ZEISS Touit

Christian Dandyk arbeitet gerne mit spiegellosen Systemkameras. Und er schätzt die hervorragende Abbildungsqualität der ZEISS Touit Objektive. Die neue Sony Alpha 7R mit Vollformatsensor lässt sich aus seiner Sicht bestens mit den für APS-C optimierten Touit Objektiven kombinieren.

Touit 2.8/12 with the Sony Alpha 7R

Touit 2.8/12 an der Sony Alpha 7R

Alpha 7R, Touit 2.8/50M, f/8, 1/25 sec, ISO 200

Chemische Reinigung, irgendwo in Berlin-Neukölln
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Christian Dandyk ist ein vielseitiger Fotograf: Tanzfotografie, Streetfotografie, Porträts, Landschaften, aber auch Testbilder mit marktneuen Objektiven und Kameras, gehören zu seinem Repertoire. Vor etwa zwei Jahren begann er – bisher fotografierte er mit einer Vollformat-Spiegelreflex – auf spiegellose Systemkameras mit E-Mount umzustellen: „Es sind angenehm leichte Kameras, die sich hervorragend für meine Art der fotografischen Arbeit eignen.“ Das Touit 2.8/12, das Touit 1.8/32 und zuletzt noch das Touit 2.8/50M wurden zum festen Bestandteil seiner Ausrüstung. Seit Einführung der Sony Alpha 7/ 7R im Herbst 2013 steht für E-Mount-Objektive erstmals auch das Vollformat zur Verfügung – für Christian Dandyk eine verlockende Option. Die größeren CMOS-Sensoren bieten im Vergleich zu APS-C doppelt so viel lichtempfindliche Fläche. Damit reduziert sich das Rauschen, die Farbwiedergabe wird verbessert und man erhält einen höheren Dynamikumfang. Die Alpha 7R hat darüber hinaus keinen Anti-Aliasing-Filter, was die Bildschärfe noch einmal steigert: „Diesen Qualitätssprung wollte ich mir nicht entgehen lassen.“

Tele-Tessar T* 4/85 ZM adaptiert an der Sony Alpha 7R

Tele-Tessar T* 4/85 ZM adaptiert an der Sony Alpha 7R

Da auch die Objektive mit dieser Qualität mithalten sollten, war es für Dandyk naheliegend, sein bestehendes Portfolio an ZEISS ZM-Objektiven weiter zu nutzen und diese an der Alpha 7R zu adaptieren: „Die bewährte ZM-Serie deckt nicht nur das Vollformat ab, sondern überzeugt auch durch ihre sehr gute Abbildungsleistung und die hohe Verarbeitungsqualität. Besonders das leise Klickgeräusch beim Einstellen der Blende hat es mir persönlich angetan.“

Angesichts dieser Vorteile ist Dandyk gerne bereit, gewisse Einschränkungen – etwa die fehlende elektronische Verbindung zur Kamera – in Kauf zu nehmen. Auch dass er bei den ZM-Objektiven auf Autofokus verzichten muss, ist für ihn kein Nachteil, im Gegenteil: „Der lange Fokusweg erleichtert in Verbindung mit der Kantenanhebung („Focus Peaking“) und der Fokuslupe der Sony Kameras die Arbeit und ermöglicht es, die Schärfe exakt auf den Punkt zu bringen. Das übertrifft sogar viele Autofokusobjektive.“

