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Auge in Auge mit dem Walhai

David_Hinkel_2.8_15_5_small

Zwei Dinge faszinieren David Hinkel schon lange: Fotografie und das Meer. Unter den Wasseroberflächen der Welt ist er auf der Suche nach beeindruckenden Motiven – nach farbenfrohen Riffbewohnern, gerne aber auch nach großen Tieren. Und mit dem ZEISS Distagon T* 2,8/15 bekommt er sogar einen Walhai fast vollständig aufs Bild.

D4, Distagon T* 2,8/15, f/8, 1/125 sec, ISO 200
Ein Krabbenfischer füttert einen Walhai, Insel Cebu, Philippinen
Hochauflösendes Bild auf Flickr

 

David Hinkel war schon viel unterwegs und kennt die schönsten Tauchgebiete dieser Erde. Letztes Jahr standen einmal mehr die Philippinen auf dem Programm. Tropische Gewässer, farbenfrohe Tierwelt und vor allem die Walhaie, die größten Fische der Erde, lockten ihn. „Seit 25 Jahren interessiere ich mich als Unterwasserfotograf vor allem für Haie und Wale. Das ist manchmal nicht ganz ungefährlich.” Die Herausforderung ging diesmal jedoch nicht von den schwimmenden Bewohnern des Meeres aus. Walhaie sind Planktonfresser und von daher für den Menschen harmlos. Eine Jahrhundertunwetter setzte Hinkels Reise von Beginn an unter dramatische Vorzeichen.

D4, Distagon T* 2,8/15, f/11, 1/250 sec, ISO 200
Vasenschwamm, einige Tage nach dem Typhon Hian/Yolanda, Naturschutzgebiet Napantao im Süden der Insel Leyte, Philippinen
Hochauflösendes Bild auf Flickr

 

“Als ich von Los Angeles aus startete, konnte ich nicht ahnen, dass ich praktisch direkt in Yolanda/Hian hineinflog, in den stärksten Typhon, der auf den Philippinen jemals registriert wurde. Schließlich landete ich aber doch sicher auf philippinischem Boden. Der Sturm hatte eine Spur der Verwüstung hinterlassen, weitere Unwetter waren im Anmarsch. Erst am vorletzten Tag fand ich ein Boot, das mich zum Tauchen hinausfuhr.“

D4, Distagon T* 2,8/15, f/9, 1/640 sec, ISO 200
Auslegerboot (Banka) der örtlichen Fischer, einige Tage nach dem Typhon Hian/Yolanda im Süden der Insel Leyte, Philippinen
Hochauflösendes Bild auf Flickr

 

Die Walhaie bekam Hinkel dann doch noch zu sehen. Es waren noch verhältnismäßig junge Tiere, etwa sechs Meter lang. Ausgewachsen messen sie bis zu dreizehn Meter. „Es sind sehr sanftmütige Tiere. Wenn man zum ersten Mal neben ihnen schwimmt, fühlt man zwei Dinge gleichzeitig: Freude und Ehrfurcht. Und es wird einem bewusst, wie klein man selbst ist.“ Die Fischer von Oslob auf der Insel Cebu fahren seit Generationen jeden Tag und bei jedem Wetter nachts hinaus, um Garnelen zu fangen. Wenn es Morgen wird, füttern sie die Walhaie. Die fressen den Menschen dort regelrecht aus der Hand. Das soll Glück und einen guten Fang bringen.

D4, Distagon T* 2,8/15, f/11, 1/100 sec, ISO 200
Walhai und Fischerboot, Insel Cebu, Philippinen
Hochauflösendes Bild auf Flickr

 

Weitwinkelobjektive sind typische Werkzeuge der Unterwasserfotografie (siehe „Optik auf Tauchfahrt“), auch für David Hinkel: „Normalerweise habe ich unter Wasser eine Fisheye-Objektiv dabei. Diesmal jedoch verwendete ich das Distagon T* 2,8/15. Mit dem Superweitwinkel-Objektiv konnte ich etwas mehr Abstand zu den Tieren halten, ihnen die natürliche Bewegungsfreiheit lassen und gleichzeitig großartig scharfe Bilder erzielen. Ich machte auch Videoaufnahmem mit meiner DSLR und erhielt herausragende Weitwinkelaufnahmen. Das Distagon T* 2,8/15 ist für mich erste Wahl für Foto- und für Videoaufnahmen unter Wasser.“

