Cinematography

Pete Romano ist seit über 30 Jahren im Filmgeschäft. Dass man ihn vielleicht nicht so wahrnimmt, wie die Schauspieler Hollywoods ist kein Wunder: Sein Betätigungsfeld liegt unter Wasser. Beachtung findet seine Arbeit in Filmkreisen jedoch allemal. Beleg dafür sind zwei technische Oscars und unter anderem die Erfindung des 1.200 Watt Unterwasserlichts für „The Abyss“ im Jahr 1990. In der Vergangenheit schwelgt Pete jedoch nicht, er entwickelt stetig weiter und probiert gerne Neues aus – etwa den Einsatz von ZEISS Compact Zoom CZ.2 Objektiven in seinen Gehäusen. Wir haben mit ihm über die Vergangenheit und Zukunft des Unterwasser-Filmens gesprochen.

Eigentlich wollte Pete Romano Fotograf werden, eine entsprechende Schule konnte er sich jedoch nicht leisten. So kam er zur U.S. Navy in die Kampfgruppe Kamera (Combat Camera Group) und dort ins Unterwasser-Fototeam. “Ich konnte daher nur mit meiner Kamera schießen”, schmunzelt Pete. Der erste Atemzug unter Wasser war für ihn der Beginn eines neuen Lebens: “Ich spürte eine Freiheit, die ich so nicht kannte.”

Nach der Navy merkte er schnell, dass Fotografieren alleine ihn nicht weiterbringt und so landete er beim Film. Als Kameraassistent bei Lucasfilm war er beispielsweise bei „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ beteiligt. Seine Bestimmung fand er jedoch – unter anderem 1983 für „Der weiße Hai 3“ – in der Entwicklung von Equipment. Seitdem hat er die Firma HydroFlex gegründet und das Unterwasserfilmen mit vielen Erfindungen weitergebracht – oft angestoßen durch anspruchsvolle Produktionen wie „The Abyss“, die er durch seine Entwicklungen erst möglich gemacht hat.

„Mit der Bildkontrolle heute haben wir es leicht, damals hielt man die Kamera einfach in einer Richtung und hoffte auf gute Bilder.“ – Pete Romano (mit großem Respekt für die Pioniere vor ihm)

Pete in seinem Element: Bei „300: Rise of an Empire“ wer er ‚Director of Photography Underwater Unit‘.
Pete in seinem Element: Bei „300: Rise of an Empire“ wer er ‚Director of Photography Underwater Unit‘.

Das ist spätestens seit der Erfindung von Monitoren für den Unterwassereinsatz Vergangenheit. Er selbst fand mit der Entwicklung des RemoteAquaCam für den Kevin Kostner Film „Message in a Bottle“ die ideale Form für ein Unterwassergehäuse: „Kameraleute unter Wasser müssen maximal flexibel sein, um schnell reagieren zu können, dafür eignet sich die runde Form am besten.“ Folgerichtig gewann er für diese Entwicklung seinen zweiten Oscar 2002. Apropos Entwicklung, die ist heute anders als früher: „Es gab Zeiten, da nutzte man dieselben Filmkameras über einen Zeitraum von 12 Jahren. Heutzutage, wo so viele digitale Kameras neu auf den Markt kommen, wäre es Irrsinn, ein Gehäuse für jede Kamera zu bauen.“ Objektive hingegen sind für ihn eine sichere Investition, fürs Unterwasserfilmen setzt er dabei aus mehreren Gründen gerne auf ZEISS. Der eine ist die Sicherheit, die sie ihm geben: „Um die Bildqualität muss ich mir niemals Sorgen machen, diesbezüglich halten sie mir den Rücken frei und ich kann mich auf andere Anforderungen konzentrieren“, so Pete. Für ihn als Unterwasserfilmer kommt hinzu, dass sie eine kurze Naheinstellgrenze besitzen, was sie für den Einsatz in einem Unterwassergehäuse mit Dome Port, also einem gewölbten Glas, prädestiniert. Anders als über Wasser wird nicht auf das reale Objekt fokussiert, sondern auf ein virtuelles Abbild, dass sich nicht weit vor dem Dome Port befindet.