Alpha 7R, Tele-Tessar T* 4/85 ZM, f/4, 1/250 sec, ISO 500

Holocaust Mahnmal, Berlin
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Aufnahmen wie diese stilllebenartige Detailaufnahme des Berliner Holocaustmahnmals, das mit seiner Verteilung von Schärfe- und Unschärfebereichen nach hinten hin die bedrückende Stimmung des Denkmals unterstreicht, zeigen die Leistungsfähigkeit der adaptierten ZM-Serie: „Das Tele-Tessar T* 4/85 ZM und das C Sonnar T* 1,5/50 ZM sind hervorragende Objektive an der Alpha 7 und Alpha 7R: meine absoluten Favoriten und mein Tipp für diese Kameras. Einschränkend muss jedoch gesagt werden, dass sich ZM-Objektive unterhalb einer Brennweite von 35 Millimeter nicht mehr optimal an der A7 und A7R adaptieren lassen, weil in den Ecken Verfärbungen auftreten können. Auch lässt die Schärfeleistung in den Ecken mit abnehmender Brennweite nach. Diese Verschlechterung liegt jedoch nicht etwa an einer mangelnden Qualität der ZM-Biogone, sondern an der Adaptierung der Konstruktion. Die flachen Hauptstrahlwinkel dieser Weitwinkelobjektive, die ursprünglich für die Nutzung an Messsucherkameras entwickelt wurden, können bei der Adaptierung nicht optimal auf den Bildsensoren der spiegellosen Systemkameras genutzt werden. Wenn es um den Brennweitenbereich von 35 Millimeter geht, greife ich persönlich zur Sony RX1R. Die Kamera mit dem exakt angepassten, fest verbauten ZEISS Sonnar T* 2/35 ist bei dieser Brennweite aus meiner Sicht kaum zu übertreffen.“

Alpha 7R, Touit 2.8/50M, f/5,6, 1/160 sec, ISO 100

Dachkonstruktion im Sony Center, Berlin, Detail
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Auch wenn Adaptierung eine gute Option ist, entschied Dandyk sich, die Touit Objektive an der Alpha 7R weiter zu nutzen: „Ich wollte nicht auf meine Touit Objektive verzichten. Sie liefern nicht nur überragend gute Bilder. Fotografieren mit den Touit Objektiven macht darüber hinaus einfach Spaß. Ich habe 36 Megapixel zur Verfügung, nutze davon aber nur 15. Das ist Verschwendung, könnte man sagen. Aber für mich und viele andere Fotografen reicht das meist völlig aus. Denn selten werden Aufnahmen wirklich groß ausbelichtet. Wer dennoch so große Abzüge braucht, der kann getrost auf die für die Verwendung an der Alpha 7/7R entwickelten FE-Objektive von Sony/ZEISS zurückgreifen, die das Vollformat ausleuchten: das Sonnar T* FE 2,8/35 ZA, das Sonnar T* FE 1,8/55 ZA und das Vario-Tessar T* FE 4/24-70 ZA.“

Touit 2.8/12 an der Sony Alpha 7R

Touit 2.8/12 an der Sony Alpha 7R

Alpha 7R, Touit 2.8/12, f/11, 1/50 sec, ISO 100

Dachkonstruktion im Sony Center, Berlin, Gesamtansicht
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In der Architekturfotografie arbeitet Dandyk besonders gerne mit den Touit Objektiven. Mit dem Touit 2.8/50M lassen sich Detail herausarbeiten, mit dem Touit 2.8/12 die Gesamtansicht einfangen. „Wer Architektur in der Stadt fotografieren will, etwa das Sony Center in Berlin, für den ist das Touit 2.8/12 das ideale Objektiv. Die Abbildung ist weitgehend verzeichnungsfrei und scharf bis in die Ecken.“ Das Touit 2,8/12 bietet mit 99 Grad (diagonal) sowohl an Sony Kameras mit APS-C Sensor, als auch an der Sony Alpha 7/7R im Crop-Modus derzeit den größten Bildwinkel aller E-mount Objektive. Es entspricht damit dem Bildwinkel eines 18mm Vollformat-Objektivs. Größere Bildwinkel an einer Sony Alpha 7/7R sind momentan nur mit Adapterlösungen (z.B. Distagon T* 2,8/15 ZE oder ZF.2) realisierbar.