Distagon T* 2,8/15, Kameragehäuse von Nauticam, 170-Millimeter-Fisheye-Dome-Port von Nexus
Distagon T* 2,8/15, Kameragehäuse von Nauticam, 170-Millimeter-Fisheye-Dome-Port von Nexus

 

Unterwasserfotografie erfordert – anders als an Land – einiges an logistischem Aufwand. Vom richtigen Gehäuse für die Kamera, dem passenden Dome-Port für das Objektiv bis hin zu Amphibienblitzen oder Unterwasser-Videolichtern. Künstliche Beleuchtung ist entscheidend, will man auch in Tiefen unterhalb von fünf Metern noch die tatsächlichen Farben darstellen (siehe „Optik auf Tauchfahrt“). Dabei haben selbst starke Blitze wegen der Absorptionswirkung des Wassers nur eine effektive Wirkung von etwa anderthalb Metern. Bei kürzerem Abstand verringert sich die Wassermenge zwischen Motiv und Objektiv: Die Farben bekommen Strahlkraft, das Bild wird schärfer. Verwendet man nun noch ein besonders weitwinkliges Objektiv gelingt es, ein zentrales Objekt wie etwa den Pazifischen Rotfeuerfisch in seine Umgebung einzubetten: „Gerade deshalb mag ich das Distagon T* 2,8/15 mit seinem diagonalen Bildwinkel von 110° so. Es bietet mir eine natürliche Farbwiedergabe und exzellente, verlässliche Schärfe ohne die beim Fisheye unvermeidlichen Verzerrungen.“

D4, Distagon T* 2,8/15, f/16, 1/250 sec, ISO 200, Unterwasserblitz
Kurz vor Einbruch der Dämmerung geht ein Pazifischer Rotfeuerfisch auf Jagd, Naturschutzgebiet Napantao im Süden der Insel Leyte, Philippinen
Hochauflösendes Bild auf Flickr

 

Eins von Hinkels großen Vorbildern ist der bekannte Meeresforscher und Pionier der Unterwasser-Aufnahmen Jacques-Yves Cousteau, dessen Dokumentarfilme er schon in seiner Kindheit mit Begeisterung sah. So entstand in Hinkel der Wunsch, anderen Menschen die Schönheit der Unterwasserwelt nahezubringen, die ihn selbst seit damals nicht mehr loslässt. Ein Ziel, dem er im Laufe seines Lebens immer näher kam: „Wenn ich mich heute auf ein Unterwasser-Shooting vorbereite, dann gehe ich das Ganze schon im Vorfeld vor meinem inneren Auge durch. Erst mache ich mir Notizen und schaue sie mir dann noch einmal in Ruhe durch. Die langen Flüge zu den lohnenden Tauchgründen bieten hierfür Zeit und Muße.“ Die Ergebnisse jedenfalls können sich – wenn Hinkel wieder aufgetaucht ist – wirklich sehen lassen.

Über  David Hinkel

Schon mit neun Jahren besaß David Hinkel seine erste Instamatic-Kassettenkamera. Er wurde älter und die Unterwasserfotografie zu seiner großen Leidenschaft und seinem Beruf. Heute führt er ein Spezialgeschäft für Unterwasserfotografie in San Diego, Kalifornien. Allein und mit Kunden ist er regelmäßig mit der Kamera im Wasser unterwegs – ob im ‚heimischen‘ Pazifik oder den schönsten Tauchgründen weltweit.

http://www.blueabyssphoto.com

D4, Distagon T* 2,8/15, f/14, 1/250 sec, ISO 200, Unterwasserblitz
Juwelen-Zackenbarsch inmitten eines Schwarms von Juwelen-Fahnenbarschen vor einem mit Korallen überwucherten Felswand, Naturschutzgebiet Napantao im Süden der Insel Leyte, Philippinen
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Posted on 13. November 2014 @ 12:27 in In die blaue Tiefe | 2 Kommentare


2 Kommentare (Öffnen | Schließen)

2 Kommentare Empfänger "Auge in Auge mit dem Walhai"

#1 Kommentar von Wolf Rainer Schmalfuss am 27. November 2014 @ 20:00

C H A P E A U !!!

#2 Kommentar von Chris am 24. April 2015 @ 16:45

Toller Blog! Schaut doch auch mal auf meinem Blog vorbei!
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