Dramatische Perspektiven

Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns hat viele Gesichter. Mal zeigt sie sich rau und stürmisch, mal sanft und friedlich. Der Schweriner Timm Allrich (28) – von Beruf Radiologe – nutzt jede freie Minute, um die Naturschauspiele vor seiner Haustür festzuhalten. Anfang Juni gab er im Rahmen des renommierten internationalen Fotofestivals "Horizonte 2012" in Zingst einen Workshop zum Thema Landschaftsfotografie bei Sonnenauf- und –untergang. Dafür stellte ihm ZEISS zwei Objektive zur Verfügung: das Distagon T* 3,5/18 sowie das neue Superweitwinkel Distagon T* 2,8/15.

Distagon T* 3,5/18; F/10; 1 Sek; ISO-50
Fährmann - Moritzdorf bei Sellin auf Rügen.

Vier Uhr morgens. Diese Zeit, in der man beobachten kann, wie die Tier- und Pflanzenwelt langsam erwacht, liebt Timm Allrich über alles. Im Bild zu sehen ist ein Naturhafen auf der Ostseeinsel Rügen, der an einem kleinen Binnensee liegt. Etwas Frühnebel kriecht noch übers Wasser, kein Mensch ist weit und breit unterwegs und auch der Fährmann liegt noch in tiefem Schlaf. Tag für Tag rudert er mit seinem Boot die zahlreichen Fahrradtouristen von einer auf die andere Seite. Das ZEISS Superweitwinkel Distagon T* 3,5/18 sorgte hier für einen spannungsreichen Bildaufbau mit maximaler Tiefenschärfe: Der Steg liegt prominent im Vordergrund, die Boote schwimmen seelenruhig auf spiegelglatter Wasseroberfläche, alles vor eindrucksvoller Wolkenkulisse.

Distagon T* 3,5/18; F/10; 0,6 Sek; ISO-50
Fischland-Darß - bewegte Wellen umspülen Buhnen am Strand von Zingst.

Ein stürmischer Morgen gegen 4:30 Uhr. Allrich wählte einen tiefen Standpunkt knapp über dem Boden, um die Wellen nahezu in die Kamera fließen zu lassen. Das Bild fängt die Dynamik und Kraft der Wellen ein, indem der Fotograf sie gezielt über die Bewegungsunschärfen darstellt. Das düstere Licht und die bedrohlichen Wolken am Horizont tragen dazu bei, die raue See zu charakterisieren. „Bei Bildern dieser Art besteht stets die Herausforderung, die richtige Belichtungszeit zu finden. Belichtet man zu lange, verschwimmt die Brandung zu einem weißen Einheitsbrei. Belichtet man zu kurz, erzielt man durchaus eine Wellenstimmung, aber die Bewegung und das Temperament bleiben auf der Strecke“, erläutert Allrich.

Distagon T* 3,5/18; F/22; 6 Sek; ISO-50
Meer mit Buhnen – Seebrücke in Zingst.

Auch diese Aufnahme entstand in den frühen Morgenstunden. Durch längere Belichtung zeigt Allrich ein „verwischtes Meer“, wie er die Technik beschreibt, in der die sanfte Gischt noch ansatzweise zu erkennen ist. Hier wird deutlich, was Brennweite für die Perspektive bedeutet: der Eindruck der Weite kombiniert mit dem Bezug zum Nahen, in diesem Fall der Seebrücke als Medium für den Vordergrund. Das Distagon T* 3,5/18 erzeugte hier brillante Schärfe bis in die äußersten Bildecken trotz schwieriger Lichtverhältnisse.

Distagon T* 2,8/15; F/10, 1/1000 Sek, ISO-250
Möwen - Seebrücke Zingst.

Aufnahme von der Seebrücke Zingst am Vormittag gegen 11:00 Uhr. Es ist ein schönes Anwendungsbeispiel dafür, welche Gestaltungsmöglichkeiten sich dem Fotograf durch den extremen Bildwinkel des neuen ZEISS Distagon T* 2,8/15 bieten: Die steil stehende Sonne, die fast über ihm kreisenden Möwen und dennoch kann Allrich Bezug zur Umgebung herstellen, indem er das Wasser und den Strand anschneidet. Im Hintergrund sieht man die Ausstellung "Seamore" von Betty Schoener, die während des Fotofestivals "Horizonte 2012" in Zingst gezeigt wurde. Das ZEISS Objektiv gibt hier die satten Farben und kräftige Sonne eindrucksvoll wieder.

