Dramatische Perspektiven

Atemberaubende Aufnahmen von Gletschern, Wüsten, Ozeanen und Canyons – der mit mehreren internationalen Fotografie-Preisen ausgezeichnete slowakische Fotograf Filip Kulisev (Master QEP, FBIPP) fängt in seinen Bildern die schönsten Flecken der Erde ein. Weitwinkelobjektive, wie das neue ZEISS Distagon T* 2,8/15 begleiten ihn auf seinen Touren in die Wildnis.

Polarlichter – dieses Naturphänomen hat Filip Kulisev Ende Februar im nördlichsten Norwegen fotografiert. Stundenlang hat er bei eisiger Kälte ausgeharrt, um die faszinierenden grünen Lichtgestalten aufzunehmen. „Ein Super-Weitwinkelobjektiv, möglichst sternenklare Nächte und ein guter Standplatz sind ebenso wichtig wie ein ordentliches Stativ“, sagt der Profifotograf. „Polarlichter bewegen sich schnell und unberechenbar. Das macht es sehr anspruchsvoll, dieses gespenstische Himmelsschauspiel abzulichten. “

Polarlicht bei Tromsoe, Norwegen von Filip Kulisev (Distagon T* 2,8/15; f/3.2; 30 sec.; ISO-400)

Polarlicht bei Tromsoe, Norwegen von Filip Kulisev.

Kulisev empfiehlt für Polarlicht-Aufnahmen eine digitale Spiegelreflexkamera und ZEISS Objektive mit manuellem Fokus. Wer Objektive mit Autofokus bevorzugt, sollte diesen abschalten. Der Grund ist einfach: Das Polarlicht leuchtet in einer Höhe von 80 bis 600 km, ein Bereich, in dem kein Autofokus mehr zuverlässige Ergebnisse erzielt. Lichtstarke Objektive sind in dieser Lowlight-Anwendung Pflicht. Das Distagon T* 2,8/15 und T* 2,8/21 können dank ihrer starken Offenblendleistung einen enormen Detailreichtum abbilden. Ihre Lichtstärke ermöglicht zudem kürzere Verschlusszeiten. Je kürzer die Verschlusszeiten, desto klarer die Linien, Vorhänge und Striche im Polarlicht. Bei zu langen Verschlusszeiten droht das Bild zu verschwimmen und die spannenden Details gehen verloren, erklärt der Experte.

Polarlicht bei Sommaroy, Norwegen von Filip Kulisev (Distagon T* 2,8/15; f/2.8; 30 sec.; ISO-400)

Polarlicht bei Sommaroy, Norwegen von Filip Kulisev.

Die individuelle Belichtungsdauer hängt von mehreren Faktoren ab: Leuchtkraft der Polarlichter und örtliche Gegebenheit, insbesondere wie viel natürliches Licht durch den Stand des Mondes vorhanden ist. Natürlich ist auch die Kulisse maßgeblich, zum Beispiel ob ein helles, schneebedecktes Ufer oder eine dunkle Bucht mit schwarzem Fels den Rahmen bildet. Ausdauer und Geduld sind in jedem Fall gefragt. Auch ein Profi wie Filip Kulisev kommt bei Polarlichtern nicht ums Experimentieren umhin. In der Regel fängt er bei niedriger Belichtungsdauer an und tastet sich dann in Sekunden-Schritten vor.

Nicht nur wunderschöne Fotos hat Filip Kulisev aus Norwegen mitgebracht, sondern auch spektakuläre Polarlicht-Videos im Zeitraffer (Timelapse) gedreht. Mit digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) lassen sich ausgezeichnet Intervallaufnahmen erstellen und hinterher zu Zeitraffersequenzen zusammenfügen. Das Ergebnis ist atemberaubend:

Timelapse-Video – Bei Tromvik, Norwegen (Distagon T* 2,8/15):

Timelapse-Video – Bei Sommaroy, Norwegen (Distagon T* 2,8/15):

Timelapse-Video – Grotfjord, Norwegen (Distagon T* 2,8/21):

