Das Siegerteam berichtet

Eilat, Israel
Eilat, auch Elat oder Elath, ist eine Stadt an der Südspitze Israels im Süden der Wüste Negev. Die Stadt ist der einzige Zugang Israels zum Roten Meer. Die Länge des israelischen Küstenabschnitts beträgt nur knapp zwölf Kilometer.

Die ZEISS Artic Redpolls waren eines der drei von Carl Zeiss Sports Optics gesponserten Teams, die am 29. März am berühmten Vogelschutz-Wettbewerb „Champions of the Flyway“ im Süden Israels teilnahmen. Unser Team aus vier begeisterten Vogelbeobachtern und Ornithologen (Teamkapitän Roni Väisänen, Jarkko Santaharju, William Velmala und Vilppu Välimäki) aus Finnland, das am nördlichen Ende der eurasisch-afrikanischen Flugroute liegt, nahm bereits zum zweiten Mal an diesem Wettbewerb teil. Die Erwartungen lasteten schwer auf unseren Schultern, da wir im vergangenen Jahr die Silbermedaille gewonnen hatten.

Wir entschlossen uns für dieselbe Route wie im letzten Jahr. 2015 trennte uns schließlich nur eine Vogelart vom Sieg. Ein klares Zeichen also, dass diese Route so verkehrt nicht sein konnte. Wir haben unsere Route ein wenig optimiert, doch von einem strikten Programm für den Wettkampftag haben wir abgesehen.

Der Startschuss ist gefallen

Nach dem Startschuss um Mitternacht eilten wir von Eilat aus durch die Aravasenke in Richtung der Negev-Wüste. Bis zum Tagesanbruch konnten wir 18 Vogelarten auf unserer Liste verbuchen, darunter Zwergdommeln, Schleiereulen und Waldohreulen. Wir verbrachten den Morgen in Nitzana in der Nähe der ägyptischen Grenze. In der Wüste konnten wir einige Arten abhaken, die sonst nur schwer zu finden sind, wie zum Beispiel die Asiatische Kragentrappe, den Steinkauz und das Spießflughuhn. Allerdings war es dort kalt, daher gab es kaum Bewegung kleinerer Vögel und die Tiere gaben keine Laute von sich. Um 10 Uhr morgens verließen wir schließlich das Gebiet. Auf unserer Liste waren nun bereits 88 Arten.

In der Wüste konnten wir einige Arten abhaken, die sonst nur schwer zu finden sind

Nach weiteren zehn Arten, wie dem Kolkraben in Sede Boker, zogen wir mit insgesamt 117 verschiedenen Arten im Gepäck weiter.

Auf dem Weg zurück in den Süden machten wir Halt am Jerocham-Reservoir, an dem wir 19 weitere Vogelarten sichteten. Am meisten beeindruckte uns ein junger Steinadler, der seine Kreise über dem Wasser zog. Wir hatten das Gefühl, dass sich unsere Liste langsam füllt. Nach weiteren zehn Arten, wie dem Kolkraben in Sede Boker, zogen wir mit insgesamt 117 verschiedenen Arten im Gepäck weiter. Ein paar kurze Stopps in Mitzpe Ramon und Hameishar brachten uns fünf bzw. acht weitere Vogelarten ein. In Hameishar konnten wir zum Beispiel einen Kappenschmätzer beobachten. Auf dem Weg in die Aravasenke zeigten sich ein paar neue Arten. Um 16:25 Uhr – viel zu spät – kamen wir dort an. Zu diesem Zeitpunkt zählten wir 133 Arten auf unserer Liste.

Der Spaß liegt im Vordergrund

Der Wettbewerb verlief im Großen und Ganzen wie wir es erwartet hatten. Wir waren uns aber sicher, dass viele Teams vor uns lagen. Das lag auch daran, dass wir im Eifer des Gefechts vergessen hatten, einige häufig vorkommende Arten aufzuschreiben. Unsere Liste war letztlich also gar nicht so kurz, wie wir dachten. Nach einem kurzen Moment der Verzweiflung in der nachmittäglichen Hitze entschlossen wir uns, diese fantastische Gelegenheit zur Vogelbeobachtung zu genießen – ganz egal, wie der Wettbewerb enden würde. Aller Konkurrenz zum Trotz ist es schließlich ein Event, das Spaß machen soll. Für unser Team war dieser Moment ein mentaler Wendepunkt. Etwas Koffein und dringend benötigter Zucker aus süßen Mandarinen gaben uns die nötige Kraft, unseren Unmut über nicht erfüllte Erwartungen hinter uns zu lassen. Wir fingen an, den Wettbewerb zu genießen.

Im südlichen Teil des Spielgebiets machten wir Halt am Abwasserkanal von Jotvata. Im Anschluss wechselten wir bis zum Einbruch der Dunkelheit zwischen den besten Birding-Plätzen Eilats hin und her. Wir hatten unfassbar viel Glück. Zudem erhielten wir reichlich Unterstützung durch andere Teams und Vogelbeobachter rund um Eilat. In Jotvata konnten wir neun Arten ausmachen. Ein kurzer Zwischenhalt bei den Km20-Teichen brachte uns 13 Arten ein, am nördlichen Strand sichteten wir zehn Arten. Zwei Stopps im Birding-Park Eilats und der Umgebung brachten weitere sieben Häkchen für unsere Liste. Am Ende des Tages hatten wir 172 Arten beisammen. In der letzten Stunde vor Sonnenuntergang konnten wir 17 neue Arten verzeichnen, darunter die Turteltaube und die Schwarzkopfmöwe.

Endspurt: Schon rekordverdächtige 174 Einträge

Am Abend suchten wir noch nach einem Pharaonen-Ziegenmelker. Mit den Ziegenmelkern hatten wir zwar kein Glück, doch dafür entdeckten wir beim Elifaz-Reservoir einen Schwarzhalstaucher und eine Wachtel in den Feldern von Jotvata. Somit hatten wir rekordverdächtige 174 Einträge auf unserer Liste. Obwohl wir viel Zeit im Auto verbrachten, war es sehr schön, so viele Orte in diesem weitläufigen Gebiet zu besuchen. Den Sieg konnten wir uns mit einem äußerst knappen Vorsprung sichern. Ein Team junger dänischer und israelischer Vogelbeobachter brachte es nämlich auf 171 Arten.

In unseren Augen sind die 4.400 Euro an Spenden, die wir für den Kampf gegen das illegale Töten von Zugvögeln im Mittelmeerraum auftreiben konnten, der größte Gewinn. Schließlich handelt es sich bei diesem Wettbewerb um eine Naturschutzveranstaltung. Wenn man selbst in einem

Land lebt, in dem die Mehrzahl der Vögel Zugvögel sind, liegt die Teilnahme an einem solchen Event nah. Wir bedanken uns bei den finnischen Vogelbeobachtern für ihren Einsatz. Außerdem möchten wir den Organisatoren herzlich zu diesem erfolgreichen Event beglückwünschen. Auf dass noch viele Jahre folgen mögen!

Natürlich sind wir auch stolz darauf, dass wir unsere Erwartungen an uns selbst erfüllen konnten. Übrigens gingen die drei „Champions of the Flyway“-Nominierungen allesamt an Teams, die von ZEISS gesponsert wurden. Eure Unterstützung hat also ganz offensichtlich Wirkung gezeigt. Vielen Dank!