Bergnacht und Berglicht

Lichter der Nacht

David Bumann zeigt Berge im Dunkel der Nacht und im hellen Schein von Pyrotechnik und Lichteffekten: ungewöhnliche, beeindruckende Langzeitaufnahmen, die einigen Aufwand erfordern – festgehalten mit ZEISS Objektiven.

EOS 5D Mark II, Distagon T* 2,8/21, f/5,6, 10 sec, ISO 100
Allalin: Saas-Fee, beleuchtet mit Scheinwerfern der Bergbahnen Saas-Fee, 30. Oktober 2011, 00:15 Uhr 
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Wer David Bumanns Bilder betrachtet, denkt wahrscheinlich zunächst an Fotomontagen. Hell erleuchtete Schneefelder – inmitten der Nacht? Angestrahlte Eisenbahnbrücken – in abseits gelegenen Tälern? Doch der Eindruck täuscht. Die Schneefelder sind wirklich erleuchtet und die Brücken angestrahlt.

Bumann betreibt – mit teils hohem logistischen Aufwand – Lichtkunst in der freien Natur. Als Lichtquellen dienen ihm Pyrotechnik, große Scheinwerfer oder auch eine besonders helle LED-Kopflampe.

„Ich nutze schon lange ZEISS Objektive. Vor etwa viereinhalb Jahren habe ich ernsthaft mit der Fotografie begonnen und mir eine Vollformat SLR gekauft, ein Jahr später das Distagon T* 3,5/18. Heute fotografiere ich außerdem mit dem Distagon T* 2,8/21 und habe derzeit leihweise das Distagon T* 2,8/15. Bei allen ZEISS Objektiven kann ich mir sicher sein, dass die Qualität absolut stimmt, sowohl was die Abbildung als auch die Verarbeitung angeht. Ich arbeite oft unter Extrembedingungen, aber den Objektiven macht das nichts aus. Es friert nichts an, die Linsen beschlagen kaum. Alles ist sehr robust. Außerdem spielt für mich in der Nachtfotografie die exakte mechanische Fokussierung eine wichtige Rolle.“

EOS 5D Mark II, Distagon T* 2,8/15, f/11, 15 sec, ISO 100
Stausee Gebidem, Staumauer: 300m Kronenlänge, Bauwerkhöhe: 120m Blatten bei Naters, Effekt: Spezialbeleuchtung, 14. März 2014, 23:50 Uhr
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Bumanns spezielle Fotografie, die er heute nebenberuflich betreibt, entstand zunächst als Hobby: „Auf einer Eiskletter-Tour machte ich beim Abseilen Langzeitbelichtungen, auf denen sich Spiralformen bildeten. Das war für mich der Einstieg in die Lichtkunst.“ Er begann mit einer Feuerwerksfirma zusammenzuarbeiten und entwickelte fortlaufend neue Projekte mit dem Ziel nicht einfach nur Aufnahmen zu machen, sondern Licht und Effekte zu gestalten: „Es ist ein aktives Spiel mit dem Licht, in das ich mich als Künstler einbringe. Mit meinen Langzeitbelichtungen versuche ich aus den verschiedenen Lichtsituationen das Beste herauszuholen, wie bei dem Staumauer-Bild. Der extreme Bildwinkel des Distagon T* 2,8/15, mit dem diese Aufnahme entstand, ist wirklich grandios.“

EOS 5D Mark II, Distagon T* 3,5/18, f/3,5, 20 sec, ISO 200
Kopflampen-Test: Skeidarasandur mit Berg Lomagnupur, Island, 7. August 2011, 3:20 Uhr
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Ein wichtiges Werkzeug für seine Arbeit ist, neben seiner Kamera und den ZEISS Objektiven, eine LED-Kopflampe mit einer Leistung von 1500 Lumen, mit der sich überraschende Ergebnisse erzielen lassen.

EOS 5D Mark II, Distagon T* 3,5/18, f/3,5, 10 min, ISO 100
Bietschtal-Viadukt: Bietschtal, Wallis, 30. Dezember 2011, 23:00 Uhr
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„Bei dieser Aufnahme bin ich mit der Kopflampe in der Brücke herumgelaufen. Mich sieht man nicht auf dem Bild, weil ich der Kamera den Rücken zuwende und die Lampe von mir wegstrahlt. Die Konstruktion wird ausgeleuchtet, aber die Lichtquelle selbst ist nicht sichtbar.“ Diese mobile Lichtführung in Verbindung mit der sehr langen Belichtungszeit von zehn Minuten ermöglichte ein sanftes Ausleuchten der Brücke ohne starke Schlagschatten zu verursachen.

EOS 5D Mark II, Distagon T* 3,5/18, f/3,5, 25 sec, ISO 1000
Patrouille des Glaciers: Zermatt, hinter Herbrigg, Richtung Matterhorn, 28. Mai 2012, 1:24 Uhr
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Die Lichter des durchfahrenden Zuges inspirierten Bumann zu einem weiteren ungewöhnlichen Bild eines Skitourenwettkampfs der Schweizer Armee „Patrouille des Glaciers“: „Der Start erfolgt mitten in der Nacht, und zwar im Mai. Deshalb sind die Wiesen schon grün. Im Vordergrund sieht man die ‚Karawane‘ der Skitourengeher, die mit ihren Kopflampen lange Leuchtspuren hinterlassen. Zusätzlich habe ich die Umgebung mit meiner LED-Lampe ausgeleuchtet.“

Derzeit arbeitet Bumann an einem Projekt zum 200jährigen Beitrittsjubiläum des Kantons Wallis zur Eidgenossenschaft („13 étolies au sommet“) 2015. Es sollen dreizehn winterliche Berge des Kantons – einer für jeden Bezirk – mit Pyrotechnik beleuchtet werden. Bergführer werden die Installation des Feuerwerks übernehmen. Und Bumann selbst wird zuvor per Helikopter die besten Standorte auskundschaften. Alle dreizehn Berge – darunter auch der oben abgebildete Aiguille de la Tsa – werden dann zur selben Zeit erstrahlen.

 

Über David Bumann

Wenn David Bumann nicht gerade Berge beleuchtet, studiert er an der Universität Bern Geografie und Biologie. Natur, Naturwissenschaft und Fotografie sind für ihn Bereiche seines Lebens, die sich nahtlos ergänzen. Mit seinen Lichtkunstprojekten bereichert er Jubiläen, Events und touristische Aktionen.

http://www.davidbumann.com/

 

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2 Kommentare

    1. ZEISS Objektive

      Beitragsautor

      Hallo Alexander!
      Herzlichen Dank für den Hinweis! Hier ist uns ein Fehler unterlaufen, für den wir uns entschuldigen möchten. Selbstverständlich haben wir das Bild mit den roten Bergkämmen sofort hier im Blog und auf Flickr herausgenommen.
      Beste Grüße
      ZEISS Lenses Team

      Antwort

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