Alpha 7R, Touit 2.8/12, f/8, 20 sec, ISO 250 (Stativaufnahme)

Olympiastadion, Berlin
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Diese Innenaufnahme des Berliner Olympiastadions entstand eher beiläufig, zeigt aber laut Dandyk sehr deutlich, die Leistungsfähigkeit des Touit 2.8/12: „Was mich an diesem Bild fasziniert, sind die Details. Wenn ich es vergrößere, kann ich unheimlich viel entdecken. Die Schärfe ist einfach phänomenal. Sie zieht sich von den Stuhlreihen im Vordergrund, an die ich sehr nahe herangegangen bin, bis nach hinten in die Weiten des Stadions.“

Alpha 7R, Touit 1.8/32, f/7,1, 1/500 sec, ISO 500

Die Samuels Crew aus Berlin, bereit für das Shooting in der Tanzschule
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Doch auch in der Studiofotografie schätzt Dandyk die Touit Objektive. Bei Aufnahmen mit der Street- und Breakdance-Gruppe „Samuels Crew“ nutzte er zum ersten Mal das Touit 1.8/32 in so einem Setting – und war beeindruckt: „Wunderbare Schärfeleistung, tolle Farbkontraste, einfach ideal für ein solches Shooting“. Als Location wählte Dandyk eine Berliner Tanzschule mit besonderem Ambiente: Bei weit geschlossener Blende erscheint das Blitzlicht, das in den Spiegeln des Tanzsaals reflektiert sternförmig.

Alpha 7R, Touit 1.8/32, f/11, 1/125 sec, ISO 500

Tänzerinnen der „Samuels Crew“, im Licht einer Berliner Tanzschule
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„Das Touit 1.8/32 liefert wirklich hervorragende Sterne. Mir macht das Fotografieren mit diesen Objektiven im Studiokontext richtig Spaß. Die Schärfe ist phänomenal. Es stimmt einfach alles: die Farben, der Kontrast. Außerdem kann ich mich bei ZEISS Objektiven auf einen einheitlichen Look verlassen. Wenn ich während eines Shootings das Objektiv wechsle, dann bleiben Farben und Kontraste über alle Aufnahmen hinweg nahezu konstant. Deswegen gehe ich im Moment gerne diesen – guten – Kompromiss zwischen den APS-C-Objektiven der Touit Familie und dem Vollformat der Alpha 7R ein.“

 

Über Christian Dandyk

Christian Dandyk war 13 Jahre alt, als er von einem Fotografenmeister dessen Handwerk erlernte. Sein Traum: Fotograf werden. Doch das Leben verläuft oft anders und führte ihn zunächst in eine Unternehmensberatung. Erst mit Ende 40 verwirklichte er seinen Plan. Heute hat er ein eigenes Studio, organisiert zusammen mit Sony das Alpha Festival für Fotografen in Berlin und gibt Fotografie-Workshops.

http://www.berlin-backstage.de/

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4 Kommentare

  1. Ulrich Büttner

    Sorry, aber habe selten einen solchen Schmarren gelesen. Übelstes Marketing an der Grenze zur Unseriösität; schade, dass da ein Fotograf – oder ist er gar keiner? – mitmacht.
    Dann lieber keinen Beitrag!

    MfG
    U. Büttner

    Antwort
  2. J. Decher

    Aus dem Beitrag wird einmal mehr deutlich, dass wir eine vollwertige digitale Option mit klassischem Meßsucher für ALLE ZM Objektive brauchen jetzt nachdem auch noch die Zeiss Ikon ZM aus dem Programm genommen worden ist, und das ohne auf die überteuerte Variante der Konkurrenz greifen zu müssen. Come on, Zeiss/Sony/Cosina/Kyocera!!

    Antwort
  3. David

    Eine moderne digitale Zeiss Ikon muss kommen. Fragt sich nur, wieviel Überzeugung Zeiss noch braucht, das Projekt endlich zu starten. Man sei auf Objektive spezialisiert, tönt nach billiger Ausrede.

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  4. Wolf Rainer Schmalfuss

    Ich verstehe die ganze Aufregung hier nicht, warum eigentlich nicht, jeder so wie er möchte! Es ist zwar Wasser in den Rhein getragen, aber wenn ich die TOUIT’s hätte, dann würde ich diese auch an meiner Sony A7 nutzen wolle, auch bei reduzierter Pixelzahl.

    Antwort

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