Dramatische Perspektiven

Hans Strand gilt als Poet unter den Naturfotografen. Seine Bilder gleichen Kunstwerken, wofür der Schwede schon zahlreiche internationale Auszeichnungen erhielt. Dabei startete der  56-Jährige seine Karriere als Berufsfotograf erst sehr spät. Über seinen Weg, seine Bildsprache und seine Liebe zu Carl Zeiss Objektiven berichtet er im Interview.

Hans Strand: „Hovs Hallar in Südschweden hat eine rauhe Küste mit Granitfelsen. Am Abend als ich dieses Foto machte, war das Wetter ziemlich unbeständig. Regenschauer kamen und gingen. Hier kommt die Sonne gerade hinter den Regenwolken hervor und erhellt den Küstenstreifen. Dank des Super Weitwinkels Distagon T* 2,8/15 bekam ich alles, was ich wollte, aufs Bild. Ich nutzte Blende 11 für eine besondere Schärfentiefe." (Distagon T* 2.8/15; F/11; 1/5 sec.; ISO-100).
Hans Strand: „Hovs Hallar in Südschweden hat eine rauhe Küste mit Granitfelsen. Am Abend als ich dieses Foto machte, war das Wetter ziemlich unbeständig. Regenschauer kamen und gingen. Hier kommt die Sonne gerade hinter den Regenwolken hervor und erhellt den Küstenstreifen. Dank des Super Weitwinkels Distagon T* 2,8/15 bekam ich alles, was ich wollte, aufs Bild. Ich nutzte Blende 11 für eine besondere Schärfentiefe."

Herr Strand, „früh übt sich“, heißt es sprichwörtlich. Sie hingegen sind erst spät zur Fotografie gekommen. Wann genau hat es bei Ihnen „klick“ gemacht?

Das war 1981 im Rahmen einer Studienreise an die US Universität Stanford. Ich war Ende 25 und stand kurz vor Abschluss meines Studiums an der Technischen Universität Stockholm. Ich kaufte mir meine erste eigene Kamera – übrigens eine Contax mit Carl Zeiss Objektiven – und machte Landschaftsbilder im Yosemite-Nationalpark. Dieses Erlebnis vergesse ich nie. Carl Zeiss nahm mir damals meine fotografische Unschuld (lacht). Und diese Liebe hält bis heute an.

Wie ging es dann  weiter, richtig durchgestartet sind Sie ja erst viele Jahre später?

Ich machte mein Examen und arbeitete neun Jahre als Ingenieur im Maschinenbau. Doch irgendwann konnte ich nicht mehr sitzen. Starke Rückenprobleme zwangen mich, nach Alternativen jenseits des Schreibtisches zu suchen. Im Nachhinein ein Segen. Seit 1990 bin ich Berufsfotograf und genieße jeden Tag in vollen Zügen. Ich habe diese Neuorientierung nie bereut.

Hans Strand: „Ein weitere Szene wie gemacht für das Distagon T* 2,8/15, auch in Hovs Hallar (Südschweden) – hier um perfekt den geometrischen Linienverlauf der Felsen einzufangen." (Distagon T* 2.8/15; F/11; 1/50 sec.; ISO-100).
Hans Strand: „Ein weitere Szene wie gemacht für das Distagon T* 2,8/15, auch in Hovs Hallar (Südschweden) – hier um perfekt den geometrischen Linienverlauf der Felsen einzufangen."

Ihr Weg zeigt eindrucksvoll, dass es nie zu spät für etwas ist, wenn  man das nötige Herzblut mitbringt. Was genießen Sie am meisten an Ihrem Job?

Die Natur in ihrer atemberaubenden Komplexität festzuhalten, ist für mich das größte Glück. Schon immer spürte ich eine starke Verbindung zur Natur. Es ist wie ein inneres Glühen, das nie erlöschen wird. Natur ist immer aufrichtig, niemals nichtssagend.

