Ohne Kulisse und künstliches Licht – Daniel Dytrychs natürliche Food-Fotografie

Ästhetik des Essens

Food-Fotografie gilt als Kunst, die schön drapiertes Essen wie wahre Kunstwerke in Szene setzt. Wenn Daniel Dytrych zur Kamera greift, dann sieht er sich als Künstler, der versucht Nahrung von seinen Ursprüngen her fotografisch zu betrachten – aus einer natürlichen Perspektive. ZEISS Objektive gehören zu seinen wichtigsten Werkzeugen, wenn es darum geht, das Beste aus seinen Bildern herauszuholen.

Im Zentrum von Daniel Dytrychs Fotografie steht das Licht, natürliches Licht. Denn nur damit – und nicht mit künstlicher Studiobeleuchtung – lässt sich aus seiner Sicht Essen richtig zur Geltung bringen. Die Gerichte und Nahrungsmittel für seine Foto-Shootings werden frisch und mit den besten Zutaten hergestellt. Das optische Ergebnis soll für sich selbst sprechen – ohne künstliche Ergänzungen.

D300s, Planar T* 1,4/50, f/3,5, 1/1000, ISO 160
Fisch, Padstow Harbour, Cornwall, England

Dieser Anspruch verleiht der Food-Fotografie von Dytrych etwas Ungeplantes. Während eines Auftrags für das Hafenrestaurant „The Basement“ entstand das Bild auf einem Fischkutter: „Hier ist einer der Köche zu sehen, der Fisch begutachtet. Er nahm zwei zufällig ausgewählte Fische direkt vom Eis und hielt sie in meine Richtung. Auf dem linken ist sogar noch ein wenig Eis zu erkennen. Alles in allem ein Moment voller Spontanität.“

Sein wichtigstes Werkzeug, um solche Momente einzufangen, sind – neben fotografischer Intuition – das Distagon T* 2/35 und das Planar T* 1,4/50: „Diese zwei Objektive sind fantastisch, insbesondere das Planar T* 1,4/50. Diese Optik nehme ich für 90% meiner Food-Aufnahmen. Ich bin regelrecht verliebt in sie!“ Der arrangierte Teller mit den knusprig gebratenen Froschschenkeln illustriert, was Dytrych meint. Das Gericht mag Geschmackssache sein. Aber das Bild lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, so als säße man direkt davor.

D300s, Planar T* 1,4/50, f/7,1, 1/80, ISO 100
The Basement Restaurant, Padstow, Cornwall, England: Knusprige Froschschenkel, Petersiliengelee, Knoblaupürree, Petersilienemulsion, “Baby-Leaves”-Salat und Oliven

Eine zentrale Herausforderung in der Food-Fotografie ist es, sich einen eigenen Stil zu schaffen. Für Daniel Dytrych lautet hier das Stichwort: natürlich fotografieren: „Ich verwende so wenig Kulissen wie möglich. Und wenn ich doch welche benötige, dann verwende ich Naturmaterialien. Für mich zählt allein das Essen. Ein gut durchdachtes Rezept, das nur so sprüht vor guten Zutaten steht für sich selbst. Den letzten Schliff liefert dann das natürliche Licht. Alle meine Aufnahmen entstehen direkt vor Ort.“

D300s, Planar T* 1,4/50, f/3,5, 1/250, ISO 200
Rotkohl

Manchmal reichen die Hände eines Menschen als Kulisse, wie bei der Aufnahme eines halbierten Rotkohlkopfes, die durch ihre satten und kontrastreichen Farben besticht. Gerade diese Verbindung von Einfachheit im Motiv und fotografischer Gestaltung vor Ort hat es Dytrych angetan, auch bei der diesjährigen Weinlese auf dem Weingut Coates & Seely: „ZEISS Objektive haben viele herausragende Eigenschaften. Am meisten aber fasziniert mich der ‚3D-Effekt’. Man bekommt das Gefühl, als würde einem das Motiv regelrecht entgegenspringen. Eine weitere Eigenschaft der Objektive, die ich sehr schätze, ist ihr samtweiches Bokeh. Die Übergang vom gestochen scharfen Fokusbereich bis hin zur Unschärfe bei dem Bild mit den Weintrauben lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, besonders wenn man – wie hier – mit dem Planar T* 1,4/50 bei großer Blende fotografiert.“

D300s, Planar T* 1,4/50, f/2,8, 1/250, ISO 160
Weintrauben, Weingut Coates & Seely, Hampshire, England. Links Pinot noir, rechts Chardonnay

Seit vier Jahren verdient Daniel Dytrych sein Geld als freier Fotograf. Eine fotografische Ausbildung hat er nicht absolviert: Er ist begeisterter Autodidakt. Sein fotografisches Interesse an Essen hat für ihn – wie er selbst sagt – etwas ganz „Natürliches“: „Ich war schon immer ein großer Liebhaber von gesundem Essen. Ich koche gerne, probiere gern Neues. Ich begann, Kochbücher zu sammeln und mich intensiv mit den Food-Bildern anderer Fotografen auseinanderzusetzen. Mein Stil entwickelte sich ständig weiter. Grundsätzlich ist er geprägt durch Liebe zur Natur und eine gewisse laxe Einstellung gegenüber Perfektion. Meine Arbeiten sind alles andere als perfekt, aber das mag ich gerade so. Ich würde sagen: Sie sind ausdrucksstark und rustikal.“ So ausdruckstark und rustikal, wie der frisch gebrühte Caffè macchiato, den er in einem der wohl besten Cafés von Oxford fotografierte. Als Dekoration nur zwei Stücke Baumrinde, als Beleuchtung das durchs Fenster einfallende Tageslicht. Man darf vermuten, dass der Fotograf nach dem Abdrücken, den Kaffee – natürlich – auch genossen hat.

D300s, Planar T* 1,4/50, f/3,5, 1/160, ISO 100
Caffè macchiato, The Missing Bean, Oxford

 

Über Daniel Dytrych

Daniel Dytrych lebt und arbeitet als freier Fotograf in Derby (Derbyshire, East Midlands, England). Neben seinem Hauptstandbein Food-Fotografie gehören Lifestyle, natürliche Produktfotos und Detailaufnahmen von Blumen zu seinem Portfolio. Zu seinen Kunden zählt auch das Fifteen Restaurant (Cornwall) des bekannten Gourmetkochs Jamie Oliver. Derzeit studiert er neben der Fotografie Gartenbau und Baumchirurgie.

http://danieldytrychphotography.co.uk/

 

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