtung auf einem Ozean, von einem wackelnden Schiff aus. Wenn Sie mir das nicht glauben, probieren Sie beide Modelle aus, aber das mit 8-facher Vergrößerung zuerst. Ich möchte wetten, dass Sie sich beim Blick durch das Fernglas mit 10-facher Vergrößerung wie ein Pferd mit Scheuklappen vorkommen werden. Zum anderen bedeutet eine geringere Vergrößerung eine höhere Bildstabilität.

DAS TERRA 8X32 (LINKS) IST ETWA GLEICH GROSS WIE DAS CONQUEST-MODELL MIT DERSELBEN VERGRÖSSERUNG UND OBJEKTIVGRÖSSE (DRITTES), ES KOSTET ABER NUR DIE HÄLFTE. DASSELBE GILT FÜR DAS TERRA 10X32 (ZWEITES) UND CONQUEST 10X42 (RECHTS AUSSEN). ALLERDINGS SIND DIE CONQUEST-MODELLE DEN TERRA-MODELLEN OPTISCH UND ERGONOMISCH ÜBERLEGEN UND BIETEN EIN GUTES PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS. SIE HABEN DIE W

DIE KANDIDATENIn dieser Bewertung geht es um Einstiegsmodelle und Produkte im mittleren Preissegment von ZEISS – schwerpunktmäßig auf der Terra ED-Produktreihe in der Preisgruppe unter 10.000 Rand (ca. 617 Euro) und der Conquest HD-Reihe (bei 12.000 – 15.000 Rand; 742 bis 927 Euro). In jeder Klasse wurde ein kompaktes Fernglas (8×32) und ein größeres Modell (10×42) getestet. Bei der Conquest-Reihe war auch das mittlere Modell (8×42) dabei, während für Terra das ausgesprochen niedliche Modell Pocket 8×25 ins Rennen ging. Ich habe drei Monate damit verbracht, mit diesen im glühend heißen Bushveld-Komplex, auf Feuchtwiesen und an salzigen Küstenstreifen umherzuwandern. Ich habe auch viele Vogelbeobachter-Kollegen unterschiedlichen Alters- und Erfahrungsstufen eingespannt und nach ihrer Meinung gefragt.

MASSSTÄBE SETZENDie ZEISS Produkte setzten die Messlatte gleich von Anfang an hoch. Sie werden in einer modernen und minimalistischen weißen Box geliefert, die beim Auffalten ihren wertvollen, in Schaumstoff gebetteten Inhalt offenbart.

Die edle Verpackung zeigt sehr deutlich, dass es sich hier um deutsche Ingenieurskunst handelt. Ihr Inhalt erweckt den Eindruck, dass Sie die richtige Entscheidung getroffen haben, und zaubert Ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Davon ausgenommen ist jedoch das Pocket-Modell, das in einem durchsichtigen, robusten Kunststoffbehälter geliefert wird. Standardmäßig sind bei allen Modellen diverse Zubehörteile dabei: ein Komfort-Tragegurt aus Neopren – im Falle der Conquest-Modelle mit Luftpolster – sowie ein strapazierfähiger Spritzschutz für Augenmuscheln und Objektivabdeckungen, ein Objektivreinigungstuch und die relevanten Handbücher und Dokumentationen. Ebenfalls enthalten ist eine stoßfeste Transporttasche aus robustem Material, die an einem Gurt oder Riemen befestigt werden kann.

Die Terra-Modelle bieten eine zweijährige Gewährleistung auf Fertigungsmängel; bei den höherpreisigen Conquest-Modellen ist diese auf zehn Jahre erweitert. Alle Ferngläser sind mit Stickstoff gefüllt und wasserdicht: die Terra-Modelle bis zu einem Meter, die Conquest-Modelle bis zu vier Meter.