Hans Strand: „Ich verwendete das Distagon T* 2,8/15 und wählte den Farn für einen präsenten Vordergrund aus. Die grandiose Tiefenschärfe bei Blende 11 bewirkt, dass alles im rechten Fokus ist.“ (Distagon T* 2.8/15; F/11; 1/13 sec.; ISO-200).
Hans Strand: „Ich verwendete das Distagon T* 2,8/15 und wählte den Farn für einen präsenten Vordergrund aus. Die grandiose Tiefenschärfe bei Blende 11 bewirkt, dass alles im rechten Fokus ist.“
Hans Strand: „Hier konnte ich das Distagon T* 2,8/15 wunderbar einsetzen, um die enorme Höhe dieser Buchen zu betonen. Die laue Abendsonne im Hintergrund verleiht dem in Frühlingsfarben gehüllten Wald einen ganz besonderen Glanz.“ (Distagon T* 2.8/15; F/11; 1/125 sec.; ISO-100).
Hans Strand: „Hier konnte ich das Distagon T* 2,8/15 wunderbar einsetzen, um die enorme Höhe dieser Buchen zu betonen. Die laue Abendsonne im Hintergrund verleiht dem in Frühlingsfarben gehüllten Wald einen ganz besonderen Glanz.“

Gerade haben Sie unser neues Super-Weitwinkel Distagon T* 2,8/15 getestet. Wie bewerten Sie die Ergebnisse?

Ohne zu übertreiben: Ich fühle mich wie im Himmel. Schon lange habe ich auf ein 15 Millimeter Super-Weitwinkel mit diesen exzellenten technischen Eigenschaften gewartet. Bildqualität und Schärfe sind ein Traum und die gestalterischen Möglichkeiten dank des extremen Bildwinkels enorm. Ich bin wirklich beeindruckt über die Abbildungsqualität bis in alle Bildwinkel. Als gelernter Ingenieur begeistert mich an Carl Zeiss Objektiven stets ihre fantastische Verarbeitung. Es ist jedes Mal ein Erlebnis, eines dieser Arbeitswerkzeuge in den Händen zu halten.  Neben dem 15 Millimeter habe ich auch das Distagon T* 2,8/21 in mein Herz geschlossen. Es ermöglicht mir Bildkompositionen, in denen ich Motive im Vordergrund betonen kann in Kombination mit großer Schärfentiefe. Als einen Meister in punkto Schärfe und  Bokeh habe ich auch das Distagon T* 1,4/35 kennengelernt.

Hans Strand: „Diese Welpen fotografierte ich auf einem Schrottplatz in der Stadt Ilulissat in Grönland. Ich verwendete das Distagon T* 2,8/21, um eine Aufnahme mit besonderer Tiefe zu erzielen. Schnell komponierte ich das Bild, indem ich die Hunde für den Vordergrund wählte im Kontrast zum Schrottplatz im Hintergrund. Die Blende 11 sorgte für perfekte Tiefenschärfe.“ (Distagon T* 2.8/21; F/11; 1/400 sec.; ISO-200).
Hans Strand: „Diese Welpen fotografierte ich auf einem Schrottplatz in der Stadt Ilulissat in Grönland. Ich verwendete das Distagon T* 2,8/21, um eine Aufnahme mit besonderer Tiefe zu erzielen. Schnell komponierte ich das Bild, indem ich die Hunde für den Vordergrund wählte im Kontrast zum Schrottplatz im Hintergrund. Die Blende 11 sorgte für perfekte Tiefenschärfe.“

Arbeiten Sie auch mit Autofokus oder ausschließlich manuell?

Für meine charakteristischen Motive brauche ich keinen Autofokus, ich arbeite immer ohne. Den großen Drehwinkel der ZEISS Objektive schätze ich enorm. Die spielfreie und satte Einstellmöglichkeit der Ganzmetallfassung erlaubt es mir, äußerst präzise scharf zu stellen. Diesen Komfort finde ich bei keinem anderen Hersteller.

