Allgemein

Wie kam es eigentlich zum Namen ZEISS?

ZEISS ist weltweit bekannt, die Assoziationen mit der Marke sind durchweg positiv. Carl Zeiss ist der Name des Unternehmensgründers und Teil des Unternehmensnamens Carl Zeiss AG. Die Marke heißt jedoch seit langem ZEISS. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist bereits in vielen Sprachen und Ländern oftmals nur „ZEISS“ verankert, sowohl wenn von der Marke als auch vom Unternehmen die Rede ist. Dieser Entwicklung trägt das Unternehmen jetzt mit der Vereinheitlichung seiner Markenkommunikation Rechnung. Ziel ist ein noch klareres und konsistenteres Bild von ZEISS in der Wahrnehmung der Kunden. Um die bisher uneinheitliche Verwendung von Carl Zeiss und ZEISS aufzuheben, wird zukünftig so viel wie möglich ZEISS eingesetzt. Aus diesem Grund beschriftet ZEISS auch seine Objektive neu: Aus Carl Zeiss wird ZEISS.

Aus Carl Zeiss wird ZEISS.

Aus Carl Zeiss wird ZEISS.

ZEISS ist in vielen Produktbereichen vertreten: Von Mikroskopen über Messmaschinen, Brillengläsern und Ferngläsern bis hin zu Fotoobjektiven. Über das Unternehmen hinweg ist in den meisten Märkten und Produktbereichen die Kennzeichnung ZEISS auf Produkten zu finden. Historisch gewachsen stellten die Objektive bisher weitestgehend eine Ausnahme dar. Die Entscheidung, auch die Objektive ab sofort durchgängig mit „ZEISS“ zu beschriften, nehmen wir zum Anlass, um unseren Lesern die Geschichte des Markennamens in einem kurzen historischen Abriss vorzustellen.

Verschiedene ZEISS Logos im Laufe der Zeit.

Verschiedene ZEISS Logos im Laufe der Zeit.

Im ersten Warenzeichen von ZEISS stand noch „Carl Zeiss Jena“. Bereits in den 1920er Jahren haben verschiedene Tochterunternehmen das Linsenzeichen in variierter Form verwendet. So zum Beispiel die Zeiss Ikon AG, an der Carl Zeiss mehrheitlich beteiligt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten die von amerikanischen Streitkräften nach Süddeutschland umgesiedelten Zeissianer das Zeiss-Opton-Werk in Oberkochen, Baden-Württemberg. Es lag nahe, ähnlich wie bei Zeiss Ikon, das Warenzeichen anzupassen.

Ab dem Frühjahr 1953 entwickelten sich Carl Zeiss, Oberkochen, und der Volkseigene Betrieb (VEB) Carl Zeiss Jena unabhängig voneinander. Carl Zeiss Oberkochen steuerte nun einen selbständigen Kurs und nannte sich nur noch „Carl Zeiss“. Auch aus der Linse wurde das Wort „Jena“ entfernt. Es kam weltweit zu Gerichtsprozessen, um die Verwendung des Namens Carl Zeiss, des Linsenzeichens und anderer Warenzeichen und Produktnamen durch Carl Zeiss Jena in der Bundesrepublik Deutschland zu klären. Daraus entwickelte sich der längste Gerichtsprozess in der Geschichte der DDR.

Nach fast 18 Jahren Prozessdauer wurde 1971 die sogenannte „Londoner Vereinbarung“ beschlossen: Logos, Warenzeichen und Firmennamen von Carl Zeiss in Ost und West sollten sich deutlich unterscheiden, aus dem Logo des westdeutschen Unternehmens verschwand nach der Ortsangabe „Jena“ nun auch der Vorname „Carl“. Ende der 70er Jahre wurde das Wort „ZEISS“ dann in ein Quadrat eingebunden, zur klaren Unterscheidung von Jena wurde zudem „West Germany“ als Herkunftsbezeichnung ergänzt.