EINPACKEN UND LOSZIEHEN: TERRA 8X25Für das ZEISS Terra Pocket 8×25 brauchen Sie keine tiefen Taschen. Und das meine ich sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne. Ich habe es häufig in letzer Minute auf meine morgendliche Joggingrunde mitgenommen, denn mit nur 310 g ist das Fernglas so leicht, dass Sie es völlig vergessen, bis Sie es wieder brauchen. Für mich kommt es bei einem erschwinglichen, extrem kompakten Fernglas genau darauf an. Sie sind die Rückfallebene für Notfallsituationen. Ich habe mir eines für das Auto gekauft, falls ich einmal etwas Seltenem auf die Spur kommen sollte oder über mir ein Greifvogel segelt, während ich im Stau stecke. Sie könnten es sogar unauffällig in der Handtasche Ihrer Frau in eine Konzerthalle oder ein Sportstadion mitnehmen. Natürlich ist seine optische Qualität der von größeren Modellen etwas unterlegen, aber nicht in dem Ausmaß, dass das Fernglas in den meisten Situationen Frust hervorrufen würde. Eines muss ich aber vorausschicken: Entscheiden Sie sich nicht für das Pocket-Modell mit 10-facher Vergrößerung, da eine derart hohe Vergrößerung bei einem Objektivdurchmesser von lediglich 25 mm zu einem extrem eingeschränkten Sehfeld führt.

Dieses war übrigens der Favorit meines vierjährigen Sohnes. Mehr als einmal hat er sich damit aus meinem Büro gestohlen, um den Garten auszukundschaften. Wenn man seinen relativ günstigen Preis und das robuste Design berücksichtigt, wäre dieses Fernglas ideal, um Kinder in die Welt der Vogelbeobachtung einzuführen. Die blauen Verstellringe unter den Augenmuscheln sprechen den Designer in mir wirklich an. Sie sind ein cleveres Stück Marketing von ZEISS, das anstelle von Codes lieber einprägsame Wörter als Namen für seine verschiedenen Produkte auswählt.

VORTEILE: Winzig und extrem leicht; passt in jede Tasche.
NACHTEILE: Fokusring ist klein und liegt ungünstig für große Hände. Individuelle Augeneinstellung zu flexibel.
IDEAL FÜR: Wanderer, Jogger, gelegentliche Nutzer und eilige Vogelbeobachtungen. Eine sehr gute Wahl für Kinder.

DAS MODELL TERRA POCKET 8X25 IST DAS GÜNSTIGSTE FERNGLAS VON ZEISS. TROTZDEM IST ES EIN AUSSERGEWÖHNLICHES INSTRUMENT, DAS OPTISCHE MEISTERLEISTUNGEN VOLLBRINGT. MIT GERADE EINMAL 300 G GEWICHT UND EINER LÄNGE VON 111 MM IST ES PERFEKT FÜR DIE VOGELBEOBACHTUNG UNTERWEGS