Hans Strand: „Ich fotografierte gerade die Eisberge im Abendlicht, als dieser Fischer vorbeifuhr. Ich nutzte das ultrascharfe Distagon T* 1,4/35 bei Blende 11, um den kleinen Mann in diese grandiose Landschaft einzubetten und insgesamt ausreichend Tiefenschärfe zu erzielen.“ (Distagon T* 1.4/35; F/11; 1/250 sec.; ISO-200).
Hans Strand: „Ich fotografierte gerade die Eisberge im Abendlicht, als dieser Fischer vorbeifuhr. Ich nutzte das ultrascharfe Distagon T* 1,4/35 bei Blende 11, um den kleinen Mann in diese grandiose Landschaft einzubetten und insgesamt ausreichend Tiefenschärfe zu erzielen.“
Hans Strand: „Die Disko Bucht in Grönland ist bekannt für ihre Eisberge. Die beste Zeit, um dort Bilder zu machen ist in der späten Abendsonne. Ich nutzte das Weiwinkel Distagon T* 2,8/21, um das Leuchten der Wolken in Kombination mit dem Eis einzufangen. Selbst positionierte ich mich dabei so, dass ich die kleinen Eisschollen besonders schön im Vordergrund positionieren konnte.“ (Distagon T* 2.8/21; F/11; 1/60 sec.; ISO-100).
Hans Strand: „Die Disko Bucht in Grönland ist bekannt für ihre Eisberge. Die beste Zeit, um dort Bilder zu machen ist in der späten Abendsonne. Ich nutzte das Weiwinkel Distagon T* 2,8/21, um das Leuchten der Wolken in Kombination mit dem Eis einzufangen. Selbst positionierte ich mich dabei so, dass ich die kleinen Eisschollen besonders schön im Vordergrund positionieren konnte.“

Im Laufe der Jahre haben Sie auf der ganzen Welt fotografiert – von der Arktis, über Regenwälder bis hin zu Wüsten. Doch in den letzten Jahren zieht es Sie immer wieder nach Island. Ihr Paradies auf Erden?

Ja, ich liebe dieses Land, samt seiner rauen, ungezähmten Natur und den herzlichen Menschen. Es ist mein zweites Zuhause geworden. Die baumlosen, unendlichen Landschaften, die einen bis zu 50 Kilometer weit blicken lassen, die einzigartigen Lavafelder, tosende Wasserfälle, Gletscher und zerklüftete Küsten – all das inspiriert mich immer wieder aufs Neue.

Also dürfen wir uns bald auf ein Islandbuch von Ihnen freuen?

Das werde ich oft gefragt. Bestimmt komme ich eines Tages auch damit raus. Aber ich verschiebe es immer wieder. Es hat wohl den einfachen Grund: Wenn ich erst ein Buch veröffentlicht habe, finde ich womöglich keinen Grund mehr, dort hinzufahren. Und das kann ich mir heute nur schwer vorstellen.

An welchem Ort der Welt möchten Sie unbedingt noch fotografieren?

Ganz oben auf meiner Wunschliste steht Südgeorgien im Südatlantik. Die Insel bietet eine einzigartige Flora und Fauna umrahmt von bis zu 2000 Meter aus dem Meer ragenden Bergen. Auch wenn ich kein Tierfotograf bin, die Kolonien an Königspinguinen, See-Elefanten und weiterer Lebewesen dort, reizen mich sehr.

An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?

Ich habe gerade einen Bildband über die vier Jahreszeiten in Schweden abgeschlossen, der im September erscheinen wird. Darüber hinaus arbeite ich gegenwärtig an einem Buch über die Arktis, das voraussichtlich im kommenden Jahr fertig wird. Ebenfalls in Arbeit ist ein Buchprojekt über die bescheidenen, intimen Landschaften, wie ich sie nenne. Dort geht es gerade nicht um dramatische Naturschauspiele, sondern mehr um ruhige, sinnliche Bildkompositionen.