Die Wiedervereinigung der beiden Carl Zeiss Unternehmen im Jahr 1991 sollte auch im gemeinsamen Logo sichtbar werden. 1993/94 entstand eine neue Wort-Bildmarke, in der der Linsenbogen des heutigen Logos bereits enthalten ist. Seit 1997 sieht das ZEISS Logo auch farblich so aus, wie wir es heute kennen.

2011/12 gründete die Geschäftsführung eine eigene Arbeitsgruppe, um die derzeitige Identität und Positionierung von ZEISS zu untersuchen und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Marke zu generieren. Das Ergebnis ist eine Reihe von Markenmanagement-Prinzipien, die die künftige Verwendung der Marke ZEISS festlegen - unter anderem die durchgängige Verwendung des Markennamens ZEISS in der Beschriftung aller unserer Produkte.

Auf dem Frontring wird in Zukunft die Beschriftung ZEISS zu lesen sein.

Auf dem Frontring wird in Zukunft die Beschriftung ZEISS zu lesen sein.

Deshalb haben wir beschlossen, auf dem Frontring von Objektiven künftiger ZEISS Produktfamilien nur noch die Marke ZEISS und nicht mehr wie bisher den Namen des Unternehmens „Carl Zeiss“ zu nennen. „ZEISS ist schon seit Langem eine globale Marke, und wir alle können stolz darauf sein“, sagt Martin Dominicus,  Marketingleiter im Geschäftsbereich  Camera Lenses (Photoobjektive). „Wenn man irgendwo auf der Welt im Urlaub oder auf einer Geschäftsreise erwähnt, dass man für ZEISS arbeitet, erntet man immer ein Lächeln.“

Der Wechsel wird bei den Objektiven nur auf Familienebene stattfinden: Bisherige Objektivfamilien werden nicht nachträglich verändert; künftige Familien werden mit ZEISS gekennzeichnet. Die erste Familie, die diese Änderung betrifft, sind die ZEISS Touit Objektive. Aus produktionstechnischen Gründen wurden noch einige Exemplare mit dem Schriftzug „Carl Zeiss“ gefertigt und für den Markt zugelassen. Vielleicht werden diese sogar mal begehrte Sammlerstücke sein. Beide Varianten sind aber Original-Objektive und unterscheiden sich sonst in keiner Weise.

Touit_1,8_32_front_ZEISS_crop

11 Kommentare

  1. ulrich büttner

    beide objektive (12 und 32 mm) werden als optimal für die so genannten APS-C sensoren beschrieben und sollen sogar extra für diese entwickelt worden sein. warum erfährt man dann erst im datenblatt vom cropfaktor 1.5 ??
    liest man zufällig zuerst das datenblatt, so hält man beide objektive für vollformattauglich … ? das ist doch käse! aber die firmenleitung denkt lieber über Carl Zeiss oder ZEISS nach, gell.
    am liebsten schraubt man immer an den sachen herum, die nun gar keine probleme machen.
    korrekt kommunizieren sollte man lieber die herstellungsstätte in japan, deren image nun wirklich ein problem darstellt – aber nur, weil ZEISS es offensichtlich verheimlichen will. lesen sie zum beispiel mal die angaben zum zeiss-objektiv der RX1 in deren betriebsanleitung. das “um den brei herumgeschwätz” ist unerträglich …
    sie sehen, man kommt von hölzchen auf stöckchen, wenn man erst einmal angefangen hat, sich zu räuspern.
    mfg
    ulrich büttner

