Know-how

Die Faszination für Optik und deren praktische Anwendung liegt Lars Müller im Blut. Er ist gelernter Augenoptiker, studierter Optometrist und verantwortet als Gebietsverkaufsleiter Berlin/Potsdam bei ZEISS den Vertrieb von Prüfgeräten und Gläsern an Augenoptiker. Dabei beschäftigt er sich regelmäßig mit der „natürlichen Optik“ Auge. Als passionierter Hobbyfotograf setzt er auf das Makro-Planar T* 2/100 und durfte kürzlich das neue Otus 1.4/55 im Praxiseinsatz testen.

D800, Otus 1.4/55, f/1,4, 1/20, ISO 100

Fußgängerunterführung am Internationalen Congress Centrum (ICC) Berlin
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Lars Müller fotografiert gerne Menschen und schafft mit fotografischer Leidenschaft stimmungsvolle Porträts. Das Motiv muss ihn ansprechen – optisch und emotional. Sein Ziel ist es, durch Ausjustierung von Schärfe und Tiefenschärfe jedes Detail genau herauszuarbeiten. Das Porträt ist für ihn der Ausgangspunkt, von dem aus er sich andere fotografische Bereiche erschließt. Denn grundsätzlich faszinieren ihn alle Motive, die sich mit offener Blende geeignet in Szene setzen lassen.

D800, Otus 1.4/55, f/1,4, 1/400, ISO 50

Porträt bei sanftem Herbstlicht
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„Ich liebe die geringe Schärfentiefe und das Fokussieren auf das Wesentliche. Das Makro-Planar T* 2/100 ermöglicht mir bei offener Blende beides. Damit wird ein Foto sehr gefühlvoll – ob es sich nun um ein Porträt, um ein Detail in den Tiefen einer Fußgängerunterführung am ICC oder um einen ansprechenden Obstteller handelt. Die bis zum Ende ausgereizte Schärfe ist bei diesem ZEISS Objektiv einfach über die Maßen gut – und das macht mir als Fotograf einfach Spaß.“

Entsprechend gespannt war Lars Müller, als er die Möglichkeit erhielt, das neue Otus 1.4/55 im Praxiseinsatz zu erproben. Schließlich gilt das „perfekte SLR-Standardobjektiv“ (ZEISS) als besonders leistungsstark bei großer Blendenöffnung: „Der erste Eindruck, als ich das Otus 1.4/55 an meiner Kamera befestigte, war deutlich: ein außergewöhnliches Objektiv. Mich faszinierte gleich, wie weich die Abbildung um die scharfe Bildebene herum ist. ‚Knackige‘ Schärfe – eingebettet in ‚softe‘ Unschärfe. Der in Herbstfarben getauchte Baum im Hintergrund des Portraits meiner Frau stand nahe genug, um ein wirklich traumhaft schönes Bokeh zu erzeugen. Das satte Bokeh wird deutlich sichtbar, wenn man bei Dunkelheit mit Lichtern im Hintergrund fotografiert, wie etwa bei dem Bild von der Baustellenwarnleuchte an einer Straßenecke in Berlin. Die bunten Lichtpunkte dahinter scheinen regelrecht zu schweben.“

D800, Otus 1.4/55, f/1,4, 1/6, ISO 50

Berliner Lichter bei Nacht
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Dabei ist seine Faszination für die Gestaltungsmöglichkeiten mit offener Blende nicht allein der fotografischen Leidenschaft, sondern seinem professionellen Blick geschuldet: „Im Rahmen meines Studiums und meiner Tätigkeit als Optometrist habe ich mich intensiv mit einem Sehprüfgerät auseinandergesetzt, dem ZEISS i.Profiler®. Dieses Gerät ist darauf spezialisiert zu messen, welche Gläserstärken ein Kunde für das Dämmerungs- und Nachtsehen benötigt. Und hier ergibt sich für mich der direkte Schritt zur Fotografie. Denn mit diesem Gerät arbeitet man sowohl bei kleiner wie bei großer Pupille. Ich habe also täglich mit dem Begriff der Schärfentiefe zu tun und muss erklären, dass diese bei einer großen Blende – also der offenen Pupille – geringer ist.“

D800, Makro-Planar T* 2/100, f/3,2, 1/125, ISO 100

Frisches Obst zum Frühstück
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Als er sich sein Makro-Planar T* 2/100 anschaffte, fertigte er als erstes einige Testaufnahmen an, um seinen Kunden das Prinzip der Schärfentiefe zu demonstrieren. So konnten diese sich den Vorgang im Auge besser vorstellen, den er darüber hinaus gern mit einem illustrativen Beispiel verdeutlicht: das Prinzip der „Camera Obscura“ in Ländern der Dritten Welt. Dort, wo sich viele Menschen eine Brille aus Glas nicht leisten können, verwendet man stattdessen eine Lochbrille. In diese ist ein Raster aus nebeneinander liegenden kleinen Löchern gebohrt, die wie eine Lochblende wirken und das Bild schärfen. Hier wird das Prinzip Blende genutzt, um fehlsichtigen Menschen preisgünstig zu helfen.

D800, Makro-Planar T* 2/100, f/2,8, 1/100, ISO 400

„Schwebende“ Weinflasche im blauem Kellerlicht, Detail
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Als Fotograf nutzt Lars Müller sein theoretisches Wissen über die Blende und deren Wirkung ganz gezielt zur stimmungsvollen Bildgestaltung: „Ich möchte Leben in ein Bild bringen, und das erreiche ich nicht durch eine hohe Schärfentiefe. Damit erscheint die Aufnahme platt. Ein Bild soll wirken. Und aus meiner Sicht wirkt es dann, wenn es verschiedene Ebenen hat, eine scharfe und eine unscharfe. In diesem Fall kann eine interessant beleuchtete Weinflasche oder ein sonnenbeschienener Maschendrahtzaun genauso wirken wie ein schönes Porträt.“

D800, Otus 1.4/55, f/1,4, 1/3200, ISO 100

Zaun in der Herbstsonne
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Über Lars Müller:

Lars Müller absolvierte eine Ausbildung zum Augenoptiker. Nach einigen Jahren Berufstätigkeit im Ladengeschäft studierte er Optometrie (Bachelor of Science) an der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Heute ist er bei ZEISS Gebietsverkaufsleiter Berlin/Potsdam für den Bereich Augenoptik. Neben dem Beruf ist er passionierter Hobbyfotograf vor allem im Bereich Porträt und Personenfotografie. Dabei fasziniert in besonders das Fotografieren mit offener Blende.

http://lmphoto.de/

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3 Kommentare

  1. Na, dann nenne ich doch mal einen tollen Artikel über Lars. Als Fotograf seiner Hochzeit habe ich schon einige seiner Aufnahmen sehen dürfen und weiß, dass er ein fotografisches Auge für einen gekonnten Schärfeverlauf hat.
    Mach weiter so, dein Hochzeitsfotograf aus Berlin Marc Birkhölzer.

    Antwort
  2. Ich teile mit Lars die Leidenschaft zur Fotografie und habe schon einige sehr spannende Fototouren und Shootings mit ihm absolvieren dürfen. Seine Liebe zur präzisen Schärfesetzung ist auch für mich als “Insider” immer wieder faszinierend.

    Antwort

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