Hans Strand: „Ich begleitete einen Fischer hinaus in die Disko Bucht und fragte ihn, ob er Köder ins Wasser werfen könne, um ein paar Seevögel anzulocken. Der Trick funktioniere wie ein Uhrwerk. Eine Minute später war ich von Möwen umgeben. Ich komponierte das Bild mit dem riesigen Eisberg im Hintergrund und machte viele  Aufnahmen. Dieser Ausschnitt ist der beste – aufgenommen mit dem Distagon T* 1,4/35.” (Distagon T* 1.4/35; F/10; 1/500 sec.; ISO-100).
Hans Strand: „Ich begleitete einen Fischer hinaus in die Disko Bucht und fragte ihn, ob er Köder ins Wasser werfen könne, um ein paar Seevögel anzulocken. Der Trick funktioniere wie ein Uhrwerk. Eine Minute später war ich von Möwen umgeben. Ich komponierte das Bild mit dem riesigen Eisberg im Hintergrund und machte viele Aufnahmen. Dieser Ausschnitt ist der beste – aufgenommen mit dem Distagon T* 1,4/35.”

Bildkomposition ist ein gutes Stichwort. Darin sind Sie ein preisgekrönter Meister. Wie ist Ihre Herangehensweise?    

Mir geht es um meine ganz persönliche Interpretation einer Landschaft. Ich bin extrem kritisch bei der Auswahl des Bildausschnitts, bis in alle vier Bildecken. Ich bin der Meinung, dass  das Rahmenwerk die wichtigste Zutat in der Fotografie ist. Ohne einen gekonnten Rahmen ist der Fotograf lediglich Teilnehmer einer Situation – nach dem Motto „Ich war hier und machte das Bild“. Doch Fotografie ist mehr als das, was man sieht. Man sollte ausdrücken, was man fühlt. Und natürlich gehe ich auch sorgfältig damit um, welches Licht ich einsetze. Ich liebe das weiche Licht bei wolkenverhangenem Himmel. Dann kann ich intime Landschaften optimal abbilden. Kleine Wunder am Boden auf einem Quadratmeter vielleicht.  Dort herrscht keine Hektik und ich kann mir die Zeit nehmen, die ich für eine gute Komposition brauche. Manchmal frage ich mich: Muss es immer mehr Drama und Sensation in der Fotografie geben? Meine intimen Landschaften reflektieren das Gegenteil.

Gibt es Fotografen, die Sie in Ihrer Arbeit stark geprägt haben?

Am Anfang meiner Karriere inspirierten mich besonders die großen US-Landschaftsfotografen wie Ansel  Adams und David Muench. Aber zu einem kehre ich immer wieder zurück, um Ideen zu entwickeln: Henri Cartier-Bresson. Die Art, wie der Franzose die Geometrie und Linienführung in seinen Bildern perfektioniert hat, ist genial. Aus seinem Werk lernt man extrem viel über die perfekte Bildkomposition.

Wie wichtig ist für Sie die digitale Nachbearbeitung?

Unverzichtbar in Bezug auf Kontraste, Farbsättigung, Farbtemperatur etc. Ich bearbeite jedes meiner Bilder nach. Jedoch verändere ich niemals Bilddetails durch Entfernen und Hinzufügen von Elementen. Eine natürliche Bildsprache ist mir extrem wichtig.

Was raten Sie Nachwuchsfotografen?

Begeisterung, Neugier und Sorgfalt. Um langfristig in diesem Geschäft erfolgreich sein zu wollen, braucht man einen persönlichen Stil und dieser entwickelt sich über viele Jahre. Ich gehe schon lange nicht mehr an Orte, an denen schon zig Fotografen vor mir waren. Am Wichtigsten ist: Nie aufzuhören, nach Neuem zu suchen.

 

Über Hans Strand

Hans Strand, 1955 in Marmaverken (Schweden) geboren, sieht sich selbst als Weitwinkelfotograf. Sein Werk wurde in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Zu den bedeutendsten gehört der Hasselblad Master Award 2008. Hans Strand lebt mit seiner Frau und einer Tochter in einem Vorort in Stockholm.

www.hansstrand.com

 

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