Makrofotografie

Der Schweizer Donat Nussbaumer ist stellvertretender Konzertmeister für Violine am Zürcher Kammerorchester. Die künstlerische Ader spiegelt sich auch in den Bildern des ambitionierten Amateurfotografen  wider. Zu seiner Spezialität gehören Makro- und Close-up-Aufnahmen.

Bildkomposition mit Schärfe und Unschärfe und dem Makro-Planar T* 2/100 (F/3.5; 1/100 Sek.; ISO-320)

Bildkomposition mit Schärfe und Unschärfe und dem Makro-Planar T* 2/100

Jedes kleine Detail zu beherrschen, ist täglich ein neuer Anreiz für Donat Nussbaumer. Bei Mozart spürt er das besonders, wenn er den Bogen gefühlvoll über die Saiten seiner Violine streicht. „Wie bei keinem anderen Komponisten machen die vielen kleinen Details die Musik so heiter und melodisch“, sagt Nussbaumer.

Gerade Geiger sind bekannt für ihren Perfektionismus. Sie müssen ihn auch an den Tag legen, um es beruflich zu etwas zu bringen. In der Fotografie sei das bei ihm nicht anders, bekennt Donat Nussbaumer. Besonders in der Makro-Fotografie kann er seine Liebe zum Detail ausleben. Dabei ist er immer auf der Suche nach etwas Neuem: Ob Motiv, Perspektive oder Lichteinsatz – ist eine Idee erst einmal im Kopf, will Nussbaumer sie umsetzen.

Aus Interesse wurde schnell Leidenschaft

Interessiert hat ihn die Fotografie schon immer, doch so richtig gepackt, hat es den Musiker erst im Berufsleben. Im Jahr 2002 auf einer der vielen Konzertreisen wuchs der Wunsch, die vielen Erlebnisse und Eindrücke in Bildern festzuhalten. Und seitdem gehört neben dem Geigenkasten die professionelle Fotoausrüstung zum festen Reise-Inventar des Schweizers. Allein schon, um die kunstvollen Konzertsäle zu fotografieren.

Nach seinen Lieblingsmotiven in der Miniaturwelt gefragt, muss Nussbaumer nicht lange überlegen: Insekten und kleine Reptilien. „Bei ihnen kann man mit einem Makro-Objektiv so viele unterschiedliche Details entdecken, die das bloße Auge nicht mehr wahrnimmt“, so Nussbaumer. Ob Körpermuster, Farbe oder die Art, wie sich die Kleinlebewesen bewegen – all diese Details interessieren Nussbaumer. Das Chamäleon gehört zu seinen favorisierten Motiven. Durch seine Farbpracht, den scheuen Blick, die blitzschnellen Bewegungen und die flinken Zunge  ergeben sich für den Fotograf immer wieder neue Situationen und Details für ein spektakuläres Bild.

 

Das Chamäleon gehört zu Nussbaumers Lieblingsmotiven (Distagon T* 2/35; F 5; 1/100 Sek.; ISO-1250)

Das Chamäleon gehört zu Nussbaumers Lieblingsmotiven

 

Ein Gefühl, wie im Konzert

Wenn Nussbaumer Insekten und Reptilien fotografiert, fühlt er sich oft wie im Konzert, in dem er als Geiger auf jede Situation sofort reagieren muss. Das gleiche gilt in der Natur: Was tut das Insekt als nächstes, in welche Richtung bewegt es sich? Zeit zum Überlegen bleibt keine, weil die Biene, der Grashüpfer oder der Lurch im nächsten Moment schon aus dem Bild verschwunden sind. So sind für Nussbaumer auch Geduld, Intuition, das Auge für den richtigen Moment sowie Experimentierfreude die wichtigsten Eigenschaften, die ein Makro-Fotograf mitbringen sollte.

Zu Nussbaumers Objektivsammlung gehören das Makro-Planar T* 2/100, das Planar T* 1,4/85 und T* 1,4/50 ebenso wie das Distagon T* 2/35 und T* 3,5/18. Je nach Motiv, Blickwinkel und Perspektive nutzt er alle für seine Nahaufnahmen. Er ist besonders von der Farbtreue der ZEISS Objektive begeistert, die er bei anderen Herstellern in dieser Form noch nicht angetroffen hat. Wenn es Nussbaumer darum geht, sehr präzise mit Schärfe zu arbeiten, schwört er auf das Makro-Planar T* 2/100. „Wenn ich damit die Schärfe an einem Ort haben will, ist sie später auch genau dort. Gerade beim Autofokus lässt sich das nicht immer so erzielen. Ich bin ein großer Freund des manuellen Fokussierens, weil ich mir dadurch viel mehr Gedanken über die Bildkomposition mit Schärfen und Unschärfen mache.“

 

Blick fürs Detail auch mit dem Distagon T* 2/35 (F4; 1/160 Sek.; ISO-200)

Blick fürs Detail auch mit dem Distagon T* 2/35

 

Das nächste Foto-Projekt führt in die Geigenbauwerkstatt

Donat Nussbaumer arbeitet im Makrobereich besonders gerne mit offener Blende. Am Makro-Planar T* 2/100 schätzt er die besondere Varianz, vom Scharfen ins Unscharfe zu gehen sowie das harmonische Bokeh, die  kontrastreiche Farbwiedergabe und die dreidimensionale Bildwirkung. Aber letztlich zählen immer das Auge des Fotografen und der richtige Moment am Auslöser. Beim Licht bevorzugt der Musiker so wenig Kunstlicht wie möglich. „Ich mag besonders die Morgen- und Abendstunden, wenn das Licht in einem Wald zum Beispiel flach durch die Bäume fällt.“ Doch sein nächstes größeres Fotoprojekt wird Donat Nussbaumer voraussichtlich nicht in den Wald führen, sondern in die Werkstatt eines Freundes. Und dieser ist – das ist kein Zufall - Geigenbauer.

 

Das Auge eines Chamäleons (Makro-Planar T* 2/100; F6.3; 1/30 Sek.; ISO-800)

Das Auge eines Chamäleons

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3 Kommentare

  1. Pingback:

  2. Welch wunderbarer Vergleich!
    Beim Hören von Mozarts Musik “ahne” ich genau wie beim Eintauchen in die Makrowelt eine universelle Schönheit. Das Zeiss Makro Planar T* 50 hat mich neu sehen gelehrt.

    Antwort
  3. Markus

    Liebe ZEISS-Leute, bitte stellen Sie ein Distagon T* 2/35 mit SSM für die SONY α-Baureihe her. :-) Danke! Ich werde der erste Käufer sein.

    Antwort

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