Architektonische Streifzüge

Das neue Gebäude an der Ecole Poly Federale de Lausanne ist ein Meisterstück zeitgenössischer Architektur. Der Berliner Fotograf und promovierte Physiker Peter Fauland hat sich dort mit dem Touit 2.8/12 auf fotografische Entdeckungstour begeben.

„Wie ein gelandetes Ufo” – die Beschreibung drängt sich auf, wenn man das 2010 eröffnete Rolex Learning Center auf dem Gelände der Ecole Poly Federale de Lausanne (EPFL) erstmals sieht. Der zusammenhängende Gebäudekomplex erstreckt sich über 88.000 Quadratmeter. Gleichzeitig strahlt der Bau eine gewisse Leichtigkeit und Bewegung aus: Dach und Boden verlaufen in Wellenform parallel zueinander. Das Gebäude soll ein Laboratorium für neue Formen des Lernens sein. Für den Berliner Fotografen Peter Fauland wurde es zu einem Laboratorium der Fotografie: „Das Rolex Learning Center fasziniert mich schon lange. Vor einigen Wochen sah ich das Gebäude endlich in vollendeter Form. Da wusste ich sofort: Dies wird der Ort für meinen nächsten Workshop. Gleichzeitig kam mir der Gedanke: Dieses Meisterwerk moderner Architektur wäre die perfekte Spielwiese für eine Bildstrecke mit dem Touit 2.8/12.“

X-Pro1, Touit 2.8/12, f/18, 1/100, ISO 200
Westansicht, EPFL Rolex Learning Center
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Während des gut dreitägigen Shootings erhielt er auch Zugang zum nahe gelegenen ehemaligen Sendeturm der Swisscom (heute: „Odyssea“). Aus dieser Vogelperspektive bekommt der Betrachter einen Eindruck von der Struktur des Gesamtgebäudes, der über Nahansichten nicht zu vermitteln ist: „Die Ausgangsfrage für mich war: Wie lässt sich so ein Komplex – außer aus der Luft – überhaupt fotografieren? Die Ausmaße sind sehr groß, und das Gebäude ist sehr flach. Es gibt im Prinzip nur eine Etage. Und überall finden sich gewellte Strukturen. Im Verlauf des Shootings habe ich deshalb immer wieder mit neuen Perspektiven experimentiert.“

 

X-Pro1, Touit 2.8/12, f/11, 8, ISO 250
Nordansicht
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Die Ergebnisse dieser perspektivischen Experimente zeigen, dass sich das Touit 2.8/12 hervorragend in der Architekturfotografie einsetzen lässt: „Es ist beeindruckend, dass dieses sehr weitwinklige Objektiv derart verzeichnungsfrei und dabei gestochen scharf bis in die Bildecken abbildet. Normalerweise ist es bei Architekturaufnahmen nötig, Krümmungen in der Nachbearbeitung zu entfernen. Beim Touit 2.8/12 ist hier wenig bis gar nichts zu tun.“

X-Pro1, Touit 2.8/12, f/11, 9, ISO 250
Ostansicht, Außenflügel
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Peter Fauland hat sich intensiv mit seinem Fotomotiv auseinandergesetzt. Seit dem Baubeginn 2005 war er mindestens einmal im Monat vor Ort, um eine persönliche Fotodokumentation anzufertigen. Damals arbeitete er  am benachbarten CERN im Rahmen des Large Hadron Collider beauty experiment (LHCb). Auch dabei stand er hinter der Kamera. Seine Aufgabe bestand unter anderem darin, den Versuchsaufbau so zu fotografieren, dass Vermessungstechniker mithilfe der entstandenen Bilder analysieren konnten, ob einzelne Komponenten des Experiments richtig positioniert waren. Zu diesem Zweck entwickelte er eine „Großformat-Hybridkamera“: eine adaptierte Sinar F1 mit einer digitalen SLR als Rückteil.

