Magie des Wassers

Wasser. Die Kapregion Südafrikas bietet Fotografen traumhafte Kulissen, um dieses Element in Szene zu setzen. Dort, wo atlantischer und indischer Ozean die Küste umspülen, ist Martin Zimelka zuhause. Ob aufgewühlte oder glatte See, Hafenbucht oder Küstenpanorama – auf seinen Fotos wird das Wasser auf feinsinnige Weise lebendig.

Dieses Workshop-Foto weckte endgültig Zimelkas Leidenschaft für Wassermotive.
Dieses Workshop-Foto weckte endgültig Zimelkas Leidenschaft für Wassermotive.

Seit er denken kann, übt das Wasser eine besondere Anziehungskraft auf Martin Zimelka aus. Kein Wunder: Der 25-Jährige ist am Meer groß geworden. Seine Kindheit verbrachte er in Durbanville bei Kapstadt. Seinen High School Abschluss machte er in Swakopmund, einer Küstenstadt in Namibia, ehe es ihn zum Wirtschaftsstudium ans Kap der guten Hoffnung zurück zog. Dass die Launen des Meeres sowie die wilde Schönheit und großzügige Weite seiner Heimatküsten im Mittelpunkt seines fotografischen Schaffens stehen würden, stand nach einem zehntägigen Fotografie-Workshop im Jahr 2002 fest (siehe Foto oben). Die Kursleiterin gab dort die Maxime aus „to eat, sleep and talk photography“. Ein Schlüsselerlebnis für Martin Zimelka: „Ich habe dort erstmals erkannt, welche Akribie und Liebe fürs Detail notwendig sind, damit ein Foto und insbesondere Wasserkulissen so zur Geltung kommen, wie ich sie sehe und ausdrücken möchte.“ Denken und Fotografieren in Schwarz-Weiß Seit dem Workshop sind einige Jahre vergangen, in denen Martin Zimelka fotografisch viel ausprobiert hat. Das Wasser hat ihn dabei nie losgelassen. Besonders gern fotografiert er es in Schwarz-Weiß. „Es mag schräg klingen, aber ich denke oft auch in Schwarz-Weiß. Dieses Trennmuster spiegelt sich in meinen Bildern wider. Auf diese Weise gelingt es mir besser als in Farbe die Bilddetails und Kontraste hervorheben.“ Darüber hinaus setzt Zimelka auch gern lange Belichtungszeiten bei bewegter See ein. Er lässt damit aus den Bewegungen der Wellen weiche, harmonische Bildkompositionen entstehen.

Wellen am Blouberg Beach mit langer Verschlusszeit fotografiert (F/13; 1/61 Sek.; ISO-100).
Wellen am Blouberg Beach mit langer Verschlusszeit fotografiert.
Derselbe neblige Effekt aus anderer Perspektive fotografiert (F/11; 1/30 Sek.; ISO-100).
Derselbe neblige Effekt aus anderer Perspektive fotografiert.
Nebliger Effekt - Sunset Rocks, cape region (F11; ISO-100; 121sek.).
Nebliger Effekt – Sunset Rocks, cape region

Das besondere Licht Südafrikas Für das richtige Bild am Meer müssen auch die Lichtverhältnisse stimmen. Am Tag kann es unter Umständen zu hell sein, dass selbst ein Abblenden der Kamera und das Einstellen einer geringeren ISO-Empfindlichkeit nicht mehr ausreicht. „In Südafrika ist die Intensität der Sonne enorm und verstärkt sich noch durch die Spiegelungen auf der Meeresoberfläche. Ich empfehle daher einen Neutral-Grau-Filter (ND-Filter), der in verschiedenen Stärken erhältlich ist, um die Verschlusszeit zu verlängern“, so Zimelka. Für Aufnahmen dieser Art zählt das Distagon T* 2/35 zu Zimelkas Lieblingsobjektiven. Ein Beispiel ist die Aufnahme unten, aufgenommen gegen die gleißende Nachmittagssonne.

Llandudno in der Nähe von Hout Bay. An den riesigen Granitfelsen brechen sich die Wellen mit hohen Gischtfontänen (F/5.6; 1/2000 Sek.; ISO-100).
Llandudno in der Nähe von Hout Bay. Wellenbrecher mit hohen Gischtfontänen.

Die Lichtstärke von 1:2 in Verbindung mit Filtern erlaubt ihm Aufnahmen unter extremen Lichtverhältnissen auch ohne Stativ. Der relativ kurze Drehwinkel ermöglicht ihm zudem schnelles, aber präzises Fokussieren, wenn es die Situation wie bei obigem Bild erfordert. „Ich mag den hohen Mikro-Kontrast und die reiche Tonalität des Distagon T* 2/35 sowie seine Fähigkeit, das Objekt selbst bei mittleren Entfernungen trennscharf vor dem Hintergrund freistellen zu können. Neben der Schwarz-Weiß-Fotografie beschäftigt sich Martin Zimelka auch mit Farbfotografie. Denn natürlich gibt es auch für ihn Motive, die bei realer Farbwidergabe besonders starke Ausdruckskraft haben. So zum Beispiel unten stehende Wasser-Aufnahme, die der Fotograf mit dem Makro-Planar T* 2/100 in Kalk Bay, einem kleinen Fischerort südlich von Kapstadt, gemacht hat. Zu sehen ist die tiefblaue Wasseroberfläche des Hafenbeckens, in der sich zwei Fischerboote spiegeln – aufgenommen während der ersten Sonnenstrahlen am frühen Morgen. „In Kapstadt herrscht über Nacht oft viel Wind. In den Morgenstunden ist die Atmosphäre frei von Staub, was ein eindrucksvolles Licht mit hohem Farbkontrast bewirkt“, beschreibt Zimelka.

Kalk Bay - tiefblaue Wasseroberfläche des Hafenbeckens, in der sich zwei Fischerboote spiegeln (F/2; 1/250 Sek.; ISO-100).
Kalk Bay – tiefblaue Wasseroberfläche des Hafenbeckens, in der sich zwei Fischerboote spiegeln.

Ob Martin Zimelka sein Hobby später einmal zum Beruf machen wird, hat er noch nicht entschieden. Ein paar seiner Bilder verkauft er bereits und hat ein paar in Gallerien hängen. Besonders stolz ist er auf seine erste größere Fotoausstellung unter dem Titel „Rhapsody in Mono“, die er im letzten Jahr in der National Art Gallery of Namibia in Windhoek präsentierte. Zu sehen sind Landschafts- und Küstenbilder von Südafrika und Namibia, die Zimelka in schwarz-weiß mit einer 1956er Rolleiflex MX aufgenommen hat.

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