Interview mit Sören Rust

Sören, wie bist Du zum Hobby der Natur- und Vogelbeobachtung gekommen?

Eine Naturverbundenheit liegt bei mir in der Familie. Dadurch dass meine beiden Eltern Biologen sind, war ich von klein auf an viel draußen und wuchs mit der Natur auf.
Das Interesse für Vögel kam dann mit der Zeit, als ich entdeckte, wie viele Vögel im eigenen Garten vorkommen und wie wenige davon ich vorher kannte. Einmal begonnen packte mich die Neugier und ich entdeckte immer mehr neue Arten in und um den Garten. Auf einem meiner Streifzüge traf ich dann einen anderen Vogelkundler, der wie ich auf der Jagd nach dem Eisvogel war. Von ihm erfuhr ich von der Carl Zeiss Vogelstation, dort wurde die Leidenschaft dann endgültig geweckt.

Welche Rolle spielt dabei die Carl Zeiss Vogelstation?

Die Carl Zeiss Vogelstation ist ein fantastischer Treffpunkt für Ornis in und um Hamburg. Durch ihre Lage in einem wichtigen Brut- und Rastgebiet vieler Vögel und die supergute optische Ausrüstung ist die Vogelstation optimal, um die Vögel aus nächster Nähe zu erleben. Ich wurde dort von den Ehrenamtlichen gleich mit offenen Armen aufgenommen und dazu ermutigt, selbst ehrenamtlich mitzuarbeiten. Seit dem ersten Besuch vergeht kein Monat, in dem ich nicht mindestens einmal da bin, oft sogar wöchentlich. Dabei macht es genauso viel Spaß, interessierten Besuchern die Wedeler Marsch mit ihren Vögeln zu zeigen, wie auch selbst zu beobachten und zu fotografieren. Zu den Aufgaben als Ehrenamtlicher gehören neben dem „Stationsdienst“ auch Arbeitseinsätze, damit die Brut- und Rastmöglichkeiten erhalten bleiben.

Welche Arten beobachtest Du dort besonders gerne?

Ich finde es schwierig, eine richtige Lieblingsart zu nennen, häufig sind es die besonderen Augenblicke die die Situation unvergesslich machen. Natürlich sind außergewöhnliche Vogelarten, die sich hierher verirrt haben, spektakulär und immer einen Besuch wert. Vor kurzem war zum Beispiel ein Tundra-Goldregenpfeifer an der Vogelstation, das ist der erste Nachweis im Hamburger Raum. Den im Spektiv zu beobachten ist für einen Vogelverrückten schon ein ganz besonderer Moment.

Andererseits sind es oft nicht die besonderen Vögel, sondern die besonderen Augenblicke, die in Erinnerung bleiben. Einmal war ich gerade dabei einigen Besuchern eine Schafstelze zu zeigen und sagte im Scherz, dass sie trotz des Namens wenig für die Schafe übrig haben. Im nächsten Augenblick setzte sich die Schafstelze dann auf den Rücken eines Schafs als wollte sie mir das Gegenteil beweisen. Auch unvergesslich bleibt unsere Säbelschnäbler-Familie dies Jahr. Nach erfolgreicher Brut zog ein Paar Säbelschnäbler zwei Junge direkt vor den Augen aller Beobachter in der Station groß. Das Aufwachsen der Jungen so sehr mit verfolgen zu können war für mich eine ganz besondere Erfahrung.

Erzähl uns ein bisschen über die Young Birders Gruppe, in der ihr euch öfter trefft.

Die Young Birders sind ein bunt gemischter Haufen junger Vogelbegeisterter. Wir treffen uns meist einmal im Monat in einem Beobachtungsgebiet. Angefangen hat alles an der Carl Zeiss Vogelstation mit Marco Sommerfelds Idee, all die jugendlichen Ornis, die oft an der Vogelstation sind, zu vernetzen, zusammen Erfahrungen auszutauschen und zu beobachten. Aus der kleinen Runde vom Anfang ist inzwischen eine Truppe von 15-20 Jugendlichen geworden, die unter Anleitung von Marco und Christian vieles über die Vogelwelt, den Vogelzug oder auch die Beringung lernen. Dazu machen wir zusammen Ausflüge, so besuchen wir jährlich im Herbst die Beringungsstation im NSG Die Reit und schauen dort bei der Beringung zu.

Was fasziniert Dich am meisten am ZEISS Victory SF Fernglas?

Das erste Mal hatte ich das ZEISS Victory SF an einem grauen Regentag in der Hand. Ich war beeindruckt, wie hell das Bild trotz des schlechten Wetters war und wie viele Details man erkennen konnte. Bei allen darauffolgenden Besuchen in der Vogelstation hab ich mir dann immer das ZEISS Victory SF ausgeliehen und war jedes mal wieder begeistert wie viel sich damit erkennen lässt. Unter uns Ehrenamtlichen in der Vogelstation entwickelte sich mit der Zeit die Bezeichnung „Spektiv-Glas“ für das ZEISS Victory SF, da man mit ihm vieles erkennen kann, wofür wir vorher immer ein Spektiv brauchten. Gerade beim Bestimmen von schnell vorbeifliegenden Vögeln hat mir das ZEISS Victory SF schon oft fantastische Dienste geleistet.

Welche Tipps würdest Du anderen Young Birders mitgeben?

Mein wichtigster Tipp für alle Young Birders und neugierig Gewordene ist, immer auch auf andere zuzugehen und andere Ornis anzusprechen, wenn man Fragen hat. Gerade an Orten wie der Carl Zeiss Vogelstation hat man immer die Gelegenheit zu einem Austausch und ich habe es in der gesamten Zeit noch nie erlebt, dass jemand unfreundlich oder abweisend reagiert hat. Eher im Gegenteil, alle die ich kenne, freuen sich darüber, wenn Interessierte, besonders auch Jugendliche, neugierig sind und Fragen stellen. Auch wenn es mal schwierig ist, lohnt es sich Ausdauer zu haben und dabei zu bleiben, denn für mich gibt es kein schöneres und faszinierenderes Hobby. Und bei uns in der Carl Zeiss Vogelstation sowie im Young Birders Club ist jeder immer willkommen, also kommt einfach mal vorbei!

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