X-Pro1, Touit 2.8/12, f/11, 7, ISO 250
Nordansicht, Außenflügel mit Innenbereich
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Gleichzeitig arbeitet Fauland  bereits seit 2002 nebenberuflich als Fotograf, seit 2008 zu hundert Prozent selbstständig. Neben seinem Fotostudio bietet er Workshops und Coachings an, was vor etwa einem Jahr die Schnittstelle zu ZEISS bildete – mit einem Umweg über Fujifilm: „Mittlerweile führe ich 90 Prozent meiner Schulungen und Shootings mit spiegellosen Systemkameras der X-Serie durch. Diese Kameras stellen derzeit für mich die interessanteste Innovation auf dem Fotomarkt dar. Ich rechne es ZEISS hoch an, dass sich das Unternehmen dieser Entwicklung nicht verschließt und Autofokus-Objektive anbietet, die nicht nur ohne Adapter angeschlossen werden können, sondern auch die von den SLR-Objektiven bekannte sehr gute Abbildungsleistung bieten.“

Das Fotografieren mit Systemkameras eröffnet neue Möglichkeiten: Langsameres Arbeiten bei einer entsprechenden Umstellung.  Diese beiden Faktoren in Verbindung mit dem geringen Gewicht kommen der bewussteren Konzentration aufs Motiv zugute: „Mit der spiegellosen Kamera und dem Touit 2.8/12 lässt sich einfach unbeschwert arbeiten. Auch wenn man den ganzen Tag unterwegs ist und auf das richtige Licht wartet, belastet einen das Equipment nicht. Man ist mit freiem Geist unterwegs.“

X-Pro1, Touit 2.8/12, f/11, 8, ISO 250
Ostansicht, Totale
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Ein wichtiger Bestandteil eines Fauland-Workshops ist der richtige Umgang mit Weitwinkelobjektiven und die Wahl der Perspektive: „Es lohnt sich, die eigene Position zu verändern – und sei es nur um einen halben Meter. Eine Festbrennweite wie das Touit 2.8/12 zwingt einen dazu, sich sehr genau zu überlegen, von wo aus man letztlich die Aufnahme macht. Die flache Betondecke des Gebäudes etwa könnte erdrückend wirken. Aber wenn man dann direkt darunter steht, wirkt das Ganze sehr luftig und offen. Dieser weitgespannte Bogen stützt sich nur an den äußersten Ecken ein wenig ab. Das Gebäude hat eine Anmutung, als würde jemand auf Zehenspitzen stehen und seinen Körper schweben lassen. Und genau das soll die Aufnahme auch vermitteln.“

X-Pro1, Touit 2.8/12, f/14, 1, ISO 640
Unterhalb des Nordteils
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Über Peter Fauland

Peter Fauland lebt und arbeitet als freier Fotograf in Berlin. Seine Schwerpunkte sind People, Event und Cityscapes. In Schulungen, wie dem „Architecture Workshop: EPFL Rolex Learning Center Lausanne“, und individuellen Coachings vermittelt er sein fotografisches Wissen weiter.

http://school.fauland-photography.com/

http://www.fauland-photography.com/

http://www.facebook.com/fineartberlin

 

 

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3 Kommentare

  1. Carlo Prestele

    Ich verwende das Touit 2.8/12, Weitwinkel-Objektiv in der aktuellen Firmwareversion 1.03 mit der FUJIFILM X-E2 in der aktuellen Firmwareversion 1.20. Die Schärfe der Aufnahmen ist gut, aber die Entfernungsangabe auf dem Kameradisplay ist systematisch falsch, d.h. die aufgeführte Distanz ist systematisch kürzer als die effektive Entfernung des fokussierten Objektes (z.B. 0.75 m statt 1.0 m oder 2.1 m statt 5 m oder 2.6 statt 10.0 oder 4 m statt Unendlich). Die fehlerhafte Anzeige erfolgt sowohl im AF-Modus als auch im MF-Modus.

    Hat jemand die gleich Erfahrung gemacht und wie lässt sich der Fehler korrigieren?

    Antwort
    1. ZEISS Objektive

      Hallo Carlo!
      Wir haben deine Frage an unsere technische Abteilung weitergegeben und melden uns wieder, sobald wir mehr wissen.
      Viele Grüße
      ZEISS Lenses Team

      Antwort
    2. ZEISS Objektive

      Hallo Carlo,

      die Entfernungsangaben im Display der Fujifilm X-Kameras sind insbesondere bei Superweitwinkelobjektiven mit naturgemäß großer Schärfentiefe sehr ungenau. Die Firmware unserer Objektive kann dies jedoch nicht beeinflussen.
      In der Praxis spielt dies kaum eine Rolle, solange der AF der Kamera hinreichend genau fokussiert, oder man in manueller Fokussierung mit Hilfe der Scharfeinstellung (Fokus Peaking, Fokus Lupe) präzise scharfstellt.

      Mit freundlichen Grüßen,
      ZEISS Lenses Team

      Antwort

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