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Ein Samstagmorgen mit dem Young Birders Club an der Carl Zeiss Vogelstation

4:45 Uhr: Der Wecker klingelt. Ausschlafen am Samstagmorgen? Nicht wenn es heißt Zugplanbeobachtung mit dem Young Birders Club! Schon vor Sonnenaufgang wird angefangen alle ziehenden Vögel zu zählen. Das heißt um 7:30 Uhr Treffen am Wedeler Yachthafen. Der Yachthafen wird ausgewählt, da dieser die schmalste Stelle der Elbe darstellt und somit die Zugvögel sich dort sammeln um möglichst kurz über Wasser fliegen zu müssen. Der heutige Samstag beginnt grau und mit starkem Südwest-Wind, keine optimalen Bedingungen für den Vogelzug, bei Gegenwind ziehen normalerweise kaum Vögel. Trotzdem sammelt sich eine kleine Gruppe an Young Birders am Yachthafen.

Und es hat sich gelohnt! Trotz des Windes ist heute ein Massenzugtag und im Sekundentakt fliegen Vogelschwärme über die Elbe Richtung Süden.
Den Rekord an dem Tag halten Buchfinken, hier ziehen in drei Stunden mehr als 21.500 Individuen über die Elbe. Doch auch bei den Finkenschwärmen heißt es immer aufmerksam sein, zwischen den Buchfinken sind vereinzelte Bergfinken und Kernbeißer. Bei solchen Zugbeobachtungen ist die Bestimmung eine Kunst für sich, Vogelarten die am Boden ganz unterschiedlich aussehen sind im Überflug kaum zu unterscheiden und nur durch Rufe und die Flugsilhouette zu unterscheiden.

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Interview mit Sören Rust

Sören, wie bist Du zum Hobby der Natur- und Vogelbeobachtung gekommen?

Eine Naturverbundenheit liegt bei mir in der Familie. Dadurch dass meine beiden Eltern Biologen sind, war ich von klein auf an viel draußen und wuchs mit der Natur auf.

Das Interesse für Vögel kam dann mit der Zeit, als ich entdeckte, wie viele Vögel im eigenen Garten vorkommen und wie wenige davon ich vorher kannte. Einmal begonnen packte mich die Neugier und ich entdeckte immer mehr neue Arten in und um den Garten. Auf einem meiner Streifzüge traf ich dann einen anderen Vogelkundler, der wie ich auf der Jagd nach dem Eisvogel war. Von ihm erfuhr ich von der Carl Zeiss Vogelstation, dort wurde die Leidenschaft dann endgültig geweckt.

Welche Rolle spielt dabei die Carl Zeiss Vogelstation?

Die Carl Zeiss Vogelstation ist ein fantastischer Treffpunkt für Ornis in und um Hamburg. Durch ihre Lage in einem wichtigen Brut- und Rastgebiet vieler Vögel und die supergute optische Ausrüstung ist die Vogelstation optimal, um die Vögel aus nächster Nähe zu erleben. Ich wurde dort von den Ehrenamtlichen gleich mit offenen Armen aufgenommen und dazu ermutigt, selbst ehrenamtlich mitzuarbeiten. Seit dem ersten Besuch vergeht kein Monat, in dem ich nicht mindestens einmal da bin, oft sogar wöchentlich. Dabei macht es genauso viel Spaß, interessierten Besuchern die Wedeler Marsch mit ihren Vögeln zu zeigen, wie auch selbst zu beobachten und zu fotografieren. Zu den Aufgaben als Ehrenamtlicher gehören neben dem „Stationsdienst“ auch Arbeitseinsätze, damit die Brut- und Rastmöglichkeiten erhalten bleiben.

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Vorstellung des neuen ZEISS Victory Harpia Spektivs

Vom 11. bis 13. September lud Carl Zeiss Sports Optics zur Vorstellung des neuen, ab Januar 2018 verfügbaren ZEISS Victory Harpia Spektivs nach Hamburg ein. Neben der Produktvorstellung stand für die geladenen Gäste, u.a. des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA), auch eine Bootsfahrt zur vom NABU Hamburg betriebenen Carl Zeiss Vogelstation in der Wedeler Marsch auf dem Programm.

Dort konnte das neue Spektiv mit dem außergewöhnlichen Objektivsystem mit 3-fach Weitwinkelzoom unter realen Bedingungen ausgiebig getestet werden.

Darüber, welche Vögel aktuell in der Wedeler Marsch zu beobachten sind, können sich Besucher auf einer Kreidetafel an der Eingangstür der Vogelstation informieren, die vom Leiter Marco Sommerfeld regelmäßig aktualisiert wird.

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1978 wurde trotz massiver Proteste von Naturschützern die Wedeler Marsch eingedeicht. Der NABU Hamburg setzte jedoch durch, dass die für den Deichbau benötigte Kleientnahmestelle (Klei = schwerer, tonhaltiger Marschboden) zu einem ökologischen Ersatzlebensraum für Wat- und Wasservögel gestaltet wurde. Nach Vorgaben und unter tatkräftiger Mithilfe vieler Vogelfreunde entstand auf dem etwa 17,5 ha großen Gelände ein 10 Hektar großes Gewässer. Seither ist das Gebiet vom NABU Hamburg gepachtet und wird von ehrenamtlich Aktiven ständig gepflegt und weiter entwickelt.

Die Carl Zeiss Vogelstation wurde 1984 eröffnet. Seit mehr als 30 Jahren wird von hier aus, ca. 15 km westlich von Hamburg, die Vogelwelt der Wedeler Marsch beobachtet. Das Schutzgebiet rund um die Vogelstation bietet durch seine Strukturvielfalt auf engstem Raum Vögeln wertvolle Lebensräume. Enten, Gänse, Watvögel und Möwen finden hier ideale Nahrungs- und Brutflächen. Ein hauptamtlicher und mehrere ehrenamtliche Betreuer informieren die Besucher über die Natur vor Ort, verleihen Ferngläser und begeistern auf zahlreichen Führungen für die heimische Vogelwelt.

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