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Auf den Spuren des Rotmilans

Im Englischen heißt seine Art „red kite“, also roter Drachen. Die englische Bezeichnung des Rotmilans, Milvus milvus, kommt nicht von ungefähr. Gleich einem Drachen, den man im Herbst steigen lässt, gleitet der Rotmilan, die Thermik nutzend, durch die Luft. Selbst wenn man sein teils rostbraunes Gefieder gegen das Licht nicht erkennen kann, ist er eindeutig an seinem Gabelschwanz zu identifizieren. Etwas größer als ein Mäusebussard sucht er bei seinen Gleit- und Segelflügen nach Beute. Findet er eine Feldmaus, einen Maulwurf oder Drosseln und Amseln tötet er diese mit kräftigen Schnabelhieben im nächsten Baum.

Insgesamt ist der Rotmilan bei seiner Nahrungswahl sehr flexibel: Im Frühjahr ernährt er sich viel von Käfern und Regenwürmern, in der Nähe von Wasser nimmt er gerne Fisch zu sich. Selbst Aas lehnt er nicht ab. So geht man davon aus, dass er in Baden-Württemberg als Dauergast mit der Schließung vieler Mülldeponien seltener geworden ist. Wird die Beutejagd im Winter beschwerlicher, beraubt der Rotmilan einfach Schwarzmilane oder Krähen. Kann er ihnen die Beute nicht direkt abluchsen, belästigt er sie solange, bis sie die Nahrung wieder hochwürgen und bereitstellen.

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