Herausforderungen für Beobachter und Optik

Der Vogel der Extreme, die Harpyie, ist der Namensgeber für unser neues Spektiv, das Victory Harpia. Er hat uns zu einer Überlegung veranlasst, wann die Vogelbeobachtung für uns Menschen extrem wird. „Extreme birding“ verwenden gerade die Engländer gerne als Begriff für besondere Phänomene der Vogelbeobachtung.

Bleiben wir mal bei Naturfreunden, die zwar alles dafür geben, eine seltene Art zu sehen, aber doch immer den Arten- und Naturschutz beachten, dann stellt sich die Frage: Wann ist es extrem? Spüre ich überhaupt Herausforderungen oder überwiegt nicht immer die Freude darüber, den Vogel gesehen zu haben?

Extrem ist immer relativ. Was für den einen richtig ist, wird dem anderen zu extrem. Wir betrachten den Begriff und die Einschätzung von unterschiedlichen Seiten und klären die Anforderung für die Optik.

Extrem im Sinne von viel mehr als durchschnittlich
Sogenannte Twitcher, die über ihre Artenliste genau Buch führen und meilenweit für jede zusätzliche, seltene Art gehen, führen meist kleine Pager mit sich oder haben ihr Smartphone so eingerichtet, dass jede Sichtung einer ihnen noch fehlenden Art einen Alarm auslöst. Sitzt man mit diesen Alarm-Trägern in einer Besprechung, so anregend und wichtig sie auch sei, wenn es piept, ist die Aufmerksamkeit allein auf dem technischen Meldesystem. Dann entscheidet sich in Millisekunden, ob die Besprechung zu Ende ist oder die Art ohnehin bekannt ist und sich das Gegenüber wieder entspannt. Was auf Nicht-Vogelbeobachter leicht verschroben wirkt, ist doch im Kern sehr sympathisch: Denn was kann es wichtigeres geben, als seiner persönlichen Leidenschaft in der Natur nachzugehen? Da kann kein Geschäftstermin der Welt mithalten.

Dorian Anderson, der einmal quer 17.830 Meilen durch die USA radelte, um 619 Vogelarten zu sehen, achtete zudem auf seine persönliche Ökobilanz. Andere, die sich während eines „Big Year“ mit Flugzeug und Auto ein Jahr lang der Vogelbeobachtung widmen, sehen allein in den USA um die 780 Vogelarten.

Das ist weit mehr als durchschnittlich, tausende Euro für sein Hobby auszugeben und sich zahllose Kilometer lang auf eine Sache zu konzentrieren. Es hat auch schon manche Ehe gekostet. Zu viel wird es sicherlich dennoch keinem von ihnen. Damit es den Augen nicht zu viel wird, ist eine Optik zum ermüdungsfreien Beobachten entscheidend: Sie sollte ergonomisch sein, ein breites Sichtfeld aufweisen und über eine brillante Optik verfügen, um alle Details für die Augen entspannt erkennen zu können. Hier bietet sich das Victory SF in 10×42 an.

Wie weit sie auch immer gehen für einen Haken, der Großteil der Twitcher hält sich an die Etikette und freiwillige Verpflichtung aller seriösen Vogelbeobachter, niemals einen Vogel oder eine andere Art in der Nähe zu stören.

Extrem im Sinne von ungewöhnlich
Es gibt viele spannende, ungewöhnliche Phänomene, wovon man manche besser gar nicht aufführt. Wir kennen alle die Bilder aus England, bei denen ein Volksauflauf an Vogelbeobachtern vor einem einzelnen Privatgarten mit einem seltenen Singvogel zustande kommt.

Menschen mit Optik auf Dächern, großen Autos, Mauern sowie aufgebrachte Nachbarn, die nicht verstehen, warum man wegen eines Vogels solch ein Aufheben machen kann.

Die Schweden machen sich ja gerne mal über ihre finnischen Nachbarn lustig. Bis heute hält sich in Schweden hartnäckig das Gerücht, dass finnische Vogelbeobachter eine separate Artenliste führen zu den Vögeln, die sie sehen, wenn sie selbst nackt sind. Also gerade aus der Sauna kommen. Für alle, die keine vergleichbare Saunakultur haben, klingt dies tatsächlich ungewöhnlich.

Ob es das Phänomen tatsächlich gibt, bleibt offen. Unter all den finnischen Vogelbeobachtern hat damit noch keiner rausgerückt. Wir sollten sie bei einem gemeinsamen Saunabesuch noch einmal befragen. Besondere Anforderungen an die Optik gibt es in jedem Fall bei den ungewöhnlichen Arten der Vogelbeobachtung nicht.

Extreme Bedingungen
Selbst wenn wir uns als Normalos unter den Vogelbeobachtern ansehen und unseren Job kein Jahr lang für ein „Big Year“ ruhen lassen können, kennen wir doch alle extreme Wetter- oder Umgebungsbedingungen. Ivan Ellison ist Polizist und hat je nach Schicht nur an bestimmten Tageszeiten den Freiraum für sein Hobby. Im Urlaub sitzt er auch mal mit Fernglas und Kamera sowie entsprechendem Objektiv stundenlang in einem Versteck in den Bergen, um bei extremer Kälte einen Geier vor die Optik zu bekommen. Wenn er die Geier in so großer Anzahl und unmittelbar erlebt, vergisst er alles andere um sich herum und bemerkt erst hinterher, wie kalt es tatsächlich war. Die Hände vergessen es allerdings nicht und werden steif, daher ist eine schnelle, leicht zu bedienende Fokussierung entscheidend für das passende Fernglas.

Als Brite kommt Ivan auf seinen Touren zu Hause regelmäßig in Starkregen, hier beweist sein Victory Fernglas, dass Nässe und Sandverwehungen am Strand ihm nichts anhaben können und es sich auch bei Nebel anfühlt, wie wenn jemand das Licht anknipsen würde.

Was seine Frau als zu extrem ansieht, fühlt sich für Ivan anders an: „Ich denke, eine Leidenschaft für etwas, lässt Dich viele Schwierigkeiten überwinden und ich würde das Äußerste probieren, um das zu sehen, das ich wirklich beobachten will.“ Eine Reise nach Alaska steht ganz oben auf seiner Wunschliste für die Rente. Nur eines ist ihm persönlich dann doch zu extrem: hoch in Bäumen oben, auf das perfekte Foto zu warten. Denn Höhen mag er nicht. Er ist jedoch dankbar, dass andere das übernehmen und er sich die Bilder ansehen kann.

Wer Sichtungen in extremer Landschaft, mit viel Sonne und Sand und das 24 Stunden lang sucht, fährt nach Israel zu den Champions of the Flyway. Für den Start des Bird Races in der Nacht braucht es in jedem Fall ein Fernglas mit mindestens 90% Lichtdurchlässigkeit und für den Tag durch die großen Abstände ein Spektiv mit extremer Vergrößerung. Womit wir wieder am Anfang unserer Überlegungen wären: Bei der Harpyie, dem Victory Harpia, dem neuesten Stand der Technik für die extreme Vogelbeobachtung.

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Michaela Sulz

Michaela Sulz ist eine passionierte Birderin und ZEISS Bloggerin.