Beim Dome Port des Unterwassergehäuses wird nicht auf das reale Objekt fokussiert, sondern auf ein virtuelles Abbild.
Beim Dome Port des Unterwassergehäuses wird nicht auf das reale Objekt fokussiert, sondern auf ein virtuelles Abbild.
Ein Dome Port als Vorsatzglas für das Unterwassergehäuse verhindert kissenförmige Verzeichnungen bei Weitwinkelobjektiven.
Ein Dome Port als Vorsatzglas für das Unterwassergehäuse verhindert kissenförmige Verzeichnungen bei Weitwinkelobjektiven.

Immer an neuen Erfahrungen interessiert, nutzte Pete die Gelegenheit mit den ZEISS Compact Zoom CZ.2 Objektiven zu filmen, die ebenfalls die so wichtige kurze Naheinstellgrenze besitzen. Darüber hinaus decken sie den Sensorbereich von Vollformat-Kameras ab, was sie einzigartig unter den Cine-Zooms macht. Für einen Test im Pool nutzte er das Compact Zoom CZ.2 15-30/T2.9 und Compact Zoom CZ.2 28-80/T2.9 an einer ARRI Alexa. Beides wiederum wurde in das Alexa RemoteAquaCam Gehäuse gepackt. Für Pete ist alleine schon die Möglichkeit die Brennweite ändern zu können, ohne das Objektiv wechseln zu müssen Gold wert. Das spart Zeit und die ist laut Pete unter Wasser noch kostbarer als an Land.

Ein ZEISS Compact Zoom CZ.2 Objektiv im Hydroflex Unterwassergehäuse.
Ein ZEISS Compact Zoom CZ.2 Objektiv im Hydroflex Unterwassergehäuse.

Hinzu kommt, dass sich auch die Compact Zoom Objektive perfekt remote steuern lassen, so dass sich der Kameramann unter Wasser auf die Bildgestaltung konzentrieren kann. Ebenfalls von Vorteil fürs Unterwasserfilmen ist ihre Kompaktheit: „Zooms sind normalerweise groß und schwer, was das Gehäuse ebenfalls länger frontlastiger macht. Das ist bei den Compact Zoom Objektiven nicht der Fall.“ Auf die Frage nach der Bildqualität der Zoomobjektive im Vergleich zu Festbrennweiten lacht Pete und es wird klar, dass hier keiner sitzt, der nur die Technik im Kopf hat: „Diese Frage stelle ich mir nicht, denn abgesehen davon, dass ich mir ZEISS Objektiven keine Gedanken zur Bildqualität machen muss, egal ob Fest- oder Zoombrennweite – die Frage lautet eher: Reden wir beim Film von einer Technik- oder von einer Kunstform? Ich würde sagen letzteres!“ Damit unterstreicht Pete die Motivation, die er auch heute noch spürt, Teil einer Story zu sein und so dem Regisseur zu helfen, seine Vision umzusetzen. „Die Erwartungen werden immer größer, die Herausforderungen auch. Was ich brauche ist ein Gefühl der Kontrolle im Unkontrollierbaren“, so Pete. Man sollte also nicht überrascht sein, wenn Pete auch heute noch ab- und zu mit einer revolutionären Entwicklung auftaucht – eine echter Hidden Champion eben.

Das Team beim Unterwasserdreh von ZEISS und Hydroflex: im Trockenen...
Das Team beim Unterwasserdreh von ZEISS und Hydroflex: im Trockenen…
...und direkt im Pool.
…und direkt im Pool.

Über Pete Romano

Pete Romano ist ein mehrfach ausgezeichneter Kameramann (Director of Photography) und auf Unterwasseraufnahmen spezialisiert. Er ist der Gründer von Hydroflex, einem Unternehmen, das Ausrüstung für Dreharbeiten unter Wasser entwickelt. Pete ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts & Sciences (AMPAS), der American Society of Cinematographers (ASC), der Directors Guild of America (DGA) und ein Director of Photography in der International Cameramans Guild, Local 600 (ICG).

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