Ein Spektiv der Spitzenklasse

Das Fernrohr auf der Neuen Thüringer Hütte im Habachtal in den österreichischen Hohen Tauern ist knapp 100 Jahre im Einsatz und hat eine ganz besondere Geschichte. Doch jetzt wurde es Zeit für ein Upgrade – ein ZEISS Spektiv der Spitzenklasse.

Auf der Neuen Thüringer Hütte im Habachtal gibt es, einmalig für eine Alpenvereinshütte, ein großes Fernrohr für alle Natur- und Bergliebhaber. Während der Hüttensaison wird das 1,30 Meter lange Instrument auf einem großen, eisernen Träger montiert. Beste Sicht garantiert auf die Habach-Gletscher, die hochalpine Tierwelt, auf die vielen 3.000er-Gipfel der Habachrunde und auf den großen Wasserfall unterhalb des Habachkees!

Über 90 Jahre alt
Das Instrument wurde in den 1920er Jahren bei ZEISS in Jena gefertigt – zu einer Zeit, als Fernrohre noch nicht in Serie, sondern einzeln gefertigt wurden. Die Nummer am Okular beweist, dass es vor 1926 an den Deutschen Alpenverein übergegen wurde. Die Geschichte der Thüringer Sektion im Deutschen Alpenverein geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Ernst Abbe, der Physiker und Mitgründer von ZEISS, der Chemiker Otto Schott, Gründer von SCHOTT und der Natuforscher Ernst Haeckel – sie alle waren Mitglieder der damaligen Alpenvereinssektion Jena.

NUN WÄRE ES FAST UNVERANTWORTLICH, EIN SOLCHES HISTORISCHES FERNROHR EINFACH WEITER ZU NUTZEN, BIS ES HALT GANZ HINÜBER IST.

Als die Thüringer Hütte (1926) errichtet wurde und Anfang der 30er-Jahre stehen viele Na Zeissianer im Mitgliederverzeichnis der Sektion, etwa die Geschäftsleiter August Kotthaus, Paul Henrichs und Max Fischer. „Und so kam es wohl zustande, dass unsere Hütte im Großvenedigergebiet mit einem spektakulären Fernrohr ausgestattet wurde“, erzählt Gunter Ungerecht, Mitglied der Sektion Meiningen des Deutschen Alpenvereins (DAV).

Die heutige „Neue“ Hütte ist bereits die zweite, der Vorgängerbau fiel einer Lawine zum Opfer. Das Fernrohr hat dieses Unglück und viele Jahrzehnte überstanden und wird heute noch benutzt, auch wenn die optische Qualität etwas gelitten hat. Nach über 90 Jahren trüben sich die Linsen ein.

„Was liegt da näher, als diese Geschichte in einem der zwei optischen Museen von Zeiss zu erzählen und hautnah zu erleben mit einem Besuch der Neuen Thüringer Hütte.“

Ein neues ZEISS Spektiv zum 150. Geburtstag
Gunter Ungerecht: „Der Zahn der Zeit nagt daran. Es wäre unverantwortlich, ein solches historisches Fernrohr einfach weiter zu nutzen bis es unbrauchbar wird.“ Mit seiner einzigartigen Geschichte soll es für die Nachwelt erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich sein. „Wir überlegen, ob wir das Fernrohr als ein Stück Geschichte auf der Hütte selbst ausstellen, oder es einem Museum zur Leihgabe zu überlassen. Ich persönlich plädiere für die zweite Variante. So wäre zum Beispiel das neue Deutsche Optische Museum in Zukunft sicher ein geeigneter Ort, auch um Werbung für unsere Sektion zu machen und ein Stück Optikgeschichte zu erzählen.“

Auf Initiative der Sektion Meiningen hat ZEISS jetzt ein neues Spektiv für alle Besucherinnen und Besucher der Hütte zur Verfügung gestellt. Das ZEISS Harpia 95 wurde im Rahmen der Jubiläumstour der Sektionen zum 150. Jubiläum des Deutschen Alpenvereins überreicht. „Mehr geht optisch derzeit nicht“, freuen sich Gunter Ungerecht und Dirk Zimmermann von der Sektion Meiningen. „Unglaublich, welche Auflösung ein modernes Instrument leistet“. Für ZEISS und die Thüringer Sektionen des DAV soll die Aktion der Auftakt zu wieder engerer Verbindung in Zukunft sein. „Wir freuen uns, dass wir eine Tradition wiederaufleben lassen können“, so Joachim Kuss von ZEISS Consumer Markets. „Viele Zeissianer sind natürlich auch heute berg- und naturbegeistert. Und alle, welche auf die Neue Thüringer Hütte kommen, erleben, was Optik heute zu leisten vermag.“