Ein erfolgreicher Neustart ins Geierleben

Crnika, Kroatien
Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in der Rehastation des kroatischen Schutzzentrums für Greifvögel, "Grifon" in Crnika, konnten sechs junge Gänsegeier in die Freiheit entlassen werden.

Doch sie starten in ein Leben voller Ungewissheit und Unsicherheit. Denn der Futtermangel zwingt die Vögel seit einigen Jahren, weite Strecken zurückzulegen. So wurden sie beispielsweise wiederholt an einem Futterplatz in den italienischen Alpen gesichtet.

Gerade jetzt, da die Geier mit der Aufzucht ihrer Jungvögel beschäftigt sind, ist es sehr kräftezehrend für die Elterntiere, diese weiten Strecken für die Futterbeschaffung zurücklegen zu müssen.

Dass diese Spezies in Kroatien noch nicht völlig ausgestorben ist, ist dem Ornithologen Dr. sc. Goran Sušić zu verdanken.

Dank der unermütlichen Arbeit von Dr Sušić können jedes Jahr zahlreiche der bedrohten Tiere gerettet werden

Er erforscht die kroatischen Gänsegeier seit nunmehr 40 Jahren. Als junger Mann sah er die Greifvögel mit einer beachtlichen Spannweite von 2,80 Metern erstmals auf einer wissenschaftlichen Exkursion. Er war vom Fleck weg so fasziniert von den Vögeln, dass er sein Leben fortan deren Erhalt widmete. Anfangs zählte er gerade mal 60 Brutpaare.

Bereits im Alter von 23 Jahren eröffnete Dr. Sušić den ersten Futterplatz für Gänsegeier im gesamten Balkangebiet. Durch diese Erstmaßnahme und die Aufklärungsarbeit unter Schäfern und Jägern konnte sich die Population in den darauffolgenden Jahren langsam erholen. Die Zahl der Brutpaare wurde mehr als verdoppelt. 1993 hängte er seine Stelle als Leiter des ornithologischen Institutes in Zagreb an den Nagel, um seiner Berufung nachgehen zu können. Er eröffnete das Ökozentrum auf der Insel Cres, das im Jahr 2011 von Skal International als weltbeste Destination ausgezeichnet wurde. Nach einem erzwungenen Umzug im Jahr 2012 fand er auf dem Festland, ca. 13 Kilometer südlich der Stadt Senj, eine neue Bleibe und startete bei Zero. Bis heute gibt es leider noch keinen Strom am Zentrum.

Der unermüdliche Einsatz des Vereins für die Greifvögel

In rund 25 Jahren beringte die Organisation zudem mehr als 950 Jungtiere und erhielt mittlerweile mehr als 5.000 Meldungen über Sichtungen. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Dr. Sušić und seinem Team wurde der Status der kroatischen Gänsegeier von „stark gefährdet“ auf „gefährdet“ angehoben. Zusätzlich erreichte er, dass einige der Brutkolonien zu ornithologischen Schutzgebieten erklärt wurden.

  • Jährlich versorgt der Verein Grifon in der Rehastation fünf bis zehn Gänsegeier über mehrere Monate.

  • Das Team arbeitet unermütlich für die Arterhaltung.

  • Im freien Flug über die Mittelmeerküste.

  • In rund 25 Jahren beringte die Organisation mehr als 950 Jungtiere.

  • Die Jungtiere werden vor der Freilassung für das Leben in der Wildnis gestärkt.

  • Dank der Arbeit des Vereins wurde der Status der kroatischen Gänsegeier von „stark gefährdet“ auf „gefährdet“ angehoben.

Während der Sommermonate und der Brutzeit der Gänsegeier nähern sich täglich alle 20 Minuten Ausflugsboote voller Touristen den Brutfelsen. Auf der Insel Prvić liegen die Nester teilweise nur in einer Höhe von rund 10 Metern. Die Touristen können vom Oberdeck der Boote direkt in die Nester blicken. Oft kommt es vor, dass Elterntiere nicht in der Lage sind, ihre Jungtiere tagsüber mit Nahrung zu versorgen.

Jährlich versorgt der Verein Grifon in der Rehastation fünf bis zehn Gänsegeier über mehrere Monate. Dies soll sicherstellen, dass sie für eine Wiederauswilderung kräftig genug sind.

Die Freiheit ist noch ungewohnt für den jungen Gänsegeier.

Der Tag der Freilassung am 28. Mai ist für den Verein das Highlight des Jahres. Er entschädigt die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins für alle Mühen und finanziellen Sorgen, mit denen sie in der übrigen Zeit zu kämpfen haben. Der Event wurde von zahlreichen Besuchern verfolgt und auch die Medien waren vor Ort. Sogar das öffentlich rechtliche kroatische Fernsehen hatte darüber berichtet.

Der Verein Grifon freut sich über jeden ehrenamtlichen Helfer und über Spenden. Nähere Informationen unter:

http://www.supovi.hr/en/