Technische Details zu den Timelapse Videos

Die Timelapse-Videos wurden auf einem hochwertigen Stativ gemacht,  mit Kabelfernauslöser inklusive Zeitfunktion. Die Kamera schützte der Fotograf mit seiner Mütze vor der eisigen  Kälte (Batterieverbrauch). Für besondere Standfestigkeit wurde das Stativ mit Gewichten beschwert. Jedes Video umfasst zirka 200 Bilder, die mit einer Belichtungszeit von jeweils 20-30 Sekunden aufgenommen wurden. Der Fernauslöser war so programmiert, dass zwischen zwei Aufnahmen jeweils  eine Pause von zwei Sekunden lag. Insgesamt dauerte ein Aufnahmezyklus rund zwei Stunden. In der Postproduktion wurden die Bilder zum Video zusammengeführt.

Filip Kulisev ist ein Meister der Panoramafotografie. Die einzigartige Fjordkulisse Nordnorwegens bot ihm eine Fülle dramatischer Perspektiven, die er mit dem neuen Distagon T* 2,8/15 eindrucksvoll in Szene gesetzt hat. Im Juni zieht es ihn erneut in den hohen Norden. Dann geht er in Spitzbergen an Bord des Expeditionsschiffes Akademik Vavilov, um Eisbären, Wale und  Gletscher zu fotografieren. Mit ihm Gepäck ist dann wieder das neue ZEISS Superweitwinkel, von dem er begeistert ist.

Grotfjord, Norwegen von Filip Kulisev (Gestitcht aus 8 Einzelbildern von Distagon T* 2,8/15)

Grotfjord, Norwegen von Filip Kulisev (Gestitcht aus 8 Einzelbildern von Distagon T* 2,8/15).

Stitching: Hohe Auflösung und brillante Schärfe

Der Landschaftsfotograf wendet  für Panoramas auch die so genannte Stitching-Technik an, für die er oft das Planar T* 1,4/50  oder Makro-Planar T*2/100 einsetzt. Bis vor wenigen Jahren war die Nutzung von Großformat-Systemen die einzige Möglichkeit, Landschaftsfotografien mit hoher Auflösung zu verwirklichen. Heute lässt sich eine überragende Abbildungsqualität dank moderner Bearbeitungssoftware mit einer sehr viel kleineren und leichteren Digitalausrüstung erzielen. Dazu macht der Fotograf viele Einzelaufnahmen von Ausschnitten und setzt sie später am Computer zu einem größeren Bild zusammen. Anwendungsbeispiele sind Panoramabilder oder Gesamtansichten großer Objekte, etwa Architekturaufnahmen. In Ausstellungen zeigt Filip Kulisev seine per Stitching zusammengefügten großformatigen Landschaftsfotos. Aufgrund ihrer überragenden Schärfe und Auflösung sorgen sie bei Besuchern regelmäßig für Bewunderung.

Rio de Janeiro von  Filip Kulisev aus City-Kalender 2012.  Für den Kalender wurde der Fotograf bereits zum sechsten Mal in Folge mit dem wichtigsten slowakischen Kalender-Fotopreis („Naj Kalender“) ausgezeichnet. (Gestitched aus 7 Einzelbildern mit dem Planar T* 1,4/50)

Rio de Janeiro von Filip Kulisev aus City-Kalender 2012. Für den Kalender wurde der Fotograf bereits zum sechsten Mal in Folge mit dem wichtigsten slowakischen Kalender-Fotopreis („Naj Kalender“) ausgezeichnet. (Gestitched aus 7 Einzelbildern mit dem Planar T* 1,4/50)

Perspektiven wechseln

„Die Kunst bei Landschaftsaufnahmen und in der Weitwinkelfotografie besteht darin, kreativ die Perspektiven zu wechseln“, sagt Kulisev. Man muss herauszufinden, ob ein Motiv von oben, von der Seite oder von unten am besten zur Geltung kommt. Dafür hat er schon so manche Kletterpartie auf sich genommen. Ebenso wichtig: Details im Vordergrund zu betonen, die dem Bild räumliche Tiefe und einen schönen 3D-Effekt verleihen. Beim Licht schwört Filip Kulisev auf die Zeit unmittelbar vor Sonnenaufgang- und –untergang. „Wenn warmes Licht die Landschaft in atemberaubenden Farben erscheinen lässt. Dann entstehen unglaublich schöne Bilder“, schwärmt er.