FANTASTISCHES TERRA EDZEISS bezeichnet diese Reihe ziemlich bescheiden als Ferngläser der Einstiegsklasse. Sie verfügen über SCHOTT ED-Glas und – im Gegensatz zum HD-Objektiv mit LotuTec-Beschichtung der Conquest-Reihe – über eine hydrophobe Beschichtung. Die Unterschiede in der optischen Qualität und Ergonomie sind offensichtlich, aber nicht frappierend. Ich war von der Benutzerfreundlichkeit und Stabilität des Fokussiermechanismus beeindruckt – insbesondere bei den kleineren Modellen 8×32. Ich würde sie mindestens auf derselben, wenn nicht etwas höheren Qualitätsstufe einordnen als die Conquest-Modelle. Das Modell ist perfekt, um die aufgescheuchte Steppenralle schnell in den Fokus zu rücken und scharf zu stellen, bis sie wieder mit baumelnden Beinen auf den Boden zurücksegelt, um nach Deckung zu suchen. Beim Terra 10×42 ist der Fokus vielleicht ein wenig zu schnell, weshalb die Scharfstellung etwas Feingefühl erfordert.
Bei etwas über 8000 Rand (ca. 186 Euro) kostet das Terra ED-Modell halb so viel wie das Conquest-Modell. Es hält vielleicht kein Leben lang, aber Sie können ja einfach eines nachkaufen, wenn Sie das erste irgendwie kaputt gemacht haben (was ich stark bezweifle). Ich würde das Fernglas Leuten empfehlen, die der Vogelbeobachtung mit Leidenschaft, aber nicht obsessiv nachgehen. Wenn Sie Vögel nur am Wochenende beobachten oder Ihr Fernglas zu Hause im Schrank aufbewahren, dann ist das das richtige Modell für Sie. Wenn Sie sich vor der Arbeit drücken, um unter der Woche Vögel zu beobachten, und Ihr Fernglas auf dem Küchentisch liegen haben, dann lesen Sie weiter. Das kleinere Modell 8×32 ist perfekt für alle, die kleinere Hände haben oder bereits Kameras, Teleskope und andere Ausrüstungsgegenstände mitschleppen müssen. Für einige weibliche Tester war dieses Modell die erste Wahl. Ah, und was wäre das Leben ohne das gewisse Etwas? Abgesehen von der Standardfarbe Schwarz sind die Terra-Modelle auch in schickem Schwarz/Grau und attraktivem Schwarz/Grün erhältlich. Die auffällige Version in Hellblau wird nicht mehr hergestellt.

VORTEILE: Gute optische Leistung, insbesondere im Umgang mit Blendlicht, zu einem angemessenen Preis. Leichtgängiger, intuitiver Fokus.
NACHTEILE: Gummiertes Gehäuse, Qualität der Konstruktion und Augenmuscheln insgesamt der Conquest-Modellreihe unterlegen. Die Einstellung der Dioptrien kann schwierig sein.
IDEAL FÜR: Anfänger oder fortgeschrittene Vogelbeobachter oder auch Ehepartner von Vogelbeobachtern, die ein wenig Interesse zeigen. Der perfekte Begleiter für die jährliche Safari oder Expedition. Eine ausgezeichnete Ausweichlösung für ernsthafte Vogelbeobachter, falls deren Lieblingsfernglas auf einer vogelkundlichen Reise im Ausland verloren gehen oder gestohlen werden sollte.

DAS HANDLICHE FÜR DAMEN: CONQUEST 8X32Ich muss etwas gestehen: Ich habe mich ein bisschen in das Conquest 8×32 verliebt. Das geringe Gewicht und die angenehme Ergonomie dieses Modells machen es, nun ja, wirklich unwiderstehlich und man möchte es immer in der Hand halten.

Das Modell 8×32 wiegt 630 g, etwa halb so viel wie die zwei größeren Terra-Modelle, und ist wesentlich leichter als das Conquest 42 mit seinen ca. 800 g. Das 8×32 misst 18 mm, das ist etwa eine Augenmuschelhöhe kürzer als das größere Conquest. Sein Nahfokusbereich liegt bei unglaublichen 1,5 m, das ist der kürzeste aller bewerteten Modelle (allerdings können die größeren Terra-Modelle da mithalten). Sie können praktisch Ihre eigenen Zehen scharf stellen. Abgesehen davon, dass Sie mit diesem Fernglas das Ergebnis der Pediküre in Augenschein nehmen können, eignet es sich perfekt zur Beobachtung von Schmetterlingen und Libellen.

Da es einen größeren Fokusbereich aufweist, bietet es das größte Sehfeld: 140 m auf 1 km, im Vergleich zu 128 m bei den Modellen 8×42 und 115 m bei den Modellen 10×42. Kleinere Objektive bedeuten geringe Verluste in Sachen Helligkeit und Lebendigkeit, wenn Sie Vögel bei schwacher Beleuchtung beobachten, beispielsweise in der Morgen- oder Abenddämmerung oder im Wald. Allerdings ist der Austrittspupillendurchmesser ziemlich nah an dem der Modelle 10×42 dran (4,2 mm im Vgl. zu 4,0 mm), er ist jedoch nicht so beeindruckend wie bei den Modellen 8×42 (5,3 mm). Ich persönlich würde mich für das maskulinere 8×42 entscheiden, aber die Entscheidung dafür fällt nur knapp aus.