    … und das dümmliche “Du” würd ich hier in der ansprache auch in ein “Sie” ändern

    Antwort
    1. ZEISS Objektive

      Guten Tag Herr Büttner! Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
      Zu Ihrem ersten Absatz möchten wir gerne kurz Stellung nehmen. Alle bis heute angebotenen Sony NEX-Kameras und Fuji Kameras mit X-Bajonett sind mit Sensoren in der Größe APS-C ausgestattet. Alle derzeit am Markt für diese Systeme erhältlichen Objektive, einschließlich unserer Touit-Objektive, sind entsprechend lediglich für Kamerasensoren dieser Größe ausgelegt.
      Selbstverständlich muss man bei all diesen Kameras mit APS-C Sensor immer den sogenannten “Crop-Faktor” (hier 1.5x) mit berücksichtigen, sofern man die verwendete Brennweite mit einer Vollformat-Kamera (24x36mm, KB, 35mm Film…) vergleichen möchte. Ein 12mm Touit-Objektiv entspricht daher einem 18mm-Objektiv an einer Vollformat-Kamera. Der resultierende Bildwinkel einer bestimmten Brennweite ist immer nur von der Größe des Sensors abhängig, nicht von der Auslegung des verwendeten Objektivs für APS-C oder Vollformat. Es handelt sich also nicht um eine “Besonderheit” unserer Touit-Objektive. Wir hoffen, dass dies auf unseren Produktseiten, als auch im technischen Datenblatt und in der Produktbroschüre deutlich wird.
      Beste Grüße
      das ZEISS Lenses Team

      Antwort
      1. Ralf Bräutigam

        Kann es sein das Sie da etwas verwechseln:”…Ein 12mm Touit-Objektiv entspricht daher einem 18mm-Objektiv an einer Vollformat-Kamera…” doch eher: Ein 12mm Touit-Objektiv entspricht daher einem 18mm-Objektiv an einer APS-C-Kamera, oder?
        Beste Grüsse
        Ralf Bräutigam

        Antwort
  2. Büttner

    ihre antwort ist leider keine, denn im datenblatt zum 12er steht: brennweite 12mm; entspricht einer brennweite von 18mm bei aps-c. also die komplette irreführung, denn mit welcher kamera könnte ich je 12mm brennweite realisieren … ??
    beste grüße
    ulrich büttner

    Antwort
    1. Ralf Bräutigam

      Hallo Herr Büttner,
      die 12mm können Sie an einer Vollformat Kamera doch voll nutzen?
      Ich verstehe Ihr Problem nicht!
      Gruss Ralf Bräutigam

      Antwort
  3. Thomas Knoll

    Hallo Herr Büttner,
    bevor Sie so hart mit Zeiss ins Gericht gehen, sollten Sie einmal überlegen, ob Ihr “Vollformat” wirklich das Maß aller Dinge ist. Es gab und gibt noch andere Formate, angefangen von der kleinsten Handy-Knipse über die unterschiedlichsten Kompaktkameraformate, Micro 4/3, 4/3, div. APS-…, Ihr “Vollformat, div. Mittelformate und einige Großformate. Interessant dabei ist nicht die Brennweite oder wie sie sich beim Kleinbildformat darstellt, sondern allein der Winkel. Sollte ich mir bei meiner Fuji-X darüber Gedanken machen, welche Brennweite mein 12er Touit an meiner D800 wäre oder an meiner analogen Hasselblad? Oder umgekehrt, welche Brennweite wäre mein 3,5/60mm CFi Distagon an meiner Fuji oder an meinem Handy oder von mir aus auch an meiner Nikon? Ist doch alles weder sinnvoll noch zielführend. Oder machen Sie sich Gedanken darüber, wenn Sie die Exifs eines Handybildchens sehen und z.B. 5,6mm lesen, ob das jetzt extrem weitwinkelig oder vielleicht schon Tele ist im Bezug auf KB?
    12mm bleiben 12mm und 50mm bleiben 50mm, die Brennweite stellt sich nur an den unterschiedlichen Sensor/Filmformaten unterschiedlich dar. Der Winkel ist immer gleich, nur die Sensoren und Filme sind unterschiedlich groß. Mal ist es ein extremes Weitwinkel, mal ein Normalobjektiv, mal ein Tele.
    Zeiss bedient mit dieser Umrechnerei, wie andere Kamera- und Objektivhersteller auch, lediglich die Vorstellungskraft eines in Kleinbildformat denkenden Publikums.
    In einem großen Elektromarkt steht auf dem Schild bei, z.B. einem 50mm Nikon-DX-Objektiv, der Preis, eine schlechte Beschreibung und 75mm. Was denn nu, 50mm oder 75mm? – Ich bin doch nicht blöd?
    Beste Grüße
    Th. Knoll

    (Ich stehe übrigens nicht auf der Zeiss-Lohnliste.)

