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Zum zweiten Mal fand an einem sonnig warmen Maiwochenende das NAJU-Birders Camp in Hamburg statt. Wie auch letztes Jahr kamen rund 20 junge, interessierte Birder aus ganz Deutschland für ein Wochenende in die direkt am Elbstrand gelegene Freiluftschule Moorwerder, um die Vogelwelt Hamburgs zu erleben und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Das Camp startete Freitagnachmittag mit Anreise und einem kurzen Kennenlernen der Teilnehmer.

Am Samstag ging es dann gleich früh morgens mit dem Bus in die Wedeler Marsch. Hier sollte die ganz spezielle Vogelwelt der Marsch, des Elbwattes und der Carl Zeiss Vogelstation beobachtet werden – und es sollte jede Menge zu sehen geben. Doch der Tag fing erstmal mit einer Enttäuschung an, denn die sonst so vogelreichen Wattflächen des Fährmannssander Elbwattes waren fast vogelleer. Aber keiner aus der Gruppe dachte ans Aufgeben, zu groß war die Vorfreude auf die Rothalsgans und andere Besonderheiten, die die letzten Wochen immer in der Station zu entdecken waren.

Wir machten uns auf den Weg zur Carl Zeiss Vogelstation und wurden dort auch gleich von einer Vielzahl an Vogelarten empfangen. Besonders auffällig waren zahlreiche Watvögel, so waren gleich auf den Kiesinseln Bruchwasserläufer, Flussuferläufer, Sand- und Flussregenpfeifer zu entdecken.

Ein erstes Highlight waren natürlich die drei Tage alten Jungen der Flussregenpfeifer, die direkt vor den Augen der begeisterten Teilnehmer umherliefen. In der Blänke neben der Station ließen sich dann noch Temminck-, Zwerg- und Alpenstrandläufer sowie Kampfläufer beobachten. Für viele der Teilnehmer waren dies neue Arten, die ausgiebig betrachtet und für die eigene Artenliste aufgeschrieben wurden.

Nach der ersten Beobachtungsrunde gab es ein leckeres Picknick, um sich für das Nachmittagsprogramm zu stärken. Während unserer Mittagspause ließen sich sogar noch zwei Seeadler blicken, die für mehrere Minuten über der Vogelstation kreisten.

Am Nachmittag stand dann eine kleine Kartier-Rallye auf dem Programm, bei der die Station in kleinen Gruppen erkundet wurde und alle Brutvögel erfasst wurden. Es war beeindruckend anzuschauen mit wieviel Ehrgeiz die Teilnehmer jeden Vogel und jedes versteckte Nest mit den ausgeliehenen ZEISS Terra ED Ferngläsern suchten.

Neben den Flussregenpfeifern wurden so diverse Gänse- und Entenfamilien sowie eine Blaukehlchen-Brut, mehrere brütende Säbelschnäbler, Bachstelzen und vieles mehr entdeckt.

Zum Abschluss des Tages zeigte sich auch die ersehnte Rothalsgans in voller Pracht am Ufer der Station zwischen den Weißwangengänsen, keine 30 Meter entfernt. Es war ein wirklich schöner Abschluss für den Tag und so machten wir uns gegen halb vier langsam auf den Rückweg.

Plötzlich entdeckte vom Deich aus ein NAJU-Birder noch eine Rostgans und die ganze Gruppe suchte hektisch nach dem Vogel. Nach dem die Gruppe die Rostgans durch das Spektiv beobachtet hatte, ging es mit dem Bus zurück zur Unterkunft.

Insgesamt brachte der sehr erfolgreiche Tag neben vielen netten Unterhaltungen und neuen Freundschaften auch über 70 Arten auf die Liste. Am Sonntag stand frühmorgens noch eine Vogelstimmen-Exkursion in der Nähe der Freiluftschule auf dem Programm, um auch die Gesänge der Vögel ein bisschen besser kennenzulernen.

Danach hieß es leider auch schon wieder Abschied nehmen, um gespannt auf das nächste NAJU Birders Camp zu warten.

Sören Rust

Sören Rust ist ein begeisterter Young Birder und Naturfotograf sowie ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der Carl Zeiss Vogelstation in der Wedeler Marsch.