Möglichst viele Länder der Erde zu sehen – darauf kommt es dem Globetrotter schon längst nicht mehr an. Im Gegenteil: Ihn zieht es immer wieder an Orte zurück, die er schon kennt, um sie beim nächsten Mal noch eindrucksvoller einzufangen. Die Weite Alaskas oder die Schönheit Dominicas, eine Insel der Antillen in der östlichen Karibik, reizen ihn immer wieder aufs Neue, ebenso die Hawaii Insel Kauai – mit ihren traumhaften Buchten und den fast 1000 Meter hohen Klippen der Na Pali Coast ist sie die wohl schönste Steilküste der Welt. Hier findet der Naturfotograf auf engstem Raum spektakuläre Motive von Schluchten, Steilklippen, Dschungel, Wasserfällen und einsamen Stränden.

Na Pali Coast, Kauai, Hawaii von Filip Kulisev (Distagon T* 2,8/21).

Na Pali Coast, Kauai, Hawaii von Filip Kulisev (Distagon T* 2,8/21).

Spany Falls, Dominica, von Filip Kulisev (Gestitched aus 9 Einzelbildern vom Distagon T* 2/28)

Spany Falls, Dominica, von Filip Kulisev (Gestitched aus 9 Einzelbildern vom Distagon T* 2/28).

Wrangell-Saint Elias National Park von Filip Kulisev (Gestitched aus 3 Einzelbilder vom Planar T* 1,4/50)

Wrangell-Saint Elias National Park von Filip Kulisev (Gestitched aus 3 Einzelbilder vom Planar T* 1,4/50).

Einzigartige Naturschauspiele  hat auch Australien und Tasmanien in Fülle zu bieten. Dorthin wird Kulisev im Herbst zum wiederholten Mal reisen. Ob Outback, Regenwälder mit bis zu 50 Meter hohen Bäumen oder die berühmten Kalkfelsen der "Zwölf Apostel" im Port-Campbell-Nationalpark – die landschaftlichen Kontraste des fünften Kontinents sind für Kulisev eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Fünf Wochen lang wird er auf altbekannten Pfaden wandeln, um von den beeindruckenden Schauplätzen neue Motive und Perspektiven mitzubringen. Das Stitching eröffnet ihm dabei ganz neue Möglichkeiten, seine bisherigen Highlights in nochmals verbesserter Qualität abzulichten.

Neues Buch „ZOOM“ erscheint im September 2012

Doch bevor Filip Kulisev im Oktober nach Australien und Tasmanien aufbricht, reist er Anfang September nach Island, wo sich die Tundra – fern von Touristen – um diese Jahreszeit in ihren schönsten Farben zeigt und die Polarlichter Saison beginnt. Ein Geheimtipp. Ebenfalls stehen im September die Photokina in Köln auf dem Programm sowie die Vorstellung seines neuen Buchs „ZOOM“ im Rahmen einer gleichnamigen Ausstellung. Ausstellungsort wird die Burg in seiner Heimatstadt Bratislava sein. ZOOM gibt einen spannenden Blick hinter die Kulissen seiner langjährigen, erfolgreichen Arbeit. Der Landschaftsfotograf beschreibt dort ausführlich, wie seine Bilder entstanden sind und welche persönlichen Eindrücke und Erlebnisse er mit ihnen verbindet.

Grand Prismatic Spring, Yellowstone National Parc (USA) Foto aus neuem Buch „ZOOM“, das im September 2012 erscheint (von Filip Kulisev).

Grand Prismatic Spring, Yellowstone National Parc (USA) Foto aus neuem Buch „ZOOM“, das im September 2012 erscheint (von Filip Kulisev).

Mehr Infos zu Filip Kulisev auf seiner Website:

http://www.amazing-planet.com

1 Kommentar

  1. Tolle Timelapse Videos!!! Super Perspektiven in der Landschaft. Bei einem eigenen Video habe ich die Einzelbilder jeweils 2 Sekunden stehen lassen und dann die Übergänge mit 2 Sekunden Bildblende versehen. Dudurch entsteht eine absolut flüssige Bewegung des Polarlichts ohne Sprünge im Bild.

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