    Antwort
    1. Büttner

      hallo herr knoll,
      sie schreiben sehr ausführlich. ist mir alles geläufig. mein 80er an der 500C/M ist ein 80er, mein 50er an der F1 ist ein 50er, und mein 21er ZE an der 5D ist ein 21er. wenn ich letzteres an der 7D verwende hat es eine 32er wirkung. alles gut. nur das touit 12mm ist ein 18er, immer. das könnte man doch draufschreiben – oder nicht?

      Antwort
  4. Büttner

    hallo herr bräutigam,

    ist ja erstaunlich, wie viel zeit hier aufgewendet wird, um meinen schlichten “vorwurf” zu kommentieren.
    es ging mir in meiner ersten mail u.a. darum festzustellen, dass die beeindruckenden 12 mm eher eine gewisse marketing-relevanz haben, weil sie technisch zwar korrekt sind, es aber keine kamera gibt, an der sie realisiert werden könnten. für aps-c entwickelt, lassen sich die touit- gläser eben nicht am vollformat nutzen. und der aps-c fotograf trägt ein 18 mm objektiv durch die gegend; die 12 mm sind eine angabe bezogen auf das vollformat. da baut zeiss objektive für den kleinen sensor und schreibt das vollformat-equivalent drauf. das hat mich geärgert.
    ansonsten schätze ich zeiss produkte – vom fernglas über spektiv bis zu vollformat superweitwinkel und handlupe …

    Antwort
  5. Thomas Knoll

    Eigentlich haben Sie den richtigen Satz geschrieben:
    “…mein 21er ZE an der 5D ist ein 21er. wenn ich letzteres an der 7D verwende hat es eine 32er wirkung…”
    Das 12er Touit hat an der NEX und X-Fuji wg. APS-C die Wirkung – abgesehen vom unterschiedlichen Tiefenschärfenverhalten – eines Objektivs mit 18mm.
    Nehmen wir mal an, Sony bringt, um in Ihrer Diktion zu bleiben, eine “Vollformat”-NEX mit identischen Bajonett und das 12er Touit könnte diesen Bildkreis ausleuchten. Was soll dann auf diesem Objektiv stehen? Doch wohl unstrittig 12mm.

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  6. Büttner

    dann wäre alles ok. so wird es aber nie sein. es ist halt nur dieses gefälle von groß nach klein (sensor, format) bei logischer wirksamer blickwinkelverengung möglich. sind halt zwei welten, die mit adaptern abwärtskompatibel sind …

    beste grüße

    u.büttner

    Antwort
  7. Christoph Straßer

    Auszug aus einem e-mail an Zeiss vom Oktober 2013, das bereits qualifiziert beantwortet wurde:
    “Gerade, weil der Gründer und Namensgeber Carl Zeiss aber wohl nicht nur so ein großartiger Unternehmer war, sondern auch eine “edle” Persönlichkeit, hänge ich an dem stolzen Schriftzug “Carl Zeiss” (ähnlich einer Manufaktur-Signatur: Carl Zeiss fecit), genau in dieser Groß-Klein-Schreibweise, wie ich ihn seit 1977 kenne, als ich begonnen habe, mit Spiegelreflex zu fotografieren. Ebenso wichtig ist aber natürlich auch das geniale ZEISS-Logo mit der stilisierten Linsenkrümmung, das den großen, weltweit bedeutenden Konzern widerspiegelt, für die Identität. Die Kombination beider hat`s bisher ausgemacht.” – zugegeben: ich bin diesbezüglich ein bekennender Traditionalist, und für die Leistung ist die Schreibweise nachrangig.

    Antwort

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