Champions of the Flyway 2018

Vermutlich haben die zehntausende Falkenbussarde und viele andere Zugvogelarten, die in diesem März den Himmel über Eilat überquert haben, eine ungewöhnlich große Ansammlung an Menschen bemerkt, die nach oben schauen. Vielleicht hat ihnen das Angst gemacht.

Dabei waren es nur wir, die Teams, die sich für Champions of the Flyway versammelt haben, und deren Aufgabe es ist, die Vögel zu schützen. Einmal jährlich findet in Eilat eine sehr spezielle Familienzusammenkunft statt. Vogelbeobachter, Wissenschaftler und Naturschützer aus der ganzen Welt versammeln sich hier, um den beeindruckenden Frühjahrszug in der Gegend zu feiern. Das klare Ziel ist es, den Zugweg der Vögel von Afrika nach Europa und Asien zu schützen.

Die Veranstaltung ist im Grunde genommen ein Wettbewerb der Vogelbeobachtung. Jedes Team versucht, innerhalb von 24 Stunden so viele Vogelarten wie möglich zu erkennen, während sie ebenfalls darum wetteifern, Geld von Freunden, Familie und der Öffentlichkeit zu sammeln, um die Kampagnen gegen das illegale Töten von Vögeln auf dem Zugweg zu finanzieren.

Es ist mehr eine Zusammenkunft von teilweise einsamen Menschen, die mit minimalen Ressourcen oftmals gegen organisiertes Verbrechen, finanzstarke Investoren und sogar ihre eigenen Regierungen kämpfen, um Vögel vor der Zerstörung ihres Lebensraums, illegalen Tötungen und einer Vielzahl anderer Gefahren zu schützen.

Der Wettbewerb ist ein sehr spielerischer, fröhlicher und freundschaftlicher Familienwettbewerb.

Sie stammen aus der ganzen Welt und erzählen ähnliche Geschichten vom Erfolg im Kampf gegen die vielen Hindernisse und den eigenen Frust. Aber genau wie die Millionen Singvögel, die Europa trotz der vielen Gefahren und Herausforderungen ihrer unglaublichen Wanderung voller Optimismus verlassen, sind auch wir immer optimistisch, was unser Handeln angeht. Wir sind die Familie der Hoffnung.

Patricia Zurita, Geschäftsführerin von BirdLife International, unserem Dachverband, wird oft mit den Worten zitiert „wir sind die Kraft von Vielen“, die uns unsere Kraft gibt.

Ich würde hinzufügen, die Kraft von vielen einsamen Menschen, die es gewohnt sind, unaussprechliche Herausforderungen allein zu meistern, jetzt aber zusammen sind.

Möglicherweise fühlen sich auch die Zugvögel in Eilat ein bisschen so. Nach dem Kampf der Überquerung der Sahara finden sie hier im Vogelschutzgebiet in Eilat Zuflucht und Gesellschaft. Dies gibt uns den zusätzlichen Ansporn den wir brauchen, um die Reise zu beenden, wenn es bereits so aussieht, als sei sie unmöglich zu schaffen. Wir sind nicht allein. ZEISS bietet uns eine starke und stärkende Schulter und hat die inspirierende Eröffnungsfeier der Champions of the Flyway ermöglicht.

Außerdem hat uns das Unternehmen mit großartigen Spektiven und Ferngläsern ausgestattet, die wir verwenden, um den Leuten die Vögel, die Natur und ihre Erhaltung näher zu bringen. Wie auf der besten Familienfeier aller Zeiten haben wir also gespielt und hatten Spaß.

Der Renntag ist ein echtes Vergnügen. Ausnahmsweise haben alle Teams den Tag (oder besser gesagt die Nacht) mit null Vögeln auf der Liste begonnen. Jede Vogelart, die wir gesehen haben, war ein „Lifer“, d.h. die allererste Sichtung einer Vogelart. Dies machte so gut wie jede Vogelsichtung aufregend.

Mit dieser Familie und dieser Unterstützung ist der Vogelzug sicherer als jemals zuvor.

Bei der diesjährigen Veranstaltung konnten wir die bisher beeindruckendsten Ergebnisse verzeichnen. Das Gewinnerteam hat rekordverdächtige 186 Vogelarten gesehen und es wurden sage und schreibe $ 100.000 an Spenden gesammelt, um die Wachteln in Serbien und Kroatien vor der illegalen Jagd zu schützen.

Jetzt, wo das Fest vorbei ist, spaziere ich mit meinem Victory SF 10×42 über die Wege des Vogelschutzgebiets in Eilat, beobachte den Zug der Bienenfresser und weiß, dass sie nicht allein sind auf ihrer Reise – und wir sind es auch nicht.

Noam Weiss

Noam Weiss ist der Leiter des IBRCE in Eilat. Er ist verantwortlich für die Pflege und Verbesserung der Lebensräume im Vogelschutzgebiet sowie für die Aufstockung der Nahrungsquelle von Zugvögeln in Eilat und der südlichen Aravasenke. Außerdem rückt er das Thema Vogelschutz ins öffentliche Bewusstsein und leitet Seminare, um Menschen zum Schutz der Vögel und zur Unterstützung von Vogelbeobachtern zu animieren.