Distagon T* 3,5/18; F/10; 3,2 Sek; ISO-50
Strandkörbe - Strand von Zingst.

Wieder ein Morgen um 4:30 Uhr, Kälteeinbruch, fünf Grad über Null – und das im Juni. Ein heftiger Sturm mit Windstärke 10 fegte über den Strand von Zingst hinweg. Strandkörbe kippten reihenweise um. Timm Allrich schützte seine Kamera mit einer Plastiktüte vor dem allgegenwärtigen Sand, so dass nur noch die Linse herausschaute. Doch der Sand in den Augen und die Schmerzen im Gesicht haben sich gelohnt: Das Distagon T* 3,5/18 sorgte für eine sehr scharfe und detailreiche Darstellung vom vordersten Sandkorn bis zum Horizont. Und das trotz 3,2 Sekunden langer Belichtung und anspruchsvollen Lichtverhältnissen.

Distagon T* 3,5/18; F/13; 1 Sek; ISO-50
Buhnen im Sonnenuntergang - Zingster Strand.

Abendstimmung gegen halb zehn. Bei diesem Foto kam es Timm Allrich besonders darauf an, einen Bezug zwischen Vorder- und Hintergrund zu erzeugen: Die Buhnen ziehen den Betrachter ins Bild und betonen die Weite des Meeres; auch hier Schärfe vom Vordergrund bis hin zum Horizont. Die tiefstehende Sonne, die unter schwarzer Wolkendecke hervorlugt, erzeugt eine reizvolle Stimmung. Die Bewegungsunschärfe des Wassers haucht dem Bild das nötige Leben ein. Das Distagon T* 3,5/18 meistert hier gekonnt das schwierige Gegenlicht, so dass das Bild trotz Detailreichtum im Vordergrund keine Überzeichnung der hellen Bildbereiche erkennen lässt.

Distagon T* 3,5/18; F/13; 30 Sek; ISO-50
Darßwald bei Prerow.

Der Darßwald bei Nacht. Im Frühsommer präsentiert sich der Farn dort in einem unglaublich satten Grün. Timm Allrich machte diese Aufnahme am späten Abend nach Einbruch der Dämmerung. Es war an diesem Tag regnerisch und feucht, wodurch die Farben noch mehr als sonst leuchteten. Für besondere Ästhetik sorgte der bedeckte Himmel, der ein gleichmäßiges Licht und eine ruhige, angenehme Stimmung erzeugte. Der in der oberen Bildhälfte eingesetzte Grauverlaufsfilter verstärkt die leuchtende Wirkung des Farns nochmals. Hier war das Distagon T* 3,5/18 in seinem Element, indem es die klaren und sachlichen Formen der Natur, in diesem Fall die uniform gewachsenen Bäume, verzerrungs- und vignettierungsfrei einfing.

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6 Kommentare

  1. Uwe Kinski

    Tolle Bilder . ine Sichtweise die ich noch nicht so früh gesehen habe. Sollte einfach auch mal früh aufstehen und fotografieren

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  2. Wolf Rainer Schmalfuss

    Zum ersten Bild von Moritzdorf auf Rügen fehlt das Boot mit dem Fährmann! Ich habe dort auch schon gestanden und einige gute Aufnahmen gemacht.

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  3. Thomas Harmgarth

    Wieder ein Morgen um 4:30 Uhr, Kälteeinbruch, fünf Grad über Null, da war ich auch dabei, eine tolles Erlebnis mit Timm und dem rest der Gruppe. Leider musste man danach viel zeit mit Kamerareinigung verbringen, aber die Fotos waren es wert.

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  4. Renate Jebe

    Ich war auch am um 4.30 Uhr in Zingst dabei.
    Super Workshop. Super Fotos. Sehr nette Teilnehmer.
    Dank an Timm.

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  5. Uwe Vogel

    Tolle Bilder,
    habe mich schon für einen Workshop in Zingst im Mai 2013 angemeldet.

    Horzizonte Festival ich komme.

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