VORTEILE: Fantastischer Nahfokus. Klein und leicht und trotzdem ausgezeichnete optische Leistung. Großes Sehfeld.
NACHTEILE: Geringfügig schlechtere Leistung als die Modelle x42 bei schlechten Lichtverhältnissen.
IDEAL FÜR: Frauen. Fotografen, die auch andere Ausrüstung tragen müssen. Wanderer. Oder für die Vogelbeobachtung in unwegsamem Gelände oder wildem Buschwerk.

CONQUEST HD x42: DAS PERFEKTE FERNGLAS FÜR DIE VOGELBEOBACHTUNG?
Letzten Endes haben die Conquest-Modelle mein Herz erobert. Sie erfüllen all die Anforderungen, die ich an ein Fernglas für die Vogelbeobachtung stelle: eine unglaublich klare Optik, eine hohe Lichtübertragung, Komfort und Ergonomie und eine einzigartige Robustheit. Auf letzteres möchte ich noch näher eingehen. Ich konnte es mir zwar nicht erlauben, die zu bewertenden Produkte übertriebenen Prüfungen zu unterziehen, um reale Bedingungen zu simulieren, es gibt aber mehrere Stunden unterhaltsamer Onlinevideos von Testern, die genau das gemacht haben. Ich möchte dazu nur sagen, dass die Prüfungen in der Praxis, etwa gelegentliches Abwischen mit dem Shirt oder herunterfallen lassen, im Vergleich dazu ein Klacks sind. ZEISS hätte darauf gewettet, dass seine Conquest-Modelle extremen Reibungskräften, der Schwerkraft, Stößen, Temperaturen, Untertauchen, Schüssen und sogar Explosionen widerstehen können. Tatsächlich hat das Unternehmen Recht.

Eine praktische Eigenschaft der Conquest-Modelle, ist der Feststellmechanismus mit vier Positionen an den Augenmuscheln. Damit können Nutzer ihre bevorzugte Einstellung auswählen, anstatt sie vollständig hinein- oder herauszudrehen. Der Dioptrienausgleich, der sich unterhalb des rechten Okulars befindet, lässt sich einfach vornehmen. Er bleibt fixiert, während die Augenmuscheln nach innen und außen gedreht werden. Das Fokussierrad fühlt sich weich an, ist aber nicht übermäßig empfindlich. Die Verschiebung des Fokus mit idealer Geschwindigkeit von einem recht nahen Punkt, sagen wir 3 m, zum Horizont erfordert nur eine halbe Umdrehung, ohne dass der Zeigefinger angehoben und wieder angesetzt werden muss. Tatsächlich war das das größte Problem, das ich mit dem großen Vergleichsmodell des Conquest hatte, dem Victory HT; der diffizile Fokussiermechanismus des letzteren ist zwar sehr präzise und eignet sich etwa sehr gut für die Jagd, für die Vogelbeobachtung muss man aber schneller reagieren können.

MEINE ERSTE WAHL: DAS ZEISS CONQUEST 8X42. DIESES FERNGLAS IST AUSGESTATTET MIT EINEM ABNEHMBAREN SPRITZSCHUTZ FÜR DIE AUGENMUSCHELN, DER REGENWASSER ODER STAUB ABWEIST, SOWIE EINER OPTIONALEN ABDECKUNG FÜR DIE OBJEKTIVE; LETZTERE KANN MIT CLIPS SEITLICH AM GEHÄUSE BEFESTIGT WERDEN. ES IST HIER ZWAR NICHT ZU ERKENNEN, ABER DER TRAGEGURT AUS NEOPREN VERFÜGT ÜBER EIN BEQUEMES LUFTPOLSTER. GEHEN WIR AUF VOGELSCHAU!

