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Der französische Modefotograf Siddhu Sudarshan testete das neue Otus 1.4/55 von ZEISS und schuf eine Bilderreihe zwischen Reportage, Glamour und Gemälde.

Paris Fashion Week 2012. Hinter dem Laufsteg bereiten sich Models und Designer hektisch auf ihre Auftritte vor, der Fotograf Siddhu Sudarshan muss kämpfen, um die Aufmerksamkeit der Stars für seine Kamera zu bekommen. Das überraschende Ergebnis des stressigen Shootings: Fotos von einer unnachahmlichen Ruhe und Besinnlichkeit, die wie aus der Zeit gefallen wirken. Siddhu sieht einen Zusammenhang zwischen den erstaunlichen Bildern und den Qualitäten des Otus 1.4/55, dem ersten Mitglied der neuen ZEISS High-end SLR-Objektivfamilie, das er für diese Dokumentation auf seiner D800E ausprobierte.

D800E, Otus 1.4/55 (f/1,4, 1/160, ISO 180)
Backstage bei der Hexa By Kuho Spring Summer 2013 Fashion Show. (Höhere Auflösung)

„Die träumerische, der Zeit entrückte Stimmung dieses Porträts liegt nicht allein im Blick des Models“, sagt Siddhu. „Ich denke, dass ich sie mit keinem anderen Objektiv hätte erzeugen können. Das außergewöhnliche Bokeh, das dieses Objektiv projiziert, trägt dazu bei. Wenn ich meine Fotoserie, die über mehrere Einzelshows hinweg entstanden ist, in ihrer Gesamtheit betrachte, finde ich das gleiche Grundgefühl in allen Einzelbildern wieder.“ Zugleich besticht die Schärfe der Aufnahmen: Details wie die Augenbrauen des Models sind auffallend fein gezeichnet und klar erkennbar. Das Zusammenspiel aus Schärfe und Bokeh demonstriert eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des neuen Otus 1.4/55 insbesondere bei Offenblende, eines der herausragenden Charakteristika des neuen ZEISS High-end SLR-Objektivs.

D800E, Otus 1.4/55 (f/1,4, 1/160, ISO 180)
Backstage bei der Hexa By Kuho Spring Summer 2013 Fashion Show. (Höhere Auflösung)

Zwischen Malerei und Kino-Standbild: Das Bild von den beiden wartenden Models zeichnet sich durch eine verträumte, fast meditative Stimmung aus. Dabei ist es in den Ecken genauso scharf wie in der Bildmitte. Bemerkenswert: Der Scheinwerfer im Hintergrund verursacht keinerlei chromatische Aberration, sondern fügt sich harmonisch in den Hintergrund ein.

D800E, Otus 1.4/55 (f/1,4, 1/160, ISO 640)
Model Noam Frost. Hexa By Kuho Spring Summer 2013 Fashion Show. (Höhere Auflösung)

 „Noam Frost ist Filmstudentin und modelt nur nebenher“, erläutert Siddhu dieses Bild. „Sie fragte mich nach dem Objektiv und war sehr angetan von meinen Aufnahmen von ihr. Dieses hier hielt sie für das beste Porträt, das sie je von sich selbst gesehen hatte.“

D800E, Otus 1.4/55 (f/1,4, 1/160, ISO 100)
Model Aine O’Gorman. Junko Shimada Spring Summer 2013 Fashion Show. (Höhere Auflösung)

“Dieses Foto mag ich besonders. Ein klassischer `Blick hinter die Kulissen´. Obwohl man wirklich jedes einzelne Haar unterscheiden kann, wirkt es überhaupt nicht klinisch“, so Siddhu.

D800E, Otus 1.4/55 (f/5,6, 1/125, ISO 3200)
Die Models sind bereit, auf den Laufsteg zu gehen. Hexa By Kuho Spring Summer 2013 Fashion Show. (Höhere Auflösung)

Wenn Laufstegmodels auf manchen Betrachter generell eher wie Typen denn wie Individuen wirken, dann scheint diese Auffälligkeit in Siddhus Bildern bewusst in den Vordergrund gestellt worden zu sein. An diesem Gruppenfoto wird das besonders deutlich. „Ich wollte meinen Protagonistinnen etwas Generisches verleihen, und das Objektiv half mir dabei“, sagt Siddhu.