Die Conquest-Modelle verfügen über weiche, aber robuste Augenmuscheln, die auch bei längeren Beobachtungen kein Unbehagen bereiten. Das Fernglas weist ein gummiertes Gehäuse auf, das sich hochwertig und robust anfühlt. Man hätte fast Lust es ein wenig härter anzufassen, nur um diese Robustheit zu testen, lässt es aber dann doch sein. Dieser Eindruck der Unverwüstlichkeit weckt Vertrauen in das Produkt. Das ist das Fernglas, das mich über Ozeane, durch die Wüste und die gefrorene Einöde auf der Suche nach Vögeln begleiten wird.
Es ist bei einem typischen Augenabstand 150 mm hoch und 120 mm breit – das sind keine kleinen Optiken. Trotzdem fühlt sich das Fernglas im Gebrauch weder sperrig noch schwerfällig an. Die Modelle 8×42 und 10×42 sind bezüglich Gewicht und Abmessungen gleich, deshalb fällt es schwer, her eine Wahl zu treffen. Wegen seiner höheren Lichtübertragung, der besseren Stabilität und dem größeren Sehfeld (128 m im Vgl. zu 115 m auf 1 km), würde ich das Modell 8×42 wählen, weil es wirklich vielseitig ist. Wenn Sie jedoch normalerweise auf freiem Feld und über weitere Entfernungen Vögel beobachten und eine ruhige Hand haben, könnte das Modell mit der stärkeren Vergrößerung (10x) das richtige für Sie sein.

Ich fand es interessant, dass Ryans Testteam im obengenannten Artikel das ZEISS Conquest als Produkt mit dem „zweifellos besten Preis-Leistungs-Verhältnis“ bezeichneten. Ich und zahlreiche Kollegen aus der Vogelbeobachtung – von meinem Schwiegervater, der sein Fernglas auf der Wildfarm deponiert, bis hin zu professionellen Reiseleitern, die mehr als 300 Tage pro Jahr unterwegs sind –, können dem voll und ganz zustimmen.

Allerdings ist es ein kostspieliges Fernglas: Sie könnten für denselben Preis zwei Terra-Ferngläser kaufen, aber nur ein halbes Victory HT und etwa ein Drittel eines Victory SF, das Vorzeigemodell von ZEISS. Gleichwohl könnte dies das letzte Fernglas zur Vogelbeobachtung sein, das Sie jemals kaufen.

Der Moment, in dem ich mich unwiderruflich dem Conquest verschrieben hatte kam, als ein paar Grauflügelige Frankoline in unseren Garten spazierten. Das Fernglas lag zufällig neben mir auf dem Tisch und ich griff danach, um mir diese zierlichen und scheuen Hühnervögel näher anzusehen. Obwohl ich diese Spezies vorher schon x-mal gesehen hatte, erlebte ich sie an diesem Tag aus einer völlig neuen Perspektive. Ich konnte jede einzelne Feder bis ins kleinste Detail und in atemberaubender Schärfe erkennen. Das ist definitiv der Moment, auf den ich hingearbeitet habe.

VORTEILE: Ausgezeichnete optische Leistung und Haltbarkeit. Perfekte Fokussiergeschwindigkeit. Augenmuscheln auf verschiedenen Einstellebenen.
NACHTEIL: Schwerer als kleinere Modelle.
IDEAL FÜR: Passionierte Vogelbeobachter. Forscher. Nutzer, die ein vielseitiges, leistungsfähiges Fernglas benötigen, mit denen sie viele Jahre auf Beobachtungstour gehen können.

Weitere Informationen und technische Daten finden Sie auf unserer Website: Conquest-Ferngläser und Terra-Ferngläser.