Zugleich dokumentieren die Bilder Frisuren, Make-up, Mode und Modeltypen der Pariser Schauen –Momentaufnahmen der wohl kurzlebigsten Branche überhaupt. „Dass die Bilder dennoch nichts Kurzlebiges oder Flüchtiges ausstrahlen, sehe ich als die Leistung des Otus 1.4/55 an, kombiniert mit meiner Handschrift als Künstler“, erklärt Siddhu. „Mit ästhetischen Bildern aus dem Backstage-Bereich, die die Nachwelt an die Pariser Modeszene unserer Tage erinnern sollen, möchte ich einen Gegenpol schaffen zu den sonstigen `Fast Food Bildern´, wie sie von Prominenten heute im Umlauf sind und in unserer bildhungrigen Gesellschaft ja auch reißenden Absatz finden.“

Wie setzte Siddhu seine künstlerischen Absichten nun technisch um, welche Einstellungen wurden gewählt? „Da ich in einer extrem hektischen Umgebung arbeitete, benutzte ich Zeitautomatik. Nach der üblichen Faustregel 1/Brennweite müsste die minimale Belichtung für 55 mm bei 1/55 s liegen. Bei einer hochauflösenden Optik wie dem Otus 1.4/55 ignoriere ich das aber und wähle eine doppelt oder dreimal kürzere Belichtung – zumindest wenn die gegebenen Lichtverhältnisse es erlauben, mit einer ISO bis maximal 3200 zu fotografieren. Grundsätzlich setze ich immer den niedrigsten möglichen ISO-Wert ein, um die Dynamik zu maximieren und das Rauschen zu minimieren. Deshalb arbeite ich so weitgehend wie möglich mit dem Raumlicht bzw. wähle Perspektiven, bei denen ich das existierende Licht maximal ausnutzen kann. Das trägt zur Authentizität meiner Bilder bei. Bei der D800E gibt es eine Auto-ISO-Funktion, bei der gleichzeitig die längste gewünschte Belichtungszeit festgelegt werden kann – beim Otus 1.4/55 ist das 1/125 oder idealerweise 1/160. Ich habe sie genutzt und mich ganz auf die Blende konzentriert, um die gewünschte Schärfentiefe und Stimmung zu erzeugen. Die Blende sehe ich als mein wichtigstes technisches Stilmittel an.“

D800E, Otus 1.4/55 (f/1,4, 1/160, ISO 220)
Designerin Junko Shimada im Interview. Junko Shimada Spring Summer 2013 Fashion Show. (Höhere Auflösung)

Das Otus 1.4/55 findet Siddhu für die Situation hinter dem Laufsteg besonders geeignet: „Wenn eine Show vorbereitet wird, passiert so vieles gleichzeitig“, erklärt er. „An den ZEISS Objektiven schätze ich besonders den manuellen Fokus. Meiner Erfahrung nach ist er immer schneller als ein Autofokus, da mein Schärfepunkt oft außerhalb der Mitte liegt und ich für beinahe jedes Bild das AF-Messfeld verschieben müsste, kurz bevor ich die Aufnahme mache. Zugleich kann ich meinen eigenen Stil in die Bilder legen. Hätte ich diese Bilderreihe auch mit einem anderen Objektiv aufnehmen können? Nein. Definitiv nicht. Das Otus 1.4/55 übersetzt die Szenen auf eine ganz spezielle Weise, die auf dem Weltmarkt der Fotoobjektive beispiellos ist. Man sieht sofort, dass die Bilder nicht mit einem Objektiv aufgenommen wurden, wie es die Masse der Modefotografen benutzt.“

 

Der Fotograf:

Nachdem er die Fotografie zugunsten der Musik schon fast aufgegeben hatte, brachte ihn der erste Kontakt mit ZEISS Objektiven zurück in seinen alten Beruf. Heute kombiniert er beides, indem er Begleitmusik für Modenschauen komponiert und selbst einspielt. Sein aktuelles musikalisches Werk ist der Soundtrack für die Präsentation der Herbst-/Winter-Kollektion 2013/14 der legendären japanischen Designerin Junko Shimada in Paris. Die hier gezeigten Fotos sind Teil einer Serie für die Siddhu alle Schauen der Pariser Fashion Week von 2011 bis heute fotografierte. Die Arbeit brachte ihm mehrere Folgeaufträge für die Dokumentation weiterer Shows ein.

Weitere Fotos aus der Serie, die mit Otus 1.4/55 geschossen wurden, finden sich in unserem Flickr Set: http://www.flickr.com/photos/carlzeisslenses/sets